Lade Login-Box.
Topthemen: Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

In vielen Bäckereien ist längst der Ofen aus

Die Konkurrenz für das Bäckerhandwerk ist durch Backshops mit Industrieware groß. Nach einer kräftigen Marktbereinigung setzen Fachleute nun auf eine neue Lust der Verbraucher auf Handwerksarbeit. Allerdings ist Bäckernachwuchs rar.



bäckrei lehrlinge
In den vergangenen Jahrzehnten haben viele Bäcker ihr Handwerk aufgegeben. Die verbliebenen Bäckereien finden derweil kaum noch Lehrlinge.   Foto: Archiv/NGG

Erfurt - In vielen Bäckereien in Thüringen bleibt der Ofen aus. Gründe seien die Marktbereinigung der vergangenen Jahre durch die große Zahl an Backshops mit Industriewaren, aber auch immer weniger Berufsnachwuchs in den Backstuben, sagt der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein. In vielen Orten gebe es bereits keinen Handwerksbäcker mehr. «Aber die Bäckereien, die es noch gibt, haben ihre Kunden und ihre Nischen.»

Es gebe eine neue Lust der Verbraucher auf regionale Produkte, Bodenständigkeit und solide handwerkliche Arbeit. Auch manche Gaststätten reagierten darauf - und setzten etwa wieder Butterbrote mit Schnittlauch auf die Karte. «Diese Freude an Grundnahrungsmitteln wie Brot ist eine Chance.» Er sehe die Talsohle durchschritten, sagt Lobenstein, der selbst eine Bäckerei in Erfurt betreibt.

Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) wird es für die Betriebe immer schwerer, Azubis zu bekommen - trotz TV-Backshows und der vielen Backtipps im Internet. Die Zahl der Bäcker-Lehrlinge liege derzeit noch bei etwa 200 im Freistaat - vor zehn Jahren waren es noch fast 700. Die Zahl der Betriebe sei nach Zahlen des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks dagegen nur um rund 27 Prozent von 542 auf 406 gesunken.

Auch das Umfeld muss stimmen

NGG-Landesgeschäftsführer Jens Löbel sieht einen Grund für den fehlenden Nachwuchs in den Arbeitszeiten, die am frühen Morgen beginnen, aber auch in der aus seiner Sicht ungenügenden Bezahlung. «Viele Nachwuchsprobleme sind hausgemacht.» Zudem fehlt es nach seinen Angaben seit 2013 an einem Tarifvertrag für das Bäckerhandwerk in Thüringen. Lobenstein sagt, «wer gute Leute haben will, orientiert sich nicht nur am Tarifvertrag». Neben der Bezahlung müsse auch das Umfeld stimmen, dass jungen Leuten geboten werde.

Nach NGG-Angaben ist die bundesweite Regelung zu den Ausbildungsvergütungen für Bäcker-Azubis vom Bundesarbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt worden. Damit habe der Bäckernachwuchs auch in Thüringen Anspruch auf die Zahlung von monatlich 565 Euro im ersten Ausbildungsjahr. 670 Euro seien es im zweiten und 800 Euro monatlich im dritten Ausbildungsjahr. dpa
 

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 07. 2019
12:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Backshops Brot Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bäckereien und Konditoreien Deutsche Presseagentur Gewerkschaften Handwerkskammer Erfurt Handwerkskammern Konkurrenz Kunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Der Konditor und sein Produkt

23.04.2019

Mehr Brauereien und Konditoreien, aber weniger Bäcker und Fleischer

Brötchen gibts auch im Supermarkt, den Braten an der Kühltheke - Bäckereien und Fleischereien haben es in Thüringen nicht einfach. Doch in anderen Bereichen des Lebensmittelhandwerks ging es in den letzten Jahren steil b... » mehr

Start-Up "Die Frischemanufaktur"

Aktualisiert am 15.07.2019

Gründer dringend gesucht: Warum fehlen Start-ups im Osten?

Und sie gründen einfach nicht: Der Osten braucht dringend eine neue Generation an Unternehmern, doch so richtig funktioniert das nicht. Liegt das am Erbe der DDR oder braucht es neue Ideen? » mehr

Mehrwegbecher sind kein Problem. Wenn dass Café es erlaubt, können Kunden ihn sogar von zu Hause mitbringen. Allerdings sind Mehrwegbecher aus Bambus schon wieder in Verruf geraten. In ihnen kann sich der Klebstoff lösen, wenn sie mit heißen Flüssigkeiten befüllt werden.	Foto: Franziska Kraufmann/dpa

22.05.2019

"Kaffee im Einwegbecher sollte teurer sein als im Mehrwegbecher"

Rund 2,8 Milliarden Einwegbecher landen pro Jahr in Deutschland im Müll. Umweltministerin Svenja Schulze will die Hersteller zur Kasse bitten. » mehr

Aufstieg durch Innovation: Peter Möckel und sein Vater Karl-Heinz erhielten den MuT-Sonderpreis für die digitalen Aktivitäten, die sie mit ihrem Unternehmen Hörgeräte Möckel in den vergangenen Jahren aufgebaut haben. Archivfotos: ari

05.04.2019

"Wir wollen auf jeden Fall noch mehr"

Der Südthüringer Mittelstandspreis MuT startet in eine neue Runde. Zum 15. Mal verleihen die beiden Südthüringer Wirtschaftskammern und diese Zeitung den Preis. Die Gewinner des Vorjahres sind bis heute begeistert. » mehr

01.11.2017

Millionenschaden durch Schwarzarbeit in Thüringen

Die Konjunktur brummt - aber die Schwarzarbeit bleibt, stellt der Zoll in Thüringen fest. Seine Kontrolleure sind nicht nur auf Baustellen unterwegs. » mehr

Warnstreik

Aktualisiert am 25.02.2019

Warnstreik führt zu Einschränkungen an Jenaer Klinikum

Am Donnerstag steht die nächste Tarifverhandlung für den öffentlichen Dienst der Länder an. Mit Warnstreiks machten die Gewerkschaften am Montag in Thüringen Druck auf die Arbeitgeber. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sommerfest Gabelbach Gabelbach

Sommerfest Gabelbach | 18.08.2019 Gabelbach
» 20 Bilder ansehen

500 Jahre Steinach Steinach

500 Jahre Steinach | 18.08.2019 Steinach
» 60 Bilder ansehen

Finsterbergfest mit Turmweihe

Finsterbergfest mit Turmweihe |
» 12 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 07. 2019
12:50 Uhr



^