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Suhl/ Zella-Mehlis

Pilzsaison kann die "Hölle im Arsch" bringen

Vielen Pilzsammlern ist der weit verbreitete Hallimasch als Speisepilz bekannt. Woher der Name stammt, ist unklar. Eine Erklärung ist, das der Name von "Höll im Arsch" herrührt.



Der Steinpilz gilt, neben dem Pfifferling, immer noch als beliebtester Speisepilz. Foto: Andreas Knoll
Der Steinpilz gilt, neben dem Pfifferling, immer noch als beliebtester Speisepilz. Foto: Andreas Knoll  

Oberhof - Vielen Pilzsammlern ist der weit verbreitete Hallimasch als Speisepilz bekannt. Woher der Name stammt, ist unklar. Eine Erklärung ist, das der Name von "Höll im Arsch" herrührt. Der Hallimasch wirkt nämlich stark abführend, wenn er zu roh gegessen wird, berichtet Horst Sproßmann vom Thüringen-Forst. Es gibt noch viel mehr, worauf Pilzsammler achten sollten.

Der Herbst ist die klassische Pilzsaison. Ein wechselhafter Sommer mit milden Temperaturen bietet den Pilzen derzeit gute Wachstumsbedingungen, so Sproßmann. Etwa 4300 Pilzarten sind in Thüringen nachgewiesen, rund 300 davon sind essbar und wenige Dutzend davon werden regelmäßig als Speisepilz gesammelt. In jedem Hektar Wald finden sich damit 445 Kilogramm Pilztrockenmasse - das ist mehr, als es dort Bakterien und Tiere gibt.

"Jeder darf im Wald Pilze in geringen Mengen und zum eigenen Verbrauch sammeln", so Volker Gebhardt, Thüringen-Forst-Vorstand. Doch er rät auch zur Vorsicht: In Naturschutzgebieten, die oft auch im Wald liegen, ist das Sammeln verboten. Und dort, wo gesammelt werden darf, sind Regeln zu beachten.

Der Forstmann bittet, nur Pilze sammeln, die später auch verzehrt werden. Denn Pilze spielen im Ökosystem Wald eine wichtige Rolle. Viele Waldpilze stehen unter Schutz und dürfen nicht gesammelt werden. Für die bei Sammlern beliebten Steinpilze und Pfifferlinge gilt aber eine Ausnahmegenehmigung.

Pilze sollten nicht in Plastiktüten, besser im offenen Körbchen transportieren. Die Pflanzen sollte man auch nicht herausreißen, sondern mit einem scharfen Messer ebenerdig abtrennen. So bleibt das Pilzmycel im Boden erhalten. Giftige Pilze sollten stehen gelassen werden. Zum Verzehr durch den Menschen ungeeignet, dienen sie für manche Tiere als Nahrung.

Pilzsaison und Jagdzeit überschneiden sich. Wo Jagden stattfinden, darf der Wald - im eigenen Interesse der Sammler - nicht betreten werden. Generell sollte man nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze pro Woche verzehren, da Pilze schwach radioaktiv belastet sind.

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2020
16:11 Uhr

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27. 09. 2020
16:11 Uhr



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