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Wird Altenstein zur "Resