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Ilmenau

ÖPNV in Ilmenau soll komplett neu gedacht werden

Die Stadtlinien in Ilmenau haben sich über viele Jahre hinweg bewährt. Mittlerweile seien sie - zumindest in Teilen - aber nicht mehr zeitgemäß, sagt Oberbürgermeister Daniel Schultheiß. Er regt Veränderungen an.



Seit den 80er Jahren gibt es die Linie A in Ilmenau. Sie könnte nun - wie alle Stadtlinien - auf den Prüfstand gestellt werden. Foto: b-fritz.de
Seit den 80er Jahren gibt es die Linie A in Ilmenau. Sie könnte nun - wie alle Stadtlinien - auf den Prüfstand gestellt werden. Foto: b-fritz.de  

Ilmenau - Auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Ilm-Kreis kommen große Veränderungen zu. Ab dem 1. Juli ist der ÖPNV nicht nur kommunalisiert, ab dann gilt auch ein ganz neues Tarifsystem. Zumindest was Ilmenau angeht, könnte es nach Ansicht von Oberbürgermeister Daniel Schultheiß in absehbarer Zeit aber noch andere Veränderungen geben. Wie er am Dienstag auf Nachfrage von Freies Wort sagte, müsse der Busverkehr in Ilmenau womöglich ganz neu gedacht werden, um auch in Zukunft noch attraktiv zu sein.

"Das komplette Streckennetz muss einer Prüfung unterzogen werden", sagte er. Im Laufe der Jahre seien völlig neue Schwerpunkte entstanden. Einstmals belebte Wohngebiete seien mittlerweile weniger gefragt, die großen Industriefirmen, die einst wichtiger Anlaufpunkt für die Busse waren, gäbe es heute gar nicht mehr. Auch die Nahversorgung habe sich geändert. "Früher sind die Leute noch zu Fuß einkaufen gegangen. Heute sind sie älter und schaffen das gar nicht mehr", so Schultheiß. Um dem aktuellen Bedarf gerecht zu werden, müsse auch über eine komplett neue Liniengestaltung nachgedacht werden.

Tatsächlich stammt der Grundstein für das heutige Liniennetz in Ilmenau aus den 80er Jahren. Damals wurde die Linie A eingerichtet. Mit den Jahren wurde dann immer weiter ausgebaut. Wie etwa zum Werner-von-Siemens-Ring oder am Stollen und nach Unterpörlitz.

Schultheiß denkt aber noch weiter: Womöglich müsse man sogar so weit denken, ganz von einer festen Streckenführung wegzukommen und auch andere Mobilitätsformen in den städtischen ÖPNV einzubeziehen. "Genaue Pläne gibt es aber noch nicht. Es muss nur erstmal darüber gesprochen werden", so Schultheiß.

Eine erste Veränderung in Richtung Zukunft wurde aber bereits am Dienstag in Gesprächen mit der Ilmenauer Omnibusverkehrsgesellschaft angestoßen. Nicht mehr zeitgemäße Haltestellennamen sollen ersetzt werden. Im Detail gemeint sind damit das NPI (Neues Porzellanwerk Ilmenau), das IGI (Industriegebiet Ilmenau) und die Lackfabrik. "Ich verstehe, wenn bisher mit Verweis auf die Tradition an diesen Namen festgehalten wurde", so Schultheiß. Als Universitätsstadt habe Ilmenau aber auch einen stetigen Zuwachs von jungen Menschen. "Die können mit diesen Begriffen überhaupt nichts anfangen und wissen nicht, in welchen Bus sie steigen müssen. Die Haltestellennamen ‚Eichicht‘, ‚Vogelherd‘ und ‚Fischerhütte‘ wären in diesem Zusammenhang praktischer. Und auch die allgemeine Bevölkerung kann damit etwas anfangen."

Neu ist zumindest die Namens-Diskussion aber nicht. In den vergangenen Jahren kam sie bereits mehrfach auf. Bisher wurden die Pläne aus Kostengründen immer wieder verworfen. So müssten nicht nur neue Haltestellenschilder angeschafft, sondern auch die Tonbandaufzeichnungen für die Busse ausgetauscht werden. Schultheiß betonte nun aber, dass die Kosten eigentlich der Kreis zu tragen hätte. "Wir finanzieren unseren ÖPNV-Anteil durch die Kreisumlage. Einer Doppelfinanzierung möchte ich mich daher verwehren", sagte er. Denkbar wäre für ihn, die Änderungen zu einem Fahrplanwechsel vorzunehmen. Da würden sich die Kosten in Grenzen halten, da Ilmenau nicht die einzige Kommune sei, die Änderungen beantragen würde.

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Danny Scheler-Stöhr

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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
15:14 Uhr

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Danny Scheler-Stöhr

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04. 06. 2019
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