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Und nun entscheidet das Coronavirus

Fußball-Oberligist FSV Martinroda steht endgültig im Landespokal-Finale 2019/20. Ob es gespielt wird, steht in den Sternen. Das letztinstanzliche Urteil begrüßt der FSV dennoch.



Landesklasse gegen Oberliga: In Schweina (mit Alexander Pohl, links) hat Martinroda (mit Jannis Zimmermann) Probleme, ehe es 1:4 heißt. Foto: Stephan Schrön
Landesklasse gegen Oberliga: In Schweina (mit Alexander Pohl, links) hat Martinroda (mit Jannis Zimmermann) Probleme, ehe es 1:4 heißt. Foto: Stephan Schrön  

Martinroda/Erfurt - Ja, es gibt inzwischen im Fußball ganz andere Probleme, und es gibt auch inzwischen ganz andere Probleme als den Fußball. Das merkt man sofort, wenn man beim Oberligisten FSV Martinroda mal nachfragt, was denn dort derzeit so läuft: "Aktuell gibt es nichts Neues, nur dass auch wir halt nicht bis zum 19. April bei uns trainieren und wir uns an alles halten, was so an Verfügungen kommt", antwortet Dirk Keller, Sportlicher Leiter.

Landespokal-Erfolge von Vereinen aus dem Süden Thüringens

FINALE:

2019/20:

FSV Martinroda -

Wck. Nordhausen/CZ Jena ???

1993/94:

1. Suhler SV 06 -

FC Rot-Weiß Erfurt 0:4

HALBFINALE

2017/18

SG Borsch/Geismar -

FC Carl Zeiss Jena 0:5

2006/07:

1. Suhler SV 06 - 1. FC Gera 03 0:1

2004/05:

SV 08 Steinach -

FC Carl Zeiss Jena 0:7

2003/04:

Wacker 04 Bad Salzungen -

FC Carl Zeiss Jena 0:5

2000/01:

SV 08 Steinach -

FC Carl Zeiss Jena 0:6

1995/96:

Wacker 04 Bad Salzungen -

FC Rot-Weiß Erfurt 0:3

1993/94:

1. Suhler SV 06 - SC 1903 Weimar

Sieg im Elfmeterschießen

1992/93:

1. Suhler SV 06 -

JENAer Glas Jena 5:6 i. E.

1991/92:

1. Suhler SV 06 -

Wacker 90 Nordhausen 1:3

1990/91:

SV EK Veilsdorf -

Motor Zeulenroda 1:2

(Bis 1992/93 wurde der Landespokal ohne die Großklubs aus Jena und Erfurt ausgespielt.)


Nichtsdestotrotz schwingt ein bisschen Genugtuung mit, wenn Keller zum Urteil des Verbandsgerichts des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV), das seinen Verein am Montag endgültig zum Pokalfinalisten machte, kommentiert: "Letztlich hat auch das Verbandsgericht, so wie zuvor schon das Sportgericht, klargestellt, dass ein Verlierer im Pokal nicht für die nächste Runde qualifiziert sein kann. Wir teilen diese Auffassung und begrüßen das Urteil." Gerade ihm war das lange Hickhack in dieser "Halbfinal-Affäre" doch ziemlich an die Nieren gegangen.

Die Halbfinal-Affäre

16. November 2019: Mit einem mühevollen 1:0 beim FSV 06 Ohratal qualifiziert sich der FSV Martinroda fürs Halbfinale. Die Freude ist groß: Nun gibt’s ein Heimspiel gegen einen der "großen Drei", CZ Jena, RW Erfurt oder Nordhausen! Mit Ruhm bekleckert hatte sich Martinroda im Pokal zwar nicht, hätte schon in der 1. Runde in Schweina (4:1) ausscheiden können, hätte dort der Gastgeber seine Chancen besser genutzt. In der 2. Runde, bei der SG Gospenroda (7:0), erleidet zudem Neuzugang Marco Pusch einen Kreuzbandriss und fällt für weitere Matches aus.

