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Meiningen

2019 Einweihung nach Brand: Neue Kanzel für die Kirchenburg

Die Dorfansicht mit der Kirchenburg Walldorf suggeriert bereits seit langem wieder Normalität. Im Innern des 2012 abgebrannten Gotteshauses wird aber noch eifrig gewerkelt. Im Mai 2019 soll es wieder eingeweiht werden.



Herausgeputzt hat sich die Walldorfer Kirche. Der Vorplatz ist gepflastert und auch im Inneren hat sich einiges getan. Ein Bild davon machen können sich die Besucher Heiligabend. Eingeladen wird wieder zu zwei Krippenspiel-Aufführungen. Eintrittskarten sind für beide Veranstaltungen erforderlich. Foto: O. Benkert
Herausgeputzt hat sich die Walldorfer Kirche. Der Vorplatz ist gepflastert und auch im Inneren hat sich einiges getan. Ein Bild davon machen können sich die Besucher Heiligabend. Eingeladen wird wieder zu zwei Krippenspiel-Aufführungen. Eintrittskarten sind für beide Veranstaltungen erforderlich. Foto: O. Benkert  

Walldorf - Mehr als sechs Jahre nach dem verheerenden Brand der Kirchenburg in Walldorf (Lkr. Schmalkalden-Meiningen) haben die Gläubigen ein nahes Ziel vor Augen:. «Im Mai nächsten Jahres werden wir unsere Kirche wieder einweihen - sieben Jahre nach dem Feuer», sagte Pfarrer Heinrich von Berlepsch. Eine neue Kanzel gibt es schon - gebaut aus den Balken, die nach dem Feuer geborgen wurden.

«Das ist zwar eine ziemlich lange Bauzeit, aber so ein Kulturbau ist nicht so einfach nur am Reißbrett durchzuziehen.» Die entscheidende Frage, die nach den massiven Zerstörungen geklärt werden musste, war die der Zukunftsfähigkeit: Wie kann diese Kirchen den Menschen in den nächsten Jahrzehnten gerecht werden? «Die Antwort für uns ist eine multifunktionale Kirche», sagte der 64-Jährige, der sich nach den Feiern in den Ruhestand verabschieden wird.

Gemeindekirche, Kinder- und Jugendkirche, Radwege-Kirche, Biotop-Kirche seien einige Schlagworte, um möglichst viele Menschen zu erreichen - Dorfbewohner, aber auch Durchreisende und Individualtouristen. «Wir glauben, dass mit den normalen Sonntagsgottesdiensten nicht alle Antworten auf heutige Situationen heute gegeben werden können.» Auch deshalb gibt es rund um die Kirchenburg Klettergerüste, einen Biotop-Garten, Bienen sowie jede Menge Nistplätze für Mauersegler, Dohlen und Störche. Die Gemeinde fühle sich dem Naturschutz und dem Schöpfungsgedanken verbunden, ergänzte von Berlepsch.

Anfang April 2012 waren Kirchenschiff und Turm aus bislang unbekannter Ursache in Flammen aufgegangen und ausgebrannt. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen, über fünf Stunden kämpften mehr als 100 Feuerleute um die evangelische Kirche, die in ihrer heutigen Form aus dem 17. Jahrhundert stammt. Die Geschichte der Kirchenburg reicht zurück bis ins Mittelalter als Mensch und Vieh dort bei Gefahr Zuflucht fanden.

Die Versicherung finanzierte den Ersatzbau. «Wir haben auch viele Spenden von Bürgern, Vereinen und Firmen bekommen, es fehlt uns aber noch etwas Geld», sagte von Berlepsch, der seit 30 Jahren in Walldorf an der Werra Pfarrer ist.

Äußerlich gleicht das Wahrzeichen des Dorfes mit seinen 3200 Einwohnern wieder dem Original vor dem Brand. Das Innere - durch Feuer und Löschwasser nahezu völlig zerstört - zeigt sich dagegen in einer Kombination von traditionellen und modernen Elementen. Die neuen Glasfenster behandeln zumeist Themen der Schöpfungsgeschichte. Erst vor wenigen Tagen wurde die neue Kanzel eingebaut. Sie besteht aus geborgenen Brandbalken. Auch die überlebensgroße Christus-Figur soll aus alten Brandbalken entstehen. Der Mecklenburger Künstler Walter Green werde einen Christus mit einer einladenden Geste schaffen. dpa

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Veröffentlicht am:
18. 07. 2018
08:11 Uhr

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18. 07. 2018
08:11 Uhr



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