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Ilmenau

Sporthallen öffnen am 1. Juni

Ab 1. Juni dürfen Sportvereine wieder die Turnhallen nutzen. Auch andere Vereinsarbeit ist dann möglich. Die Auflagen aber bleiben hoch.



Turnhallen, wie die "Am Jahnsportpark" in Arnstadt sollen ab 1. Juni wieder für den Vereinssport öffnen. Foto: Berit Richter
Turnhallen, wie die "Am Jahnsportpark" in Arnstadt sollen ab 1. Juni wieder für den Vereinssport öffnen. Foto: Berit Richter  

Arnstadt - "Ab dem 1. Juni können öffnen: Fitnessstudios, Schwimm-, Freizeit- und Erlebnisbäder, Badeseen, Thermen und Gradierwerke soweit jeweils unter freiem Himmel; Vereine, Sport- und Freizeiteinrichtungen und -angebote in geschlossenen Räumen", so steht es in der jüngsten Corona-Verordnung des Landes, die am Dienstag veröffentlich wurde. Für den Landkreis heißt das, dass dann auch die Schulturnhallen in seiner Trägerschaft wieder für den Vereinssport zur Verfügung stehen. Wie genau das umgesetzt werden soll, wird gerade erarbeitet.

"Es wird schwierig. Jede Halle ist anders. Wir werden für jede Halle ein eigenes, darauf abgestimmtes Infektionsschutzkonzept brauchen", erklärt Kay Tischer, Beigeordneter des Landkreises. Grundsätzlich will der Kreis seine Hallen ab dem 1. Juni wieder für den Vereinssport öffnen, Priorität habe aber die schulische Nutzung. Auch dort werde sicher der Sportunterricht mit entsprechenden Regelungen wieder anlaufen, wenn im kommenden Monat alle Klassenstufen in die Schule zurückkehren sollen. "Wir haben aber auch Anfragen, Sporthallen für Prüfungen nutzen zu können", so Kay Tischer.

Wie man die mit der Öffnung verbundenen Auflagen umsetzen kann, das soll in den nächsten zwei Wochen erarbeitet werden. "Wir müssen nach jeder Gruppe lüften, reinigen und am besten auch noch desinfizieren", erklärt Tischer. "Das ist aufwendig und braucht Zeit." Will heißen, "fliegende Wechsel" in der Hallennutzung, wie sie bisher üblich waren, kann es künftig nicht geben. "Wir werden bei den Hallennutzungszeiten Einschränkungen machen müssen", kündigt Tischer an. Ein schnelles zurück zum Stand vor Corona könne es nicht geben.

Die Vereine sollen in den nächsten Tagen kontaktiert werden, um den tatsächlichen Bedarf zu klären. Im Landratsamt hofft man, "dass die Verantwortlichen in sich gehen und schauen, müssen wir jetzt wirklich wieder alles machen", so Tischer. Immerhin gelte das Abstandsgebot weiter. Kontaktsportarten sind tabu, größere Trainingsgruppen nicht möglich. Tischer verweist auch auf die Empfehlungen des Landessportbundes und das für den Sport zuständigen Bildungsministeriums. Demnach müssten Umkleiden und Duschen weiter geschlossen bleiben. Ob der Kreis das nötige Personal für die regelmäßige Reinigung zwischen den unterschiedlichen Trainingsgruppen selbst stellen kann oder die Verein säubern müssen, soll in den nächsten Tagen geklärt werden, ebenso, ob die Vereine eigene Infektionsschutzkonzepte erarbeiten müssen.

Der Kreis stimme sich auch mit den Kommunen und Verwaltungsgemeinschaften ab, die für Turnhallen in ihrer Trägerschaft zuständig sind. Auch diese, so versprach Tischer, sollen ab 1. Juni für dem Vereinssport wieder zur Verfügung stehen. Genutzt werden dürfen alle Hallen aber nur fürs Training. Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie Wettkämpfe bleiben verboten.

