Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Meiningen

Zu viele Mauern, zu wenige Brücken

Oft haben wir sie. Manchmal wollen wir sie. Aber brauchen wir sie? Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus? Heute beantwortet Nils Hallmann aus Meiningen diese Fragen aus seiner Sicht.



Nils Hallmann. Foto: Dorothea Brandt
Nils Hallmann. Foto: Dorothea Brandt  

Oft haben wir sie. Manchmal wollen wir sie. Aber brauchen wir sie? Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus? Heute beantwortet Nils Hallmann aus Meiningen diese Fragen aus seiner Sicht:

"Die Menschen bauen zu viel Mauern und zu wenig Brücken" - Isaac Newton

An Aktualität hat das Zitat von Sir Isaac Newton nicht verloren - im Gegenteil - denke ich an das Thema Mauern, habe ich das Gefühl, dass es fast schon charakteristisch für unsere heutige Gesinnung ist. Für mich persönlich stehen sie dabei vor allem als manifestierte Symbole der Abschottung einerseits und des Leids andererseits. Vor den Mauern Europas wird das Mittelmeer zum "Massenfriedhof", um ein Zitat von Papst Franziskus aufzugreifen. Auf der anderen Seite des großen Teiches kämpft der 45. US-Präsident erbittert darum, sein größtes Wahlversprechen - eine Mauer zu Mexiko zu errichten, einzuhalten. Offiziell soll diese Mauer vor allem Drogenschmuggler daran hindern, ihre illegalen Waren in die USA zu überführen. Doch scheint es bei genauerer Betrachtung ebenso ein Symbol der Abschottung und des Wegschauens vor dem Leid zahlreicher Mittelamerikaner zu sein. Im Nahen Osten steht eine Mauer, an deren Geschichte man die Tragik einer ganzen Region ablesen kann. Die israelische Sperranlage, die entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland verläuft, steht symptomatisch nicht nur für den inzwischen Jahrzehnte andauernden Nahostkonflikt, sondern gerade auch für die Verkörperung der festgefahrenen Situation an deren Ende kein Riss im Mauerwerk zu erkennen ist, der auf eine baldige Lösung hindeuten könnte.

Folglich stellen Mauern für mich ein trauriges Symbol dar, dass in erster Linie für gescheiterte Diplomatie, Abschottung und für die zementierten Probleme dieser Welt steht. Doch die deutsche Geschichte steht quasi par excellence dafür, dass Mauern keine Probleme lösen, sie schieben sie nur auf. Doch trotz dieser scheinbar negativen Ausrichtung des Textes soll dies kein Ausdruck von Pessimismus darstellen! Ich glaube fest daran, dass sich diese Probleme, die Mauern nur aufschieben, lösen lassen können. Damit will ich aber auch nicht an einen naiven, ungeprüften Optimismus anknüpfen, sondern dem Ganzen vielmehr die Hoffnung gegenüberstellen - im Bloch’schen Sinne einer konkreten Utopie und somit möchte ich auch mit einem Zitat von Ernst Bloch enden: "Es geht um den Umbau der Welt zur Heimat, ein Ort, der allen in der Kindheit scheint und worin noch niemand war."

Bis Dezember werden sich im Rahmen des Projektes wöchentlich unterschiedliche Teilnehmer der Herausforderung stellen, eine Antwort auf die Frage "Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus?" zu formulieren.

Die Antworten aller Projektteilnehmer sind hier nachzulesen.

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
15:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Elend Ernst Bloch Isaac Newton MT Mauer Naher Osten Nahost-Konflikt Papst Franziskus I. Probleme und Krisen Päpste Tragik Westjordanland
Meiningen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Helga Berger. Foto: Dorothea Brandt

vor 10 Stunden

Erst das Haus, dann den Garten sanieren

Oft haben wir sie. Manchmal wollen wir sie. Aber brauchen wir sie? Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus? Heute beantwortet Helga Berger aus Meiningen diese Fragen aus ihrer persönlichen Sicht » mehr

Saskia Stolz-Resch. Foto: Dorothea Brandt

08.11.2019

Ich würde Mauern einreißen, statt errichten

Oft haben wir sie. Manchmal wollen wir sie. Aber brauchen wir sie? Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus? Heute beantwortet Saskia Stolz-Resch aus Meiningen diese Fragen aus Ihrer ganz persönlichen Sicht. » mehr

Michael Petzold. Foto: Dorothea Brandt

01.11.2019

Vielleicht schützen selbst gesetzte Mauern

Oft haben wir sie. Manchmal wollen wir sie. Aber brauchen wir sie? Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus? Heute beantwortet Michael Petzold aus Meiningen diese Fragen aus seiner ganz persönlichen Sicht. » mehr

Nadine Demharter. Foto: Dorothea Brandt

18.10.2019

Eine Zukunft ohne Mauern

Oft haben wir sie. Manchmal wollen wir sie. Aber brauchen wir sie? Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus? Heute beantwortet Nadine Demharter aus Meiningen diese Fragen aus ihrer ganz persönlichen Sicht. » mehr

Lutz Reukauf.

27.09.2019

Schlechte-Image-Mauer

Oft haben wir sie. Manchmal wollen wir sie. Aber brauchen wir sie? Wie sieht es mit Mauern in deinem Leben aus? Heute beantwortet Lutz Reukauf aus Meiningen/Kaltennordheim diese Fragen aus seiner ganz persönlichen Sicht. » mehr

Pater Stanley ist Mitglied der Schönstattbewegung und sagt: "Priester sind vor allem Diener, nicht Herrscher." Foto: Kerstin Hädicke

20.09.2019

Priester sind vor allem Diener

Ein besonderes Gesicht prägt derzeit die Arbeit in der katholischen Gemeinde Meiningens: Pater Stanley Ekwugha aus Nigeria unterstützt Pfarrer Stephan Burmeister in der Seelsorge und im Gottesdienst. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Hunde-Foto-Shooting mit Angelika Elendt

Hunde-Foto-Shooting Caruso |
» 12 Bilder ansehen

Kastanienkette Ilmenau

Längste Kastanien-Kette | 14.11.2019 Ilmenau
» 5 Bilder ansehen

Rauchentwicklung Tankstelle Waldau Waldau

Rauchentwicklung Tankstelle Waldau | 14.11.2019 Waldau
» 7 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
15:44 Uhr



^