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Suhl/ Zella-Mehlis

Polizei holt mit Großaufgebot Störer aus Flüchtlingsheim

Großaufgebot an der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) in Suhl. Mit Wasserwerfer, Räumfahrzeug und SEK-Kräften ist die Polizei auf dem Friedberg vor der Einrichtung aufgefahren. Gegen 17 Uhr gehen Einsatzkräfte mit Schutzausrüstung ins Objekt und trennen eine seit Tagen auffällige Gruppe von den restlichen Bewohnern.



suhl flüchtlingsheim 17. März Suhl
Einsatz unter Vollschutz - Die Einsatzkräfte beim Aufmarsch ins Flüchtlingsheim.   Foto: Steffen Ittig

Suhl - Nachdem sich die Bewohner der Einrichtung am Wochenende und am Montag versucht hatten, sich gegen die verhängte Quarantäne zur Wehr zur setzen, sind am Dienstag weitere Einsatzkräfte hinzu gezogen worden. SEK, Wasserwerfer, Panzer und Rettungswägen wurden vor Ort aufgefahren. Polizei und Stadt Suhl gaben sich über Stunden bedeckt, was vor Ort passieren sollte.

Vor Ort sind zwei Hundertschaften der Polizei, das SEK, Wasserwerfer, Panzer und Rettungswagen. Ebenfalls wird der Löschzug von Suhl zur Absicherung alarmiert. Das SEK bereitet sich auf einen Zugriff vor.  Gegen 17 Uhr schließlich machen sich etwa 150 Einsatzkräfte unter Vollschutz auf den Weg ins Objekt. Die Szene könnte einem Horrorfilm entstammen. Eine Hundertschaft Polizisten rückt die Straße in Richtung Flüchtlingsheim vor. Die Beamtinnen und Beamten tragen weiße Schutzanzüge, Nase-Mund-Masken, Schutzbrillen und ihre Einsatzhelme. Die Gesichter sind nicht zu erkennen. Über die Schutzkleidung ist das Holster für die Dienstwaffe geschnallt. Eine Gruppe von Flüchtlingen, die über Tage für Unruhe sorgten, wird von den übrigen Bewohnern getrennt und abgeführt.

Frank Haspel, Leiter der Suhler Polizei, erklärt den Einsatz auf dem Suhler Friedberg damit, dass einige wenige Bewohner der EAE ihren persönlichen Bewegungsdrang nicht den Gegebenheiten hätten anpassen wollen. „Sie haben Mitbewohner für ihre Zwecke instrumentalisiert“,  gibt er zur Protokoll. Allerdings hätten die mehrere Tage andauernde kritischen Ereignisse durch Gespräche immer wieder beruhigt werden können. Unter anderem seien mehrere Dolmetscher vor Ort.

Eine  Betreuung in der Nacht und am Tag war durch das angestammte Personal allerdings nicht mehr zu schaffen. „Ausgedünnt“, nannte Haspel den Grund, warum Polizeibeamte beispielsweise Wachschutzaufgaben, Versorgung oder medizinische Hilfeleistung erbracht hätten. „Seit Montagabend ist es friedlich in der Einrichtung geblieben“, versicherte er am Dienstagnachmittag. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich aber bereits Polizei, Katastrophenschutz und Feuerwehr an der EAE postiert. Zugleich nennt Frank Haspel zwei Varianten: Die Zahl der Bewohner verringern und die Störer aus der Einrichtung herausholen. Diese seien identifiziert, versicherte er. Der Einsatz dauert bis in die Abendstunden hinein an. Er läuft ohne größere Vorkommnisse ab. Die Stimmung ist dennoch aufgebracht. 

Insgesamt 17 Menschen werden wegen Widerstands aus der Einrichtung geholt und gegen die Isolationsbestimmungen verlegt. Sie sollen in die ehemalige Jugendarrestanstalt in Arnstadt gebracht werden, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion. Die Männer hätten sich in den vergangenen Tagen in grober Weise den getroffenen Quarantäneanordnungen widersetzt. Der Einsatz laufe, bis alle Gesuchten festgesetzt wären. Mit dem Einsatz setze die Polizei eine Anordnung des zuständigen Gesundheitsamtes um.

Etwa 200 Beamte sind dem Sprecher zufolge im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes sowie viele Bereitschaftspolizisten. Auch die Feuerwehr sei vor Ort, weil die Störer das Gebäude in Brand setzen könnten.

 

16.03.2020 - Einsatz Asylheim Suhl - Foto: Steffen Ittig

Suhl flüchtlingsheim 17. März Suhl
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Suhl Friedberg 17. März Suhl
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Polizei Asylheim Suhl 16.03.20 Suhl
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Seit Freitag stehen die derzeit etwa 533 Bewohner in der Erstaufnahme Einrichtung in Suhl unter Quarantäne. Ein Bewohner hatte sich hier zuvor mit dem Coronavirus infiziert. Die meisten haben das mit Verständnis aufgenommen, doch leider gibt es auch Menschen, die sich mit aller Kraft dagegen wehren, teilte eine Polizeisprecherin mit. Teilweise versuchten sie schon Beamte zu bewerfen kund zu verletzen. Andere versuchten über Zäune zu steigen und über die Kanalisation zu entkommen. Am Montag wurden auch Kinder in die erste Reihe geschoben. it/cob/fis

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Veröffentlicht am:
17. 03. 2020
15:15 Uhr

Aktualisiert am:
18. 03. 2020
08:59 Uhr

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17. 03. 2020
15:15 Uhr

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