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Thüringen

Thüringen sieht sich gut auf Ausbreitung des Coronavirus vorbereitet

Erst China, dann Norditalien, jetzt auch schon 26 bestätigte Corona-Fälle in Deutschland: Die Lungenkrankheit scheint näher zu rücken. Trotzdem sagt das Gesundheitsministerium in Erfurt, dass der Freistaat gut gerüstet sei. Drei Verdachtsfälle auf Corona im Landkreis Gotha erwiesen sich unterdessen als falscher Alarm



Wie groß ist die Gefahr einer Ausbreitung?
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Erfurt/Suhl/Grümpen - Nach der jüngsten Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus in Europa hat auch das Thüringer Gesundheitsministerium eine Neubewertung der Lage vorgenommen. "Bereits seit Januar und in dieser Woche nochmals verstärkt, bereiten wir uns auf einen möglichen Ausbruch von Covid-19 in Thüringen vor. Es ist entscheidend, dass alle Ebenen wissen, was in einem möglichen Krisenfall zu tun ist. Thüringen ist vorbereitet. Zugleich ist wichtig zu betonen, dass es bis heute keinen bestätigten Covid-19-Fall in Thüringen gibt", sagt Gesundheitsstaatssekretärin Ines Feierabend am Donnerstag in Erfurt.

Die Staatssekretärin wies noch einmal darauf hin, dass durch die Einhaltung grundlegender Hygiene-Vorschriften einer Verbreitung von Corona- aber auch von Grippe-Erregern vorgebeugt werden könne. Dazu gehörten etwa häufiges und gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife und die Verwendung von Einmaltaschentüchern.

Personen mit Covid-19-Symptomen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sollen bitte ihren Hausarzt telefonisch zur weiteren Abklärung kontaktieren, erklärte Feierabend weiter. Sie appellierte an Betroffene: "Nicht ins volle Wartezimmer setzen! Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117.

Wer mit einer Person Kontakt hatte, bei der Covid-19 durch ein Labor nachgewiesen wurde, solle sich bitte unmittelbar an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Für alle Fragen aus der Bevölkerung gebe es auf der Internetseite des  Robert-Koch-Instituts  eine Übersicht mit häufig gestellten Fragen. Diese Liste werde laufend aktualisiert. Wer dort keine Antwort finde, könne sich außerdem an die Hotline des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz wenden: 0361-573815099.

Sind Obst und Spielsachen aus Italien oder China nun gefährlich?

Eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus über Oberflächen gilt weiter als unwahrscheinlich. Das gilt für Lebensmittel ebenso wie für Spielzeug oder andere Waren. Obst aus Norditalien zum Beispiel könne daher weiter ohne Bedenken gekauft und verzehrt werden, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts am Donnerstag in Berlin. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass der Erreger Sars-CoV-2 auf Oberflächen mehrere Tage lang überleben kann. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist bisher aber kein Fall einer Übertragung über unbelebte Oberflächen dokumentiert. 

Was sind Coronaviren?

Coronaviren wurden erstmals Mitte der 60er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Men-schen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. Coronaviren verursachen bei Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Mi-ddle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). In der Vergangenheit waren schwere, durch Coronaviren verursachte Krankheiten wie SARS oder MERS zwar weniger leicht übertragbar als Influenza, aber sie haben den-noch zu großen Ausbrüchen geführt, zum Teil in Krankenhäusern.

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist aber trotzdem wichtig - vor allem, weil es auch der beste Schutz vor der direkten Virus-Übertragung von Mensch zu Mensch ist, bei Coronaviren ebenso wie bei der Grippe. 

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel für unwahrscheinlich. Sorgfältige Hygiene beim Umgang mit Obst, Gemüse, Fleisch und Co. ist aber trotzdem ratsam, unabhängig von aktuellen Ereignissen - alleine schon, um andere Lebensmittelinfektionen zu vermeiden.

Verdachtsfälle in Gotha bestätigen sich nicht

Entwarnung gab es am Donnerstag aus dem Landratsamt Gotha. Das Kreisgesundheitsamt habe in dieser Woche drei Verdachtsfälle auf Infektionen testen lassen. "Sämtliche Tests sind negativ ausgefallen; das jüngste Ergebnis wurde vor wenigen Minuten mitgeteilt", berichtete Adrian Weber, Sprecher des Landratsamtes am frühen Nachmittag.

Darüber hinaus sei auch niemand unter Quarantäne gestellt worden. Verschiedene Medien hatten berichtet, dass eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Gotha isoliert worden sei. "Die landläufige Quarantäne wäre eine Anordnung auf Isolierung, die durch den Landkreis auszusprechen wäre. Dies ist nicht erfolgt", so Weber.

In den vergangenen Wochen hatte es in Thüringen auch Verdachtsfälle im Ilm-Kreis und im Wartburgkreis gegeben. Auch in diesen Fällen waren die Tests negativ ausgefallen.

Touristenmagnet Weimar bereitet sich vor

Unterdessen laufen überall in Thüringen die Vorbereitungen auf einen möglichen Corona-Ausbruch. So bereitet sich die Touristen beliebte Klassikerstadt Weimar auf ein mögliches Auftreten des Coronavirus vor. Dazu sei der Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen worden, um über vorbeugende Maßnahmen zu beraten, teilte die Stadt am Donnerstag mit. So soll ab Freitagmittag eine Hotline geschaltet werden, an die sich Bürger bei Verdacht auf eine Ansteckung oder mit Fragen zum Virus Sars-CoV-2 wenden können. Sie sei unter der Telefonnummer 03643-762555 zu erreichen.

Zudem sei eine zusätzliche Untersuchungseinrichtung aufgebaut worden, in der Tests auf das Virus zentral durchgeführt werden könnten, hieß es. Aus personellen Gründen würden im Gegenzug Schuleingangsuntersuchungen vorerst ausgesetzt.

«Wir haben uns aufgrund der steigenden Zahl von Verdachtsfällen in Deutschland, aber auch aufgrund der Vielzahl von internationalen Gästen und Studierenden in der Stadt Weimar dazu entschieden, uns auf die besondere Lage einzustellen und vorzubereiten», sagte Oberbürgermeister Peter Kleine. 

Tipps vom Hausarzt

Doch auch, wenn von Oberflächen keine Gefahr ausgehen sollte, heißt das nicht, dass Vorsicht und Vorbeugung unwichtig wären. Fred Eichhorn, Hausarzt aus Grümpen im Landkreis Sonneberg, empfiehlt Älteren und chronisch Kranken, für die das Virus gefährlicher zu sein scheint, Menschenansammlungen zu meiden, um sich nicht anzustecken. Rentner sollten beispielsweise tagsüber einkaufen, wenn die meisten anderen an der Arbeit sind. Für alle, ob jung oder alt, angeschlagen oder kerngesund, hat er zudem ganz einfache Tipps, um einer Infektion vorzubeugen: Regelmäßig gründlich die Hände waschen, in die Ellenbeuge niesen und - auch wenn es schwer fällt - im Moment lieber aufs Händegeben verzichten.

Hotline für Besorgte

Die Barmer hat eine Hotline zum Coronavirus eingerichtet. Laut der Krankenkasse stehen Medizinexperten rund um die Uhr bereit. Sie geben Informationen, wer besonders gefährdet ist, wie man sich schützen und einen Verdachtsfall erkennen kann. "Unsere Experten kennen den aktuellen Stand der medizinischen Forschung und können deshalb helfen, Unsicherheit oder gar Angst zu vermeiden", so Landesgeschäftsführerin Birgit Dziuk. Die kostenlose Hotline ist zu erreichen unter: 0800-8484111. dpa/jol/ek

 

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Veröffentlicht am:
27. 02. 2020
11:19 Uhr

Aktualisiert am:
27. 02. 2020
16:39 Uhr

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11:19 Uhr

Aktualisiert am:
27. 02. 2020
16:39 Uhr



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