Dann überstürzen sich die Ereignisse beim FC Rot-Weiß Erfurt: Am 29. Januar stellt er seinen Spielbetrieb ein. Einige Tage vor der Auslosung am 2. Februar, beim Futsal-Landesfinale in Apolda, deutet sich an, dass der TFV statt des FC Rot-Weiß nun Thüringenligist SV 1879 Ehrenhain, der das Viertelfinale gegen Erfurt 1:4 verlor, mit in den Lostopf nehmen will. Kurzfristig wird dazu im TFV-Spielausschuss, dem Sven Wenzel (Großobringen) vorsteht, ein Beschluss gefasst. Und tatsächlich wird nun in Apolda dem FSV Martinroda als Halbfinalgegner Ehrenhain zugelost. Damit ist das Top-Event in Martinroda geplatzt, denn der Unterklassige hat immer Heimrecht.

Zunächst findet man beim FSV noch, man habe als Ausgleich dafür nun eine reelle Chance auf den Finaleinzug erhalten. Wenige Tage später jedoch, und nach intensiver Diskussion im Vorstand, entschließt sich Martinroda dazu, die dubiose Vorgehensweise des TFV-Spielausschusses vom TFV-Sportgericht überprüfen zu lassen mit dem Ziel, den sowohl sportlich als auch finanziell lukrativen Einzug in ein Pokalfinale - mit Fernsehauftritt und allem Drum und Dran - ohne Halbfinalspiel, also per Freilos, zu schaffen.

Nun werden dem FSV und vor allem seinem Sportlichen Leiter Dirk Keller, speziell von Ehrenhainer Seite, fehlende Fairness vorgeworfen. Es kommt von dort sogar der absurde Vorschlag, das Spiel in Martinroda auszutragen (was einen zweiten Rechtsbruch bedeutet hätte). Keller wiederum moniert vor allem den Beschluss des Spielausschusses über die Köpfe der beteiligten Vereine hinweg: "Es fand überhaupt keine Kommunikation mit uns statt, um zu erörtern, wie man das lösen könnte."

Dann entscheidet das TFV-Sportgericht unter Vorsitz von Bernd Kruse am 21. Februar: "Der Spielausschuss war nicht berechtigt, den durch den Rückzug des FC Rot-Weiß Erfurt frei gewordenen Platz im Halbfinale ... neu zu besetzen. Der FSV Martinroda zieht in das Pokalfinale ... ein." Man folgt dem Argument des FSV aus den Landespokal-Durchführungsbestimmungen (Punkt 4.1): Wer im Pokal verloren hat, der scheidet aus. Für ein Weiterkommen von Ehrenhain trotz der Niederlage gebe es also keine Rechtsgrundlage.

Doch Ehrenhain geht in Berufung vor das Verbandsgericht, und der Spielausschuss setzt demonstrativ das Halbfinalspiel Ehrenhain - Martinroda für den 28. März an. Schließlich entscheidet das Verbandsgericht im schriftlichen Verfahren unter Vorsitz von Jens Krauße am 23. März: Der Einspruch des SV 1879 Ehrenhain wird abgewiesen. Und auch das Verbandsgericht stützt sich auf den bewussten Punkt 4.1: Wer verliert, scheidet aus. Andere Regelungen anderer Landesverbände seien auf Thüringen nicht anwendbar.

Nun ist Martinroda also Pokalfinalist. Aber ob Nordhausen oder Jena der Gegner sein wird, wann das ermittelt wird (vorgesehen ist der 29. April) sowie ob und wann es dann überhaupt zum Finale kommt - darüber entscheidet nun kein Gericht mehr, sondern das Coronavirus ...

Autor

Ralf Brückner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
00:00 Uhr

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Autor

Ralf Brückner

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Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
00:00 Uhr



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