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Meiningen

Spontane Demonstration auf dem Meininger Marktplatz

Über 70 Menschen trafen sich am Donnerstagnachmittag zu einer Spontan-Demo auf dem Meininger Marktplatz, um gegen die aktuellen Vorgänge im Erfurter Landtag zu demonstrieren.



Beifall auf dem Meininger Marktplatz für die Redner. Auch für Anja Lenßen (rechts), die zu der Spontandemo aufgerufen hatte. Fotos: Sigrid Nordmeyer
Beifall auf dem Meininger Marktplatz für die Redner. Auch für Anja Lenßen (rechts), die zu der Spontandemo aufgerufen hatte. Fotos: Sigrid Nordmeyer  

Meiningen - Aufgerufen zu dieser spontanen Demonstration hatte die Schauspielerin Anja Lenßen. Einer der ersten, der zum angekündigten Zeitpunkt gegen 15 Uhr auf dem Meininger Marktplatz eintraf, war der Sprecher des Meininger Bündnisses für Demokratie und Toleranz Ulrich Töpfer (Bündnis 90/Die Grünen), ausgestattet mit einem Megaphon. Das holte er aus seinem Rucksack, sobald klar war, dass sich genügend Leute für eine Kundgebung zusammengefunden hatten. Tatsächlich bildete sich innerhalb von wenigen Minuten eine Menschentraube mit über 70 Menschen vor der Meininger Stadtkirche. Mehrere Polizeibeamte verfolgten das Geschehen in einigen Metern Entfernung.

"Die Wahl des Ministerpräsidenten Kemmerich mit den Stimmen der AfD ist ein Schlag ins Gesicht all derer , die sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus stellen", sagte Ulrich Töpfer. Die Wahl sei kein Fauxpas, sonder Kalkül und bewusst von CDU und FDP in Kauf genommen. "Wir fordern den Rücktritt von Herrn Kemmerich", sagte Töpfer und erklärte, dass Kemmerich "mit der Duldung seiner Wahl durch Stimmen der AfD trotz aller Abgrenzungsbeteuerungen jede Glaubwürdigkeit als Ministerpräsident verloren" habe.

Weiter zitierte Ulrich Töpfer in seiner Ansprache den Landesbischof Friedrich Kramer unter anderem mit folgenden Worten: "Aus christlicher Sicht darf es keine Regierung unter Mitwirkung von Rechtspopulisten und Rechtsextremisten geben. (...) Wir bitten die Mandatsträger der demokratisch gesinnten Fraktionen im Thüringer Landtag, den Weg für Neuwahlen frei zu machen."

Anja Lenßen machte ihr Entsetzen deutlich, das sie am Tag zuvor am Fernsehen ergriffen habe: "Wenn man dann auch noch in die feixenden Gesichter der AfD-Politiker blickt, wird es einem kotzübel." Auch in "unserem bisschen verschnarchten Meiningen" wolle man zusammenstehen. "Wie clever die Politiker sich das alles ausgedacht" hätten, sei offensichtlich. "Wir müssen auch clever sein", sagte sie.

Dass die politischen Parteien und auch Menschen in verantwortlichen Positionen wie Museumsdirektoren so schnell auf die Misere im Landtag reagiert haben, freute Theater-Intendant Ansgar Haag. "Danke, dass Ihr hier seid!", bedankte er sich bei allen Anwesenden, die zu einem großen Teil auch aus Mitarbeitern seines Hauses bestanden.

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- Spontane Demonstration Meiningen - Foto:

2020-02-06
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Pfarrer Tilmann Krause eilte "vom Arbeitsplatz" aus zu den Demonstranten, um unterstützende Worte zu sprechen. Selbst Fambachs ehemaliger Bürgermeister Jürgen Herrmann (BI/SPD) war ebenfalls zur Demo gekommen, "weil man angesichts dessen, was gestern geschehen ist, nicht ruhig auf dem Sofa sitzen kann."

 

Für Samstag ruft das Bündnis für Demokratie und Toleranz ab 13 Uhr zur Kundgebung auf dem Meininger Markt auf. Unter dem Motto "Keinen Millimeter nach rechts" soll gegen eine Landesregierung mit AfD-Unterstützung demonstriert werden.

Autor

Sigrid Nordmeyer
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Veröffentlicht am:
06. 02. 2020
17:44 Uhr

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Autor

Sigrid Nordmeyer

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Veröffentlicht am:
06. 02. 2020
17:44 Uhr



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