Nicht nur begeisterte Sportler fiebern womöglich dem 1. Juni entgegen, auch andere Vereine dürfen ab diesem Tag wieder ihre Tätigkeit aufnehmen, ihre Vereinsräume betreten. "Dann ist das gesamte Vereinsleben wieder freigegeben, außer Dinge mit Außenwirkungen. Also bei Geflügelzüchtern sind zum Beispiel Ausstellungen mit mehreren Vereinen nicht möglich, aber das vereinsinterne Leben schon", so Kay Tischer, der auch darauf hinweist: "Sportvereine dürfen schon jetzt eine Vereinsversammlung machen, andere erst ab 1. Juni. Bis dahin würde es ein Bußgeld geben." Doch auch hier gelte, sich zu fragen, ob es wirklich nötig sei und alle zu Regeln beachten.

Über die Öffnung der Freibäder entscheiden die Kommunen als deren Betreiber. Auch hier soll es in den nächsten Wochen Abstimmungen der Bürgermeister geben. "Ziel ist aber durchaus, dass alle öffnen wollen", weiß Kay Tischer.

Möglich oder nicht?

"Öffentliche Veranstaltungen wie beispielsweise Volks-, Dorf-, Stadt-, Schützen- oder Weinfeste, Sportveranstaltungen mit Zuschauern, Festivals, Kirmes und ähnliche Veranstaltungen, die insbesondere nach ihrem Gesamtgepräge, ihrer Organisation, dem geplanten Ablauf, der Dauer, der Anzahl, der Struktur und der Zusammensetzung der zu erwartenden Teilnehmer oder den räumlichen Verhältnissen am Veranstaltungsort unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Infektionslage am Veranstaltungsort in besonderem Maße geeignet sind, die Ausbreitung der Pandemie zu fördern, sind bis zum Ablauf des 31. August verboten", lautet ein weiter Punkt der Verordnung. Allerdings heißt es auch: "Außer es bestehen infektionsrechtlich keine Bedenken."

Was denn nun unbedenklich sei, definiert das Land nicht. Fest steht, wer eine Veranstaltung durchführen will hat einerseits hohe Auflagen zu erfüllen, begibt sich anderseits auf dünnes Eis. "Die Situation kann sich immer kurzfristig ändern. Wenn die Infiziertenzahlen steigen, dann kann eine Veranstaltung kurzfristig verboten werden. Dann bleibt der Veranstalter, der vielleicht schon Getränke geordert hat oder einen Alleinunterhalter, auf den Kosten sitzen. Eine Entschädigung gibt es nicht", warnt Kay Tischer. "Das muss jedem bewusst sein."

Auch hier sei das Landratsamt gerade in Abstimmung mit den Kommunen und Verwaltungsgemeinschaften, wie man mit Anträgen umgehen wolle. Fest stehe, mindestens eine Woche vor dem geplanten Veranstaltunsgtermin muss dieser im Landratsamt beantragt werden. Auch muss der Veranstalter ein Infektionsschutzkonzept vorhalten. Wer kurzfristiger beantragt muss das Konzept zwingend zur Genehmigung vorlegen. Man könne aber, so Tisch, nicht garantieren, dass es rechtzeitig geprüft werde. "Dann werden wir den Ordnungsämtern empfehlen, die Veranstaltung zu untersagen", so Tischer. Er warnte auch davor, Veranstaltungen, die keine seien, als Demo anzumelden. "Damit tut sich niemand einen Gefallen."

Den potenziellen Veranstaltern müsse aber auch klar sein, dass er für die Einhaltung aller "sehr eng und hart gefassten" Vorschriften die Verantwortung trage. "Er muss das Konzept aufstellen mit sehr vielen Anlagen und sehr engen Beschränkungen und er muss es auch durchsetzen", betont Kay Tischer. "Viele Leute denken jetzt, es ist ja alles wieder beim Alten, aber das ist es lange nicht."

Er rate jedem dazu, "wenn eine Veranstaltung nicht zwingend notwendig ist, dann würde ich sie auch nicht machen. Als Veranstalter kann man so schnell viel falsch machen." Und das koste dann auch sehr schnell in hohes Bußgeld. "Es muss jedem klar sein, es wird kontrolliert." Noch teurer werde es, wenn jemand eine Veranstaltung durchführe, ohne sie anzuzeigen. "Auch diese Tendenzen gibt es", so Tischer.

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Berit Richter
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Veröffentlicht am:
15. 05. 2020
17:06 Uhr

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15. 05. 2020
17:06 Uhr



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