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Nicht nur sportliche Erfolge zählen

Für Linda Neundörfer, Kickboxerin beim VfB Vacha, verliefen die "Adidas Classics" vor einer Woche in der Bad Salzunger Seelenbinder-Halle erfolgreich. Die 15-jährige Schülerin am Vachaer Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium gewann in ihrer Gewichtsklasse in der Leichtkontakt-Konkurrenz.



Beweglichkeit und Koordination sind gefragt: Die Stadtlengsfelderin Linda trifft im Finale der "Adidas Classics" mit einer Fußtechnik. Fotos (2): Sascha Bühner
Beweglichkeit und Koordination sind gefragt: Die Stadtlengsfelderin Linda trifft im Finale der "Adidas Classics" mit einer Fußtechnik. Fotos (2): Sascha Bühner   » zu den Bildern

Für Linda Neundörfer, Kickboxerin beim VfB Vacha, verliefen die "Adidas Classics" vor einer Woche in der Bad Salzunger Seelenbinder-Halle erfolgreich. Die 15-jährige Schülerin am Vachaer Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium gewann in ihrer Gewichtsklasse in der Leichtkontakt-Konkurrenz. Im Pointfigting reichte es ebenfalls fürs Treppchen. Linda gewann die Bronzemedaille.

Beim Leichtkontakt tragen die Kämpfer, wie auch beim Pointfighting, eine Schutzausrüstung. Ziel ist es, mit Faust- und den Fußtechniken mehr Treffer als der Gegner zu erzielen. Nach einem gültigen Treffer muss der Kampfrichter nicht unterbrechen, sondern es wird weitergekämpft. In jeder Runde werden die erzielten Treffer durch die Punktrichter gezählt und so der Sieger ermittelt. Beim Leichtkontakt-Kickboxen handelt es sich um eine konditionell anspruchsvolle Sportart, bei der die Sauberkeit, die Vielfältigkeit und die Kombinationsfähigkeit bei der Bewertung eine wesentliche Rolle spielen. Genau wie der Gesamteindruck der sportlichen Leistung eines Kickboxers. "Die Kämpfer stehen frontal und der ganze Körper gilt als Trefferfläche", ergänzt Linda Neundörfer die theoretischen Erläuterungen.

Die Wertung im Pointfighting kann mit der im Fechten verglichen werden. Wer die meisten Punkte erzielt, gewinnt auch den Kampf. Es sind Faust- und Fußtechniken erlaubt. Es gibt verschiedene Trefferwertungen mit Hand und Fuß mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Punktewertungen. Nach jedem erfolgreichen Treffer wird der Kampf durch die Punktrichter unterbrochen. Ziel ist es also, schneller als der Gegner zu punkten und bei Kampfende die meisten Punkte zu besitzen, um zu gewinnen. "Treffer gelten nur oberhalb der Gürtellinie, und zwar die Front und die Seite des Oberkörpers. Treffer auf den Rücken sind verboten. Auch Angriffe zum Kopf können gesetzt werden. Dagegen dürfen keine Angriffe unterhalb der Gürtellinie ausgeführt werden", erläutert Linda Neundörfer die Regeln.

Seit fast zehn Jahren gehört Linda zu den erfolgreichen Kickboxern des VfB Vacha. Sie trainiert in einer der Trainingsgruppen der Kampfsportschule Berk. An den Beginn ihrer sportlichen Laufbahn kann sich das Mädchen, das in Stadtlengsfeld wohnt, noch gut erinnern. "Als kleines Kind war ich eine Außenseiterin und erhielt nur wenig Beachtung und Respekt. Im Fernsehen sah ich damals den Film "Karate Kid" mit Bruce Lee. Das gefiel mir. Besonders, wie sich ein kleines Mädchen verteidigen kann. Kampfsport interessierte mich von diesem Augenblick", erzählt Linda Neundörfer am Rande der "Wartburg Classics". Mit ihren Eltern machte sie sich kundig, wo sie als kleines Mädchen Kampfsport betreiben kann und fand sich bei der Kampfsportschule Berk bestens aufgehoben. "Über zehn Jahre ist es mittlerweile her und dass ich auch heute noch dabei bin zeigt, dass ich mich zum einen für den richtigen Sport entschieden habe und andererseits, dass ich mich in unserer Trainingsgruppe sehr wohl fühle", erzählt Linda.

Kickboxerinnen und Kickboxer brauchen viel Geduld und Ausdauer. So dauert es viele Jahre, vorausgesetzt, die Aktiven verfügen über das erforderliche Talent, um sich in der nationalen oder sogar internationalen Spitze zu etablieren. "Ein Kickboxer braucht gute konditionelle Grundlagen, um erfolgreich zu sein. Eine gute Reaktionsfähigkeit, schnelle Hände und Füße und eine sehr gute Koordination gehört dazu", erläutert Linda Neundörfer. Auf der Matte in den Kämpfen explodiert die 1,64 Meter große Sportlerin förmlich. "Mit guter Beinarbeit den richtigen Abstand zur Gegnerin zu finden und ein taktisches Konzept zu entwickeln, wie ich meine Gegenerin angreife oder auch auskontere gehört genauso dazu, wie über eine möglichst bessere Athletik zu verfügen. So versuche ich, vor einem Kampf mir mein taktisches Konzept zurechtzulegen, zum Beispiel, ob ich attackiere oder aus einer defensiveren Grundeinstellung kämpfe. Zumeist gewinnt diejenige mit der schlaueren Kampfstrategie", erläutert das Mädchen mit dem blonden Zopf.

Die Kämpfe gehen insgesamt über ungefähr fünf Minuten. Die Wettkämpfe im Leichtkontakt und im Pointfighting während eines Turniers wie die "Adidas Classics" beginnen in den Morgenstunden und gehen bis zum Abend. Über so einen langen Zeitraum die Konzentration aufrechtzuerhalten, muss ebenfalls gelernt sein. In Bad Salzungen gelingt es Linda gut.

Im Leichtkontakt dominiert sie klar die Konkurrenz in der Klasse Jugend A bis 58 Kilogramm. Verdient steigt sie auf das Siegertreppchen. "Die Kämpfe im Leichtkontakt liegen mir etwas besser als das Pointfighting. Da geht es intensiver zur Sache und ich kann meine athletischen Stärken noch besser zum Tragen bringen", lautet Lindas Fazit nach dem Finalkampf. Im Kampf um den Finaleinzug im Pointfighting unterliegt sie in einer spannenden Auseinandersetzung einer Spezialisten in dieser Disziplin knapp. Es wird Platz drei, ein positiver Abschluss in diesem qualitativ starken Wettbewerb.

Michael Berk, Inhaber, Leiter und verantwortlicher Trainer der gleichnamigen Kampfsportschule mit sieben Trainingszentren im Wartburgkreis und in Schmalkalden, ist mit dem Abschneiden seiner Kämpferin zufrieden. "Linda hat sich heute einmal mehr mit Platz eins und drei für ihren Fleiß und ihr Engagement belohnt. Als Sportlerin hinterfragt sie vieles und setzt sich große Ziele. Sportlich kann ihre Entwicklung so weitergehen", freut sich Michael Berk.

Viermal in der Woche trainiert die zweimalige Zweite bei den deutschen Meisterschaften, Zweite bei den German Open und mehrfache Thüringen-Meisterin. "Alles im Einklang mit der Schule", betont die Stadtlengsfelderin. Das soll natürlich so bleiben, denn " Gerichtsmedizinerin oder irgend etwas mit Sport" nennt sie als ihre Berufswünsche.

Auch als Kickboxerin äußert sie klare Ziele. "Bei den großen Turnieren wie den deutschen Meisterschaften, den German Open oder den Austrian Open möchte ich auf dem Treppchen landen", blickt sie auf die neue Saison. Vielleicht auch bei den legendären Irish Open oder einer Europa- oder Weltmeisterschaft, die auf der Wunschliste des Mädchens vom VfB Vacha stehen.

Obwohl schon fast zehn Jahre dabei, steht Linda noch am Anfang ihrer sportlichen Laufbahn. Der Sport hat sie geprägt auf der Matte und auch abseits vom Kickboxen. "Jeder hat die gleiche Chance. Wir wollen charakterstarke Kinder und Jugendliche ausbilden, die humane Werte und Normen, Akzeptanz und Respekt vertreten und vermitteln. Nicht nur auf der Matte vollzieht Linda eine tolle Entwicklung. Wir dürfen noch einige positive Schlagzeilen von ihr hören,da bin ich mir sicher", hat ihr Trainer Michael Berk das letzte Wort. Thomas Dröge

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Thomas Dröge
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Veröffentlicht am:
19. 10. 2019
00:00 Uhr

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Thomas Dröge

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Veröffentlicht am:
19. 10. 2019
00:00 Uhr



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