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Sonneberg/Neuhaus

Schulen brauchen vier Mal mehr Geld

Die Linken im Landkreis haben über Schulen diskutiert. 40 Millionen Euro müssen in die Einrichtungen investiert werden. Für den Unterhalt ist der jährliche Betrag vier Mal kleiner als der Bedarf.



Auf einer Klausurtagung informierten sich die Linken über Schulen im Landkreis. Diskutiert wurde unter anderem über das neue Schulgesetz, das Schulnetz und das Geld, das für die Gebäude nötig ist. Foto: privat
Auf einer Klausurtagung informierten sich die Linken über Schulen im Landkreis. Diskutiert wurde unter anderem über das neue Schulgesetz, das Schulnetz und das Geld, das für die Gebäude nötig ist. Foto: privat  

Sonneberg - Zur ersten Klausurtagung im Landkreis hat sich die Sonneberger Linkspartei kürzlich in der Geschäftsstelle in der Köppelsdorfer Straße getroffen. Rund 20 Mitglieder und Sympathiesanten nahmen an dem Treffen teil, wie Uwe Schlammer, Fraktionschef der Linken im Kreistag, mitteilte. "Mit diesem Veranstaltungsformat soll künftig eine Verknüpfung von Schulung und Gedankenaustausch erreicht werden, welches in Versammlungen zumeist zu kurz kommt", begründete er.

Für die Auftaktveranstaltung hatte man sich das Thema Schulen und Schulnetzplanung vorgenommen. Als Experten hatten die Sonneberger Linken Steffen Kachel, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Bildung, Jugend und Sport der Landtagsfraktion, eingeladen. In seinen Ausführungen erläuterte er zunächst die Eckpunkte des neuen Schulgesetzes. So machte er deutlich, dass mit der Integration des Förderschulgesetzes nicht die Abschaffung der Förderschulen verbunden ist. Diese hätten auch künftig Bestand.

Zur Sprache kamen die neuen Festlegungen zur Mitbestimmung durch Schüler, Eltern und Lehrer an den Schulen, Regelungen zur Schulsozialarbeit. Aufzeigt wurden von Schulformen und Kooperationsmodelle mit Schwerpunkt der Stärkung der Ganztagsschulen sowie die Parameter für Klassengrößen und Schulen. "Deutlich wurde, dass es hier durchaus große Spielräume für eine, gerade auf ländlich geprägte Kreise auszurichtende, Konzeption für das Schulnetz gibt", berichtet Uwe Schlammer.

Investitionsstau

In einem kurzen Abriss zeichnete danach der Fraktionsvorsitzende der Linken im Kreistag die Historie der bisherigen Planungen auf: Beginnend von den vergeblichen Versuchen, eine schlüssige Konzeption in Regie des Kreistages zu finden bis zur Beauftragung des Institutes Bioregio und der Beschlussfassung dessen Konzeption 2015 im Kreistag. Auch legte er dar, welche der Festlegungen des Konzeptes inzwischen durch Einzelbeschlüsse geändert oder gestrichen wurden und was die Ursachen dafür waren. Uwe Schlammer gab eine aktuelle Übersicht zu den Schulen und Schülerzahlen im Landkreis.

Martin Hausdörfer, Bauamtsleiter des Landkreises, hatte ein paar Zahlen dabei: So wurden etwa 120 Millionen Euro seit 1990 in den Bau und die Modernisierung der Schulen investiert. Neu gebaut wurden in diesem Zeitraum die SBBS, das Gymnasium in Neuhaus am Rennweg und die Gemeinschaftsschule in Köppelsdorf. Weitere Investitionen erfolgten auch an anderen Schulstandorten und beim Bau von Sporthallen.

Dennoch bezifferte er den noch immer vorhandenen Investitionsstau auf etwa 40 Millionen Euro. Bei aktuell laufenden Maßnahmen zeigten sich, entsprechend seinen Darstellungen, auch andere Probleme. Dazu gehörten die fehlenden Kapazitäten, angefangen bei Planern bis hin zu Fachfirmen für spezielle Gewerke.

Unterhalt zu gering

Ausschreibungen fanden mitunter keine Anbieter oder überdimensionierte Angebotspreise. Ein großes Problem stellt aus seiner Sicht der laufende Unterhalt der Schulen dar. Notwendig wären dazu jährlich etwa zwei Millionen Euro, real stünden aber nur 500.000 bis 700.000 Euro aus dem Kreishaushalt zur Verfügung. Oftmals könnten dadurch nur Maßnahmen realisiert werden, die Auflagen zur Sicherheit als Ausgangspunkt haben. Dadurch müssen andere, ebenso notwendige Arbeiten immer wieder geschoben werden.

Almuth Beck, die Vorsitzende des Bildungsausschusses des Kreistages, erläuterte die geplante Vorgehensweise bei der Erstellung des neuen Schulnetzplanes. Zunächst will sich der Ausschuss ein Bild von den Schulen machen. Neben Mitgliedern des Ausschusses sollen hier die Direktoren, das Schulamt und die Bürgermeister einbezogen werden. In einer zweiten Runde sollen dann die Schulkonferenzen und weitere Entscheidungsträger hinzugezogen werden. Der daraus resultierende Entwurf geht zur Beratung in die Fachabteilungen, den Bildungsausschuss und die Fraktionen des Kreistages. Die ersten Lesung im Kreistag ist für September vorgesehen, mit dem Ziel, im Dezember zu beschließen.

Keine Schulbezirke

Dem Überblick folgte nun eine Diskussion. Teilnehmer kamen aus allen Gemeinden des Landkreises, die auf spezifische Probleme ihrer Orte aufmerksam machen konnten. Eine klare Absage erteilte man dabei der Wiedereinführung von Schulbezirken. Aus Sicht der Teilnehmer hätte dies wesentlich mehr Nachteile als Vorteile zur Folge. Erste Gedanken gab es auch zu möglichen, im neuen Schulgesetz vorgesehen, Kooperationen - wie diese in der Praxis umgesetzt werden können, werden erst die nächsten Monate zeigen.

 

Die nächste Klausurtagung ist für Mai geplant, voraussichtlich zum Thema "Arbeit in den kommunalen Ortsteil-, Gemeinde- und Stadträten".

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Veröffentlicht am:
12. 02. 2020
14:06 Uhr

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12. 02. 2020
14:06 Uhr



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