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Hildburghausen

Bürgermeister will Einwohner zu Freibadsanierung befragen

Im Streit um die Sanierung des Hildburghäuser Freibades will der Bürgermeister die Einwohner mitentscheiden lassen. Für den 16. Juli hat er die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates eingeladen.



"Still ruht der See", beginnt das gleichnamige Volkslied von Heinrich Pfeil aus dem 19. Jahrhundert. In Hildburghausen ruht auch das Freibad. Der Bürgermeister will sich nun Mitte Juli noch einmal mit den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen zu dem Thema treffen. Archivfoto: frankphoto.de
"Still ruht der See", beginnt das gleichnamige Volkslied von Heinrich Pfeil aus dem 19. Jahrhundert. In Hildburghausen ruht auch das Freibad. Der Bürgermeister will sich nun Mitte Juli noch einmal mit den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen zu dem Thema treffen. Archivfoto: frankphoto.de  

Hildburghausen - In der Stadtratssitzung vom 25. Juni wurde der Antrag zur "Sanierung des 50 Meter Beckens des Freibades und Beantragung der entsprechenden Fördermittel sowie die Bildung einer Arbeitsgruppe" abgelehnt. "Die darauffolgenden Diskussionen von Stadträten in den verschiedenen Medien machen aus meiner Sicht eine Klarstellung der Geschichte des Antrags und der Auswirkungen des Beschlusses erforderlich", erklärte Bürgermeister Tilo Kummer am Freitag.

Durch den massiven Sanierungsstau im Freibad sind in den vergangenen Jahren trotz der extremen Hitze die Besucherzahlen um nahezu 50 Prozent zurückgegangen. In der Stadtverwaltung wurden Konzepte zur Sanierung erstellt. Beim Land konnte erreicht werden, dass das Bad in diesem Jahr in eine Sonderförderung eingeordnet wurde die spätestens im September beantragt werden müsste. Über diese Förderung wäre ein maximaler Zuschuss von 80 Prozent der Kosten für ein Sportbecken möglich (Sportstättenförderung).

In einem Gespräch mit dem Land wurde klargestellt, dass bei einem Konzept, welches das bestehende 50-Meter-Becken in einen 25-Meter-Schwimmerbereich, zwei 50-Meter-Bahnen und einen durch eine Halbinsel abgegrenzten Nichtschwimmerbereich (Variante eins) teilt, nur die Anteile der 50-Meter- und 25-Meter-Bahnen am Becken förderfähig sind. Die Stadträte beschäftigten sich in der Folge mehrfach mit diesem Thema und beschlossen unter anderem auch, dass auf Grund des desolaten Zustandes des Freibades und der Corona bedingten Hygiene- Bestimmungen das Bad in diesem Sommer geschlossen bleibt.

Stadtrat immer dabei

Die Stadtverwaltung erarbeitete zusammen mit einem Planungsbüro zwei Varianten zur Freibadsanierung, die auch über Freies Wort den Bürgern im April im Rahmen einer Befragung vorgestellt wurden. Das Resultat im Mai fiel eindeutig auf die Variante zwei (50-Meter-Edelstahlbecken und separater Nichtschwimmerbereich). Bei der Vorstellung der beiden Varianten im darauffolgenden Stadtrat wurde noch ein dritter Vorschlag unterbreitet, der in die weiteren Diskussionen mit eingebracht wurde.

In dieser Sonderstadtratssitzung wurde von Bürgermeister und Verwaltung für die Variante zwei geworben, die eine eventuelle Förderung in Höhe von 80 Prozent ermöglichen könnte. Der Stadtrat überwies die Vorlage in den Bauausschuss und den Haupt- und Finanzausschuss.

"Im Zuge der Haushaltsaufstellung für das laufende Jahr wurde in der Zwischenzeit deutlich, dass durch die Corona bedingten Steuerausfälle nur die Sanierung des 50-Meter-Beckens des Freibades bei maximaler Förderung darstellbar ist", berichtet Bürgermeister Kummer. Unter anderem deshalb habe sich der Haupt- und Finanzausschuss entschieden, eine neue Vorlage in den Stadtrat einzubringen, die nur die Sanierung des 50-Meter-Beckens und die damit verbundene Beantragung der Fördermittel vorsah.

"Leider erhielt dieser Antrag im Stadtrat keine Mehrheit und die bereitgestellten Mittel für die Freibadsanierung wurden in der Folge vor Beschluss des städtischen Haushalts anderweitig verwendet. Von manchen Stadträten wurde dieses Vorgehen damit begründet, dass noch nicht klar wäre, in welchem Umfang die Fördermittel wirklich zur Verfügung stünden. Diese Klarheit kann es jedoch immer erst nach erfolgter Antragstellung durch einen Bescheid des Fördermittelgebers geben. Ein Rechtsanspruch besteht vorher nie", erklärte er. Hätte das Land weniger zur Verfügung gestellt, hätte der Stadtrat eine Erhöhung der Eigenanteile, eine zeitliche Streckung der Finanzierung oder das Zurückziehen des Förderantrags beschließen müssen. "Er wäre also immer eingebunden worden", so Kummer.

"Mit der nun getroffenen Entscheidung kann Hildburghausen die einmalige Sonderförderung für Freibäder in Höhe von 80 Prozent nicht mehr in Anspruch nehmen. Gelder für eine sofortige provisorische Reparatur wurden von keiner Fraktion im Haushalt eingestellt. Der Ersatz der defekten Folien in den Becken und eine neue Beckenumrandung würden ohne Förderung mehr kosten, als der Eigenanteil der Stadt an einem zu 80 Prozent geförderten neuen 50-Meter-Edelstahlbecken! Mit der vorhandenen Beschlusslage sieht die Zukunft unseres Freibades leider sehr trübe aus", so Kummer.

Bürger sollen entscheiden

Der Bürgermeister lädt deshalb alle Fraktionsvorsitzenden am 16. Juli zum Gespräch ein, um über die Zukunft des Freibades zu reden. "Ich möchte gern eine Bevölkerungsbefragung durchführen, welche Projekte den Bürgern in den nächsten Jahren am wichtigsten sind. Hier geht es von der Marktsanierung und Innenstadtbelebung über die Entwicklung der Ortsteile nach dem gemeindlichen Entwicklungskonzept bis hin zu Themen wie Festplatz, Sportstätten oder Veranstaltungssaal am Stadttheater. Eine solche Befragung und die damit verbundene aufwändige Vorbereitung durch die Verwaltung macht jedoch nur Sinn, wenn das Ergebnis für den Stadtrat etwas zählt", erklärt Bürgermeister Kummer.

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Veröffentlicht am:
03. 07. 2020
17:28 Uhr

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03. 07. 2020
17:28 Uhr



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