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Thüringen

Kontrolleure finden Ratten im Lokal und tote Insekten im Brot

Was Thüringens Lebensmittelkontrolleure manchmal in der Gastronomie finden, ist ungeheuerlich - und in Ausnahmefällen sogar gesundheitsgefährdend. Im aktuellen Lebensmittelbericht finden sich ein paar ziemlich eklige Fälle.



Ratten ernähren sich von Lebensmittelresten. - Symbolfoto   Foto: dpa

Erfurt - Wegen eklatanter Mängel wie Ungeziefer oder extremer Dreck in der Küche haben Lebensmittelkontrolleure im vergangenen Jahr 25 Betriebe in Thüringen vorübergehend geschlossen. Dazu gehörten eine Gaststätte mit Rattenbefall und eine Bäckerei, bei der Insekten im Brot nachgewiesen wurden, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Montag bei der Vorlage des Berichts der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

Insgesamt gab es 2017 im Freistaat rund 35 000 Kontrollen in 17 200 Betrieben. Bei 90 Prozent der Kontrollen wurden keine oder nur geringfügige Mängel festgestellt. Beanstandungsgrund Nr. 1 in fast der Hälfte der Fälle (45 Prozent) war unzureichende bis schlechte Hygiene.

Alle vorübergehend geschlossenen Betriebe haben inzwischen wieder geöffnet, nachdem die Betreiber die Mängel behoben haben, sagte Werner. Insgesamt zog die Ministerin eine positive Bilanz. «Der weit überwiegende Anteil der Unternehmerinnen und Unternehmer handelt verantwortungsbewusst», sagte sie.

Doch immer wieder werden auch zum Teil eklige Verstöße aufgedeckt. In einem Fall fanden die Kontrolleure in einer Bäckerei nicht nur tote Insekten, die in Brot eingebacken waren. In einem Korb, der zum Gehenlassen von Brotteig benutzt wurde, entdeckten sie tote Käfer, Schimmel und verkrustete Schichten voller Bohrlöcher und Bohrgängen von Insekten. Die Geräte der Bäckerei waren voller alter Fettablagerungen, Spinnweben und Staub - und das Handwaschbecken in der Backstube war kaputt.

In einer Gaststätte wurden Schaben in der Küche, im Lagerraum und der Toilette gefunden. In einem anderen Lokal tummelten sich Ratten, zudem waren die Geräte und Räume extrem schmutzig.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert regelmäßig Betriebe, die Lebensmittel, kosmetische Mittel oder Bedarfsgegenstände - also zum Beispiel Kochutensilien, Zahnbürsten oder Reinigungsmittel - herstellen.

2017 wurden von den untersuchten Lebensmittelproben 7,6 Prozent beanstandet. Die meisten davon stammten aus Fleischerzeugnissen, Backwaren, Konfitüren, Honig oder zubereiteten Speisen. Bei 48 Proben wurde eine Gesundheitsgefährdung nachgewiesen. Außerdem wurden 12,7 Prozent der Proben kosmetischer Mittel beanstandet sowie 11,2 Prozent der Proben von Bedarfsgegenständen.

Bei gravierenden Verstößen drohen den Lebensmittelsündern in Thüringen harte Strafen. Laut Werner wurden im vergangenen Jahr rund 730 Verwarnungen ausgesprochen sowie rund 230 Bußgeldverfahren eingeleitet. In 34 Fällen wurde Strafanzeige erstattet. dpa

 

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Veröffentlicht am:
05. 11. 2018
16:17 Uhr

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05. 11. 2018
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