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Thüringen

Stroke Units sind immer die erste Adresse

Am 29. Oktober ist Welt-Schlaganfall-Tag. Im Vorfeld machen Mediziner in Thüringen auf Probleme bei der Akutversorgung betroffener Patienten aufmerksam.



Sogenannte Stroke Units garantieren die beste Versorgung für Schlaganfall-Patienten. Foto: Mario Leisle/Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Sogenannte Stroke Units garantieren die beste Versorgung für Schlaganfall-Patienten. Foto: Mario Leisle/Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe  

Weimar - Mediziner bestehen beim Transport von Schlaganfallpatienten in Akutkliniken auf strikten Regeln für Rettungsdienste. Die Versorgung in einer innerhalb von 30 Minuten erreichbaren spezialisierten Intensivstation müsse Vorrang haben vor Kliniken mit nur telemedizinischer Betreuung bei Schlaganfällen, forderte am Freitag der Thüringer Arbeitskreis leitender Krankenhausneurologen in Weimar. Das sei in Thüringen bislang nicht immer der Fall, kritisierte der Weimarer Neurologe Rolf Malessa. In Thüringen erleiden jährlich rund 10 000 Menschen einen Schlaganfall, deutschlandweit sind es bis zu 300 000.

Laut Arbeitskreis sind es faktisch die Rettungsdienste, die im Ernstfall entscheiden, wo Menschen mit Schlaganfallverdacht akut behandelt werden. Das führe mitunter dazu, dass statt der nahegelegenen Spezialstation, einer Stroke Unit, weniger gut spezialisierte Häuser angefahren werden. "Die Stroke Unit ist aber das Nonplusultra in der Schlaganfallversorgung", sagte Malessa. Hier könnten Sterblichkeit und bleibende Behinderungen um mehr als ein Viertel gesenkt werden.

Diese Stationen verfügten über Experten, die unmittelbar eine Behandlung zur Auflösung des Gefäßverschlusses im Gehirn oder zur operativen Entfernung des Verschlusses einleiten könnten. Bei einem Schlaganfall wird durch einen solchen Verschluss die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen, was je nach betroffenem Gehirnareal zu schweren Lähmungen oder Sprachstörungen führen kann. Vor allem bei schweren, großflächigen Hirnschädigungen sei die Entfernung der Verstopfung durch einen operativen Eingriff erforderlich, sagte der Altenburger Neurologe Jörg Berrouschot.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) gibt es an Thüringer Krankenhäusern 14 zertifizierte Stroke Units. 15 Häuser, die über keine eigenen Neurologie-Abteilungen verfügen, sind zudem Mitglied im Telemedizin-Netzwerk "Satelit". Sie können so bei Patienten mit Schlaganfallverdacht per Videoschalte Spezialisten des Universitätsklinikums Jena und des Klinikums Altenburg zur Diagnostik hinzuziehen. Demnächst solle auch eine Telemedizin-Einheit am Krankenhaus Rudolstadt zertifiziert werden, hieß es.

Schlaganfälle sind eine der häufigsten Todesursachen und der häufigste Grund für dauerhafte Pflegebedürftigkeit. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen sowie Menschen mit zu hohem Blutdruck, anderen Gefäßerkrankungen und Herzproblemen. dpa

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Veröffentlicht am:
28. 10. 2018
09:31 Uhr

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28. 10. 2018
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