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Thüringen

Wassernot am Rennsteig: Oberhof bald auf dem Trockenen?

Mehr Geld muss nicht nur für den Wintersport nach Oberhof fließen. Auch beim Trinkwasser sitzt die Rennsteigstadt ohne Investitionen bald auf dem Trockenen. Grund ist die neue Beliebtheit der Stadt.



Erfurt/Oberhof - Wenn in den nächsten Jahren in Oberhof weitere Hotels gebaut werden oder bestehende Unternehmen erweitert werden sollen, sind nach Angaben des Thüringer Oberhof-Beauftragten Hartmut Schubert Investitionen in die Wasserversorgung der Stadt nötig.

Familien-Luxushotel: Planungen schreiten voran

Die Pläne für eine Premium-Hotel in Oberhof exklusiv für Familien mit Kindern nehmen konkrete Formen an. Der österreichische Investor stimmt derzeit die Bauplanungen mit den Behörden in Oberhof und im Schmalkalden-Meininger Landratsamt ab. Außerdem wird mit dem Forst verhandelt, da an dem Standort am Schützenberg Holzchalets am Waldrand entstehen sollen. Zuvor wollen die Besitzer der Hotelkette im Stadtrat vorsprechen und Details bekanntgeben; einen Termin gibt es noch

Die Mayer-Hotel-Gruppe hatte ihr Projekt eines Hotels mit 120 Zimmern und 500 Betten im vergangenen Oktober vorgestellt. Die Österreicher wollen auf vier Hektar Fläche 50 Millionen Euro investieren, 140 Arbeitsplätze schaffen und im Dezember 2020 öffnen. Ziel sind 120 000 Übernachtungen pro Jahr. Zunächst war von einem Baustart im Sommer 2019 die Rede. Nun heißt es, spätestens im Herbst sei Spatenstich.

Mayer betreibt bereits in der Region Garmisch und im Salzkammergut drei Hotels mit dem Konzept einer Rundum-Betreuung für Familien. Vorbild für das Oberhofer Haus soll das Hotel "Dachsteinkönig" südöstlich von Salzburg sein. Eine Woche "all inclusive" für zwei Erwachsene und zwei Kinder soll in Oberhof etwa 2800 bis 3100 Euro kosten. at/er

 

Die Trinkwasserversorgung des geplanten Premium-Familienhotels (siehe Info-Kasten) könne mit der vorhandenen Infrastruktur noch sichergestellt werden, sagte Schubert. Aber für weitere Bauvorhaben sei deren Ausbau dringend nötig. In einer Vorlage des Finanzministeriums für das Landeskabinett heißt es, der zuständige Zweckverband Wasser und Abwasser Suhl (ZWAS) habe im Zusammenhang mit den vielen Investitionen bereits darauf hingewiesen, "dass die Trinkwasserkapazitäten in Oberhof nahezu erschöpft sind".

 

Dass die Trinkwasserversorgung der Stadt erweitert werden müsse, sei für ihn eine unerwartete Nachricht gewesen, räumte Schubert ein. Doch sei dies nicht negativ zu bewerten.

Nach der Wende seien Hochbehälter abgebaut worden, weil es infolge des Einwohnerrückgangs Überkapazitäten gegeben habe. Dadurch, dass in Oberhof zuletzt aber wieder neue Häuser gebaut worden seien, sei abzusehen, dass das Leitungssystem nun an seine Grenzen stoße. Insofern sei der Handlungsbedarf ein Zeichen dafür, dass es in Oberhof wieder aufwärts gehe, argumentierte Schubert - was die Investitionen im Umkehrschluss dringend mache. "Es darf auf keinen Fall passieren, dass wir Investoren für Oberhof finden und dann haben die kein Wasser", sagte er.

Ausweislich der Kabinettsvorlage gibt es im Moment mehrere konkrete Ideen dazu, wo in den nächsten Jahren gebaut werden könnte. So beabsichtige ein Ferienzentrum am Rande der Stadt die Zahl seiner Betten weiter zu erhöhen. Auch liefen derzeit "erste Gespräche" der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) mit möglichen Investoren, die neben dem Wellnessbad H2Oberhof ein Hotel errichten sollten, heißt es in dem Papier, das unserer Zeitung vorliegt.

Ähnliche Gespräche gebe es zu Planungen, an der Schuderbachwiese im Süden der Stadt ein Golfhotel zu bauen - was aber nur dann Sinn macht, wenn auf dieser Wiese tatsächlich wieder ein Golfplatz entstünde. Naturschützer kämpfen seit Jahren dagegen.

Um die Trinkwasserversorgung in Oberhof zu erweitern, gibt es nach Angaben Schuberts mehrere Möglichkeiten: Es könne ein neuer Hochbehälter gebaut werden oder bestehende könnten erneuert werden. Die Kosten für den Neubau beziffert er auf etwa 2,7 Millionen Euro.

Diese Gelder müssten allerdings nicht aus den Haushaltsposten finanziert werden, über die die Sportanlagen modernisiert werden sollen. Der Ausbau der WM-Sportstätten habe ohnehin nichts mit dem steigenden Trinkwasserbedarf der Stadt zu tun. Gegenteilige Vorhalte, die ihm auch schon gemacht worden seien, seien falsch, sagte Schubert. Die benötigten Mittel könnten über Förderprogramme fließen oder vom Umweltministerium kommen, sagte Schubert. Zudem werde der ZWAS einen Eigenanteil leisten müssen. sh

Lesen Sie dazu auch: Noch mehr Geld für Oberhof nötig

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
08:45 Uhr

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01. 07. 2019
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