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Thüringen

«Früher spukte es in Thüringen heftig»

Kopflose Ritter, Werwölfe und mehr: Thüringen hat nicht nur zu Halloween Horrorgeschichten parat. Mit Sagen und Legenden lässt sich eine Landkarte des Schreckens über den Freistaat legen.



Halloween
Wenn Kinder Halloween feiern wollen, sollten Eltern keine Spaßbremsen sein.   Foto: dpa

Hummelshain - Gerade zu Halloween sind allerorten Schreckensgestalten unterwegs. Dabei treiben in Thüringen schon seit Hunderten von Jahren Dämonen und anderes fieses Volk ihr Unwesen - zu diesem Schluss kommt zumindest Folklore-Experte und Autor Rainer Hohberg aus Hummelshain. 

Zu Halloween ziehen wieder viele kleine Monster um die Häuser - in Thüringen ist das Phänomen aber gar nicht so neu?

Also zumindest früher muss es in Thüringen ziemlich heftig gespukt haben. Geht man nach den zig Legenden und Sagen, dann muss es wirklich eine ganze Menge Gespenster und Ähnliches hier gegeben haben. Angefangen von Irrlichtern über diverse Drachenmonster, Korndämonen und vor allem Weiße Frauen, die in etlichen Thüringer Burgen und Schlössern umgehen sollen. Und schenkt man so manchen dieser Geschichten Glauben, dann spukt es an manchen Orten auch heute noch.

Wo in Thüringen muss man denn auch heute noch erhöht mit paranormalen Vorkommnissen rechnen? 

Im Eichsfeld etwa gibt es die Burg Bodenstein. Viele Besitzer haben dort schon von einem kopflosen Ritter berichtet und einiges unternommen, um den Spuk zu beenden. Ein Burgherr hat sogar eine Tür zumauern lassen. Diese kann man auch heute noch genau so sehen wie den Totenschädel, der vermutlich zu der kopflosen Gestalt gehört. 

Und welche Legende ist bei Ihnen besonders hängen geblieben?

An der Rhön, in Stadtlengsfeld, soll eine Werwölfin die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt haben. Beim Aktenstudium in Marburg bin ich über einen Fall eines Hexenprozesses gestolpert. Darin wurde einer Frau zum Vorwurf gemacht, sie könne sich in einen Wolf verwandeln. Unter Folter gestand sie und wurde laut Aufzeichnung 1663 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ich glaube nicht, dass sie wirklich eine Werwölfin war. Die Hinrichtung aber war damals ein Riesenereignis, das sich im Kollektivbewusstsein wohl als Legende gefestigt hat.

Interview: Marie Frech
 

Rainer Hohberg, Jahrgang 1952, ist als Autor spezialisiert auf Thüringer Legenden und hat unter anderem das Buch «Gespenstisches aus der Thüringer Sagenwelt» geschrieben. Hohberg ist außerdem der Vorsitzende des Fördervereins Burg Hummelshain.

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Veröffentlicht am:
29. 10. 2017
09:16 Uhr

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29. 10. 2017
09:16 Uhr



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