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Thüringen

Zwölf Baumarten eignen sich für die Wiederaufforstung

Noch in diesem Jahr sollen Hunderttausende durch Trockenheit und Borkenkäferbefall geschädigte Bäume aus den Wäldern Thüringens entfernt werden. Nun gibt es erste Pläne, wie es danach weitergehen soll.



Hier hat die Natur das Wiederaufforsten übernommen: Der Leiter des Forstamtes Heldburg, Lars Wollschläger, zeigt eine kleine Kiefer. Foto: Martin Schutt/dpa
Hier hat die Natur das Wiederaufforsten übernommen: Der Leiter des Forstamtes Heldburg, Lars Wollschläger, zeigt eine kleine Kiefer. Foto: Martin Schutt/dpa  

Bad Colberg-Heldburg - Für die Aufforstung nach Waldschäden kommt rund ein Drittel der bereits in Thüringen vorhandenen Baumarten infrage. "Wir werde natürlich alle Baumarten verwenden, die wir als klimarobust einschätzen, die eine gewisse Trockentoleranz aufzeigen", sagte der Sprecher von ThüringenForst, Horst Sproßmann. Das trifft nach seinen Angaben auf ein Dutzend der insgesamt 32 forstlich relevanten Baumarten im Land zu. Neben der Eiche gehören etwa die Linde, der Feldahorn, die Elsbeere oder der Speierling dazu.

Thüringens Forstministerin Birgit Keller (Linke) informierte sich am Mittwoch mit Forstexperten auf der Veste Heldburg über Strategien gegen die Trockenheitsschäden in den Wäldern. Schätzungen zufolge werden in Thüringen allein bis Jahresende etwa 600 000 Buchen wegen Trockenheit absterben und fünf bis sechs Millionen Fichten Opfer des Borkenkäfers.

"Aktuell befinden wir uns in der Schadensbeseitigung. In den nächsten Jahren, beginnend mit dem Frühjahr und vor allem im Herbst 2020, werden wir schwerpunktmäßig in die Wiederbewaldung übergehen", sagte Sproßmann. Noch in diesem Jahr sollen Hunderttausende Fichten und Tausende Buchen aus den Wäldern entfernt werden.

Welche Maßnahme zur Aufforstung geeignet ist, hänge von der jeweiligen Schadfläche ab. "Das kann klassisch die Kultur sein, um die man einen Zaun stellt, aber es gibt noch eine Vielzahl anderer waldbaulicher Verfahren", so Sproßmann. Dies könne auch bis zu Flächen reichen, die sich selbst überlassen werden. Möglich seien etwa sogenannte Vorwaldstrukturen. Das bedeute, dass man mit einer robusten Baumart auf einer Freifläche einen kleinen Wald anlegt, der ein bestimmtes Klima schafft, das wiederum die Pflanzung anderer, sensibler Baumarten ermöglicht. "Es gibt einige Baumarten, die das unmittelbare Sonnenlicht nicht vertragen, aber sinnvoll wären für den Waldumbau - etwa die Weißtanne", erläuterte der Forst-Sprecher.

Ihm zufolge gibt es eine größere Zahl von erfolgreichen Strategien, die nach den Waldschäden durch Orkan Kyrill 2007 bereits erprobt wurden. "Auf die damaligen Erfahrungen bei der Wiederbewaldung soll
in den nächsten Jahren verstärkt gebaut werden", teilte Ministerin Keller mit.

Der Thüringen-Forst setzt beim Umbau des Waldes durchaus auch auf Erprobung neuer Arten, die bisher eher in südlichen Regionen heimisch sind. Vor allem kommt es dabei darauf an, dass die Bäume mit Trockenheit klarkommen - angesichts des Klimawandels wird in den nächsten Jahren durchaus häufiger mit ähnlichen Dürre-Problemen wie im vergangenen und diesem Jahr gerechnet.

Darüber hinaus machte der Forst am Mittwoch auch auf die Herausforderungen bei der Jagd aufmerksam: Damit die angepflanzten Bäumchen nicht gleich wieder vom Wild vernichtet werden, sei eine zeitgemäße Jagd nötig. Überhöhte Rot-, Reh- und Damwildbestände gelte es zu reduzieren. Schließlich sähen die Tiere die Jungbäumchen nur als bevorzugte Leckerbissen. Das Nachpflanzen von "Kulturen mit hohen Ausfallprozenten" sei jedoch besonders teuer, so Sproßmann. dpa/jwe

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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
07:06 Uhr

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19. 09. 2019
07:06 Uhr



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