Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Landesforstanstalt macht erstmals Verlust

Waldschäden durch Stürme und Borkenkäferbefall haben das Geschäft des Landesforstamtes verhagelt. 2017 hatte der Forst noch einen Gewinn von etwa 3,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Nun drohen wirtschaftliche Verluste.



Per Seilkran werden die Bäume abtransportiert. Am Ende des Drahtgeflechtes steht eine schwere Forstmaschine, der sich niemand nähern sollte.
Per Seilkran werden die Bäume abtransportiert. Am Ende des Drahtgeflechtes steht eine schwere Forstmaschine, der sich niemand nähern sollte.  

Erfurt – Die Thüringer Landesforstanstalt hat ein Geschäftsjahr erstmals seit ihrer Gründung mit einem Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich machte das halbstaatliche Unternehmen im vergangenen Jahr etwa 8,2 Millionen Euro Minus, wie aus dem Geschäftsbericht 2018 hervorgeht. Nach Angaben von Forstministerin Birgit Keller (Linke) hat dieser Verlust maßgeblich mit Sonderabschreibungen auf Waldflächen zu tun, die in Zukunft nicht mehr bewirtschaftet werden dürfen. Diese Abschreibungen haben laut Geschäftsbericht eine Höhe von etwa 5,6 Millionen Euro. Zudem hätten aber auch Waldschäden durch Stürme und Borkenkäferbefall das Geschäft des Forsts maßgeblich geprägt, heißt es.

2017 hatte der Forst noch einen Gewinn von etwa 3,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Das war eine Steigerung des Überschusses im Vergleich zu 2016 gewesen. Damals hatte er bei etwa 840 000 Euro gelegen.

Der Forst war zum 1. Januar 2012 aus der Landesverwaltung ausgegliedert und als "ThüringenForst" zu einer Anstalt des öffentlichen Rechts gemacht worden, die dem Freistaat gehört. Seitdem hatte der Landesforst pro Jahr stets einen zumindest kleinen Jahresüberschuss erzielt.

Nach lange Diskussionen hatten sich im Dezember 2018 das Forst- und das Umweltministerium darauf verständigt, welche Flächen des Forsts in Zukunft nicht mehr bewirtschaftet werden sollen: unter anderem 1000 Hektar am Possen und etwa 6300 Hektar im Nationalpark Hainich. Dort werden in Zukunft grundsätzlich keine Bäume mehr gefällt.

Stattdessen sollen dort Urwälder entstehen, bei denen die Natur im Wesentlichen sich selbst überlassen wird. "Wo sich unsere Wälder natürlich entwickeln können und die Bäume sehr alt werden können und langsam verrotten, entstehen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen", hatte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) damals gesagt. Das sei gut für die biologische Vielfalt und das Klima und der Tourismus profitiere davon.

Für die Beseitigung von Waldschäden in Folge von Stürmen und Borkenkäferbefall musste der Forst laut Geschäftsbericht 2018 deutlich mehr Geld ausgeben als geplant. Statt der vorgesehenen 22,6 Millionen waren es 28,6 Millionen Euro. dpa

Veröffentlicht am:
04. 11. 2019
05:39 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abschreibungen Anstalten des öffentlichen Rechts Birgit Keller Deutsche Presseagentur Geschäfte Geschäftsberichte Geschäftsjahre Jahresüberschuss Öffentliches Recht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Rettung von Thomas Cook gescheitert

23.09.2019

Pleite von Reisekonzern Thomas Cook trifft Hunderttausende Urlauber

Der Reiseanbieter Thomas Cook hat Insolvenz beantragt. Letzte Bemühungen um Finanzierungen blieben erfolglos. Großbritannien startet eine beispiellose Rückholaktion für 150 000 Urlauber. » mehr

Boeing 757 von Condor

23.09.2019

Condor fliegt weiter - Staat soll Turbulenzen vermeiden

Thomas Cook ist pleite - aber Condor fliegt weiter. Damit das so bleibt, könnte Staatshilfe notwendig sein. Doch das ist womöglich nicht der einzige Ausweg für die Airline. » mehr

Die Steinsalzhalde des Philippsthaler Kaliwerkes Hattorf prägt die Landschaft im Werratal. Um die damit einhergehenden Belastungen zu minimieren, ist eine Begrünung geplant. Derzeit läuft hier ein Halbtechnischer Versuch. Foto: Thomas Klemm

28.09.2018

K+S fährt Kali-Produktion an der Werra wieder hoch

Kassel - Der Dünger- und Salzkonzern K+S hat die Kali-Produktion an der Werra nach mehreren Wochen Zwangspause am Freitagmorgen wieder hochgefahren. » mehr

Internationale Grüne Woche 2019

17.01.2019

Bauern fordern neues Gesetz gegen Landkauf durch Investoren

Unmittelbar vor Beginn der Grünen Woche in Berlin machen Thüringer Bauern Front gegen den Verkauf von Ackerland an Investoren. » mehr

fpnd_ernte_050808

20.12.2018

Keller: Beihilfen für Agrarbetriebe noch vor Weihnachten

Die millionenschweren Beihilfen für Thüringens Agrarbetriebe sollen nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) vor Weihnachten fließen. » mehr

Landwirte bekommen Dürrehilfe

04.12.2018

Bauern können mit rund 13,3 Millionen Euro Dürre-Hilfen rechnen

Staatliche Dürre-Hilfen für existenzbedrohte Bauern sollen in Thüringen größtenteils bis zum Ende des Jahres ausgezahlt werden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall zwei Verletzte Schleusingen 19.11.19 Schleusingen/Hildburghausen

Unfall Schleusingen/Hildburghausen | 19.11.2019 Schleusingen/Hildburghausen
» 12 Bilder ansehen

Ilmenauer IKK-Klimawandel Ilmenau

Ilmenauer IKK-Klimawandel | 16.11.2019 Ilmenau
» 12 Bilder ansehen

Goldene Ziege Kids 2019 Suhl

Goldene Ziege für Kinder | 16.11.2019 Suhl
» 100 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
04. 11. 2019
05:39 Uhr



^