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Hildburghausen

Pächter: Teutsche Schule soll Lebenswerk werden

Es rückt kräftig an Schleusingens Großprojekt Teutsche Schule. Inzwischen gibt es einen unterzeichneten Pachtvertrag. Und der Pächter ist gekommen, um zu bleiben.



Der Pachtvertrag ist perfekt: Freude bei Pächter Sascha Böttger, André Henneberg und André Schübel (von links).	Foto: frankphoto.de
Der Pachtvertrag ist perfekt: Freude bei Pächter Sascha Böttger, André Henneberg und André Schübel (von links). Foto: frankphoto.de   Foto: frankphoto.de

Schleusingen - André Schübel, der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft, strahlt an diesem regnerischen Tag. "Es ist ein wichtiger Tag für die Zukunft der Teutschen Schule. Wir haben den Pachtvertrag unterschrieben, und wir sind mit der Küchenplanung einen großen Schritt vorangekommen", sagt er. Die Küche ist der wichtigste Raum in einem Gastronomiebetrieb. Und ein solcher soll sie werden, die Teutsche Schule, Schleusinger Kleinod, denkmalgeschützt, stadtbildprägend. Jahrhunderte stecken in dem alten Fachwerkhaus. In einer spektakulären Aktion war es einen Meter in die Höhe gehievt worden, um es erhalten und wieder nutzen zu können.

Bewerber gesucht!

Interessenten für Jobs in der Teutschen Schule ab September 2020 können sich schon jetzt bewerben per E-Mail an:

info@teutsche-schule.de

An der Küchenplanung hat der Pächter mitgewirkt, wie er auch sonst in die Bauberatungen einbezogen wird. "Wir als Wohnungsgesellschaft verstehen was von Wohnungen, ein Gasthaus haben wir noch nicht eingerichtet", sagt André Schübel. Und deshalb soll auf Hinweis des Pächters die Teutsche Schule jetzt auch nicht elf, sondern zehn Gästezimmer haben. Eines wird Sascha Böttger als Büro und Serviceraum benötigen, wenn er hier die Geschäfte übernimmt.

Aus der Schweiz zurück

In der Küche wird Sascha Böttger, 31 Jahre jung, vor allem selbst stehen. Den gebürtigen Erfurter haben "Heimweh und Sehnsucht" zurückgerufen in die Thüringer Heimat. Von Erfurt, wo er aufgewachsen ist, hat es ihn in die Schweiz gezogen. Hier hat er in großen Häusern Erfahrungen gesammelt und ist Junior-Küchenchef in einem Vier-Sterne-Hotel in Luzern. Dass er leidenschaftlich gerne kocht, wie er sagt, ist dem schlanken, jungen Mann nicht anzusehen. "Ich koche so gut, dass mir immer alles weggegessen wird", scherzt er selbstbewusst. In Luzern werde seine Küche geschätzt.

In dem Schweizer Haus kocht Böttger vorwiegend gutbürgerlich. So will er auch in Schleusingen Speisen kreieren. "Zu dem urigen Ambiente, das das alte Haus ausstrahlt, passt Omas Küche am besten." Das Essen soll stimmen, denn wenn das nicht schmeckt, bleiben die Gäste weg. Das weiß der junge Pächter. Aber er will mehr. "Ich möchte das Gesicht dieses Hauses sein."

Doch die Leute aus der Umgebung sollen sich auch zum Bier hier treffen können. "Dort in die Ecke wollen wir einen großen Stammtisch stellen", zeigt er in den künftigen Gastraum. Auch einen separaten Raum, etwa für Hochzeits- oder andere Familienfeiern, wird es in dem Haus geben. Kurz, es soll eine Stätte für Jung und Alt sein, in der man sich gerne trifft, am Morgen zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Kaffee am Nachmittag oder zum geselligen Zusammensein am Abend. Zu gutbürgerlicher Küche setzt der Pächter auf Produkte aus der Region. Und Sascha Böttger kommt, um zu bleiben. "Die 14 Jahre in der Schweiz waren gut, und ich habe viele Erfahrungen gesammelt, jetzt möchte ich zurück und was Eigenes machen."

Große Erwartungen

Er weiß, dass viele Erwartungen in ihn gesetzt werden und die gastronomische Situation in der Schleusinger Kernstadt derzeit Wünsche offen lässt. "Ich habe den Mut, die Ideen und den Elan, um hier eine Nische zu füllen", versichert er. Er weiß aber auch, dass Schweizer Preise in Südthüringen nicht funktionieren. Die sollen erschwinglich sein.

Aufmerksam gemacht auf dieses Objekt habe ihn der Schleusinger Unternehmer Lutz Rockenstein, "mit dem meine Mutter seit fünf Jahren verheiratet ist", verrät er. Das Konzept, das der junge Mann dem Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft mit seiner Bewerbung vorgelegt hat, überzeugte, sagt André Schübel. Und Sascha Böttger hat auch schon sehr genaue Pläne für seinen Betrieb. Montag ist Ruhetag, ansonsten soll sechs Tage ganztägig geöffnet sein.

Zu den 60 Plätzen im Gastraum sollen noch einmal so viele im Außenbereich kommen, sodass hier bei schönem Wetter zum Beispiel auch Mütter mit Kinderwagen verweilen können. Überhaupt ist das Objekt auch für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Sascha Böttger freut sich auf sein Projekt. Und auch Schleusingens Bürgermeister André Henneberg sieht dem Fortgang der Arbeiten gespannt entgegen. "Wir werden aus dem Stadthaushalt im kommenden Jahr noch einmal 300 000 Euro als Kapitalrücklage an die Wohnungsgesellschaft für das Gebäude weiterreichen", kündigte er vorbehaltlich des Haushaltsbeschlusses an.

Innenausbau im Winter

André Schübel nennt Zahlen. "Gegenwärtig liegen wir bei einer Investitionssumme von 900 000 Euro. Der Rohbau ist fertig, das Dach ist dicht, die Fenster sind vollständig eingebaut. Jetzt im Winter können wir mit dem Trocken- und Innenausbau vorankommen." Heizung, Lüftung, Sanitär werden noch einmal ein großer Brocken werden. Man rechnet dafür mit ungefähr 33 Prozent der Gesamtkosten.

Erklärtes Ziel ist es, am 1. September 2020 die Teutsche Schule als Gasthaus in Betrieb zu nehmen. Ein großes Problem sieht Sascha Böttger im Personalnotstand in der Gastronomie. Schon jetzt können sich Interessenten melden. Auch in den sozialen Netzwerken wird die Teutsche Schule bald eine Rolle spielen. Sascha Böttgers Wunsch ist es, dass Schleusingen einmal, nach vielen Jahren, vom "Alten Wirt" der Teutschen Schule spricht. Denn das soll sein Lebenswerk werden.

Autor

Karin Schlütter
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
00:00 Uhr

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Karin Schlütter

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Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
00:00 Uhr



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