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Thüringen

Nur wenige Frauen haben Spitzenjobs in Thüringer Behörden

Etwa die Hälfte der Thüringer sind Frauen. Wenn es aber um Führungsjobs geht, ist ihr Anteil deutlich geringer. Nicht nur in der Wirtschaft. Auch in den Ministerien und der Staatskanzlei sowie den Landesbehörden sind von den 127 Stellen für Abteilungsleiter nur 32 mit Frauen besetzt.



Frauenquote
Eine Geschäftsfrau mit Pumps und Kostüm steht zwischen Geschäftsleuten mit Anzug an einem Messestand. Frauen sind in Spitzenämtern der Thüringer Landesverwaltung noch immer unterrepräsentiert.   Foto: Christian Charisius, dpa

Erfurt - Frauen sind in Spitzenämtern der Thüringer Landesverwaltung noch immer unterrepräsentiert - allen Appellen der Landesregierung zum Trotz. In den Ministerien und der Staatskanzlei sowie den Landesbehörden sind von den 127 Stellen für Abteilungsleiter nur 32 mit Frauen besetzt. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Siegfried Gentele hervor. Die Zahl entspricht einer Frauenquote von etwa 25 Prozent in dieser Führungsebene. Etwas besser sieht es für Frauen bei den Stellen für Referatsleiter aus.

Hier sind den Angaben nach 132 von 379 besetzen Posten an Frauen vergeben, was einer Frauenquote von etwa 35 Prozent entspricht. In den Ministerien bestehen die Fachabteilungen in der Regel aus mehreren Referaten. Für das Sozialministerium sind die Zahlen ein Beleg dafür, dass nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im öffentlichen Dienst die Gleichberechtigung von Männern und Frauen noch nicht erreicht ist.

Es sei klar, «dass im öffentlichen Dienst des Freistaats Thüringen die Frauenförderung und eine gendergerechte Personalpolitik weiter ausgebaut werden müssen», sagte ein Sprecher des Sozialministeriums, an dessen Spitze eine Frau steht: die Linke-Politikerin Heike Werner. Die Gründe dafür seien die gleichen wie die für zu wenige Frauen in Spitzenjobs der Wirtschaft. «Dazu zählen veraltete Rollenbilder, stereotype Ausschreibungs- und Beurteilungsmuster, von Männern dominierte Strukturen und Netzwerke», sagte der Ministeriumssprecher.

Wenn es Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gebe, seien es oft Frauen, die weniger arbeiteten und sich um die Erziehung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen kümmerten. Gleichzeitig komme es immer wieder vor, dass Frauen an ihren eigenen beruflichen Fähigkeiten zweifelten und sich deshalb nicht auf Führungspositionen bewerben würden.

Immer wieder hatten Vertreter der rot-rot-grünen Regierung an Unternehmen appelliert, mehr für die Gleichstellung von Frauen im Job zu tun. Angekündigt wurde zudem, mit Gesetzen die Gleichberechtigung voranzutreiben.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte im März 2017 erklärt, Rot-Rot-Grün wolle das Thüringer Gleichstellungsgesetz überarbeiten, um die Rechte der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten weiter zu stärken. Bisher ist das Vorhaben nach Ministeriumsangaben noch nicht umgesetzt. «Die Überarbeitung des Gleichstellungsgesetzes steht weiterhin auf der Agenda der Landesregierung», sagte der Sprecher. Derzeit werde ein Gleichstellungsbericht erstellt. Auf dieser Grundlagen sollen die Änderungen genau im Gesetz erfolgen.

Laut Sozialministerium schneiden bei der Frauenquote unter den Abteilungsleitern unter anderem das Thüringer Infrastrukturministerium und die nachgeordneten Behörden im Vergleich zu anderen Teilen der Landesverwaltung relativ gut ab. Dort haben 17 von 46 derzeit besetzten Abteilungsleiterstellen Frauen. Bei den Referatsleitern lägen die Quoten in Sozial-, Justiz- und Finanzministerium sowie den nachgeordneten Behörden relativ hoch - bei jeweils etwa 45 Prozent.

Nach Daten des Landesamtes für Statistik leben in Thüringen fast genauso viele Frauen wie Männer. Zum Ende des Jahres 2017 waren etwa 1,09 Millionen Menschen im Freistaat weiblichen und 1,07 Millionen Menschen männlichen Geschlechts. dpa

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Veröffentlicht am:
14. 01. 2019
09:52 Uhr

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