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Thüringen

Möglicher harter «Brexit» löst Sorgen bei Thüringer Wirtschaft aus

Großbritannien ist ein wichtiger Handelspartner für die Thüringer Wirtschaft. Nach der Ablehnung des Brexit-Vertrags wächst die Verunsicherung der Exportwirtschaft.



Erfurt - Nach der Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament hat Thüringens Wirtschaftsminister Alarm geschlagen. Ein geordneter Übergang sei im Prinzip vom Tisch, sagte Wolfgang Tiefensee (SPD) am Mittwoch in Erfurt. Ein sogenannter harter «Brexit» sei jetzt die wahrscheinlichste Option – mit nicht absehbaren negativen Folgen für die europäische Wirtschaft. «Auch Thüringen wird betroffen sein», sagte Tiefensee. Sorgen machten sich auch die Industrie- und Handelskammern (IHK).

Das Schreckensszenario eines ungeregelten Brexits zum angepeilten Austrittsdatum am 29. März ist wahrscheinlicher geworden: Am Dienstagabend hatte das britische Parlament gegen den vorgeschlagenen Deal von Premierministerin Theresa May mit der EU gestimmt.

Mit einem Handelsvolumen von rund 1,9 Milliarden Euro ist Großbritannien nach Angaben des Wirtschaftsministeriums der viertwichtigste Export- und der zweitwichtigste Importmarkt für Thüringen. Rund 270 Thüringer Unternehmen verkauften ihre Produkte und Dienstleistungen an die Briten. Tiefensee selbst begrüßt laut Mitteilung ein Verbleiben Großbritanniens in der EU und wolle auch ein erneutes Referendum über den Austritt nicht ausschließen.

Bei einem ungeordneten Ausstieg Großbritanniens aus der EU könnte es kritisch vor allem für die vielen kleinen und mittelständischen Firmen werden, sagte der Geschäftsführer der IHK Ostthüringen, Peter Höhne. «Die zu erwartenden Handelshemmnisse könnten wirtschaftsbedrohliche Aufwände mit sich bringen durch zusätzliche Regularien, vermehrte Kontrollen, lange Wartezeiten», erklärte er. Firmen sollten sich schnell auf alle Eventualitäten vorbereiten. Die Kammern könnten dabei unterstützen, sie böten Checklisten an.

Eine Umfrage der IHK Südthüringen ergab, dass der Brexit und seine Folgen für 28 Prozent der Firmen in der Region von Bedeutung seien. In der Industrie liege der Anteil sogar bei 37 Prozent. Die IHK Erfurt befürchtet ein Chaos bei Grenzkontrollen und der Erhebung von Zöllen.

Tiefensee verwies darauf, dass Großbritannien für Thüringen nicht nur ein Wirtschaftsfaktor ist, sondern dass es auch in der Wissenschaft teilweise enge Bindungen gebe. Etwa 200 Partnerschaften und Kontakte beständen zwischen britischen und thüringischen Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten. dpa

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
21:40 Uhr

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