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Thüringen

Siegesmund: Über schärfere Corona-Regeln nachdenken

Die Corona-Zahlen in Deutschland sind sprunghaft angestiegen. Angesichts dessen hält Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin Anja Siegesmund auch im Freistaat wieder verschärfte Corona-Beschränkungen für möglich - anders als zuletzt zum Beispiel Ministerpräsident Bodo Ramelow.



Erfurt - Nachdem die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland innerhalb kürzester Zeit stark angestiegen ist, drängt Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin und Landes-Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) darauf, kurzfristig und erneut über die im Freistaat geltenden Corona-Bedingungen nachzudenken. „Stand jetzt können wir nicht ausschließen, dass wir am Montag oder Dienstag andere Corona-Regeln auch in Thüringen haben werden“, sagte Siegesmund am Donnerstag in Erfurt. Unter anderem müsse erneut darüber diskutiert werden, ob nicht auch in Thüringen Einschränkungen für die Einreise von Menschen aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten gelten sollten, auf die sich die Mehrzahl der Bundesländer bereits geeinigt hat, die Thüringen aber derzeit nicht umsetzen will. Das gelte umso mehr, weil nun bundesweit die Herbstferien-Zeit beginne, sagte Siegesmund.

Sollten sich die Corona-Zahlen weiterhin so dramatisch wie in den vergangenen Tagen entwickeln, wolle sich sie am nächsten Dienstag im Kabinett der Landesregierung für eine Verschärfung der geltenden Regeln einsetzen, sagte Siegesmund. „Die Gesundheit der Menschen steht an erster Stelle.“ Die Bequemlichkeit, die zu viele Menschen im Umgang mit dem Corona-Virus derzeit zeigen, gefährde Menschenleben. „Wir sind noch in der Pandemie, wir sind nicht dahinter, wir haben es noch nicht geschafft.“

Mehrere Bundesländer hatten sich am Mittwoch darauf verständig, dass Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten nur dann bei ihnen zum Beispiel in einem Hotel wohnen dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten, negativ ausgefallenen Coronatest vorweisen können. Wer keinen solchen Test vorlegen kann und in einem der Risikogebiet wohnt, darf in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen nicht in einem gewerblichen Übernachtungsbetrieb untergebracht werden; jedenfalls dann nicht, wenn er als Tourist reist. Diese Regelung gilt nicht für Familienbesuche. Als Risikogebiete gelten alle etwa Landkreise und kreisfreien Städte, in denen sich innerhalb der vergangenen sieben Tage mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Corona-Virus infiziert haben.

Unter anderem Thüringen trägt diesen Beschluss der Ländermehrheit nicht mit. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erklärten, sie vertrauten darauf, dass die Gesundheitsämter in den Risikogebieten selbst alle geeigneten Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus von dort zu verhindern. Wer positiv auf Corona getestet worden sei, müsse sich ohnehin Quarantäne begegnen und dürfe gar nicht reisen. Es gebe also keinen Grund, die Menschen aus den betroffenen Gebieten pauschal mit Reisebeschränkungen zu belegen.

Von Mittwoch auf Donnerstag hat es in Deutschland einen sprunghaften Anstieg bei den Corona-Infektionen in Deutschland gegeben: Das Robert-Koch-Institut zählte am Donnerstag 4058 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In den Tagen zuvor hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen stets unter dem Wert von 3000 gelegen.

>>> Thüringen stimmt gegen innerdeutsche Reisebeschränkungen

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Von Sebastian Haak
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Veröffentlicht am:
08. 10. 2020
12:54 Uhr

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Von Sebastian Haak

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08. 10. 2020
12:54 Uhr



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