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Thüringen

Nach Abschuss von Hybriden zeigen Wolfsschützer Ministerin an

Erfurt - Mit einer Anzeige gegen Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) hat ein Verein aus Hessen auf den Abschuss von drei jungen Wolfsmischlingen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf reagiert.



Erfurt - Mit einer Anzeige gegen Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) hat ein Verein aus Hessen auf den Abschuss von drei jungen Wolfsmischlingen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf reagiert. Neben Siegesmund sei auch Anzeige gegen denjenigen erstattet worden, der die Tiere erschossen habe, teilte der in Gründung befindliche Verein "Wolfsschutz Deutschland" aus Hanau mit.

Die Wolsfreunde berufen sich auf das Washingtoner Artenschutzabkommen, nach dem auch Mischlinge der ersten Generation als geschützte Art zu betrachten seien. "Wir sind erstaunt und enttäuscht über das Ausmaß der Empathielosigkeit, an der auch Ministerin Siegesmund zu leiden scheint", erklärte die Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer.

Das Umweltministerium reagiert gelassen auf die Anzeige. «Es war zu erwarten, dass es zu Anzeigen kommt», sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag. Das entsprechende Schreiben liege dem Ressort noch nicht vor, besorgt sei man nicht. Es gebe die nötigen Genehmigungen der Oberen Naturschutzbehörde - sowohl für den Lebendfang als auch den Abschuss der Hybride.

Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Erfurt ist die Anzeige nach eigenen Angaben noch nicht offiziell eingegangen. Die Eingangsbearbeitung könne sich verzögern, sagte ein Sprecher. Der Verein Wolfschutz Deutschland gab an, das Schreiben in der vergangenen Woche verschickt zu haben. Er begründet die Anzeige damit, dass die Hybriden wie der Wolf streng durch internationale Richtlinien geschützt seien. Der Abschuss müsse gerichtliche Konsequenzen haben.

Das Thüringer Umweltministerium hatte die Wolfsmischlinge zum Abschuss freigegeben, nachdem die Versuche, die Tiere lebend zu fangen und in den Alternativen Bärenpark nach Worbis zu bringen, gescheitert waren. Das Ministerium argumentiert, dass es mit Blick auf internationale Richtlinien auch zum Schutz der Art Wolf vor dem Eindringen von Hundegenen verpflichtet sei und die Mischlinge deshalb aus der freien Natur «entnehmen» müsse. Die sechs Wölfe waren von der auf dem Truppenübungsplatz lebenden Wölfin in vorigen Jahr geboren worden, ihr Vater soll ein streunender Haushund sein. jwe/dpa

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Veröffentlicht am:
03. 04. 2018
07:25 Uhr

Aktualisiert am:
03. 04. 2018
13:36 Uhr

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03. 04. 2018
07:25 Uhr

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03. 04. 2018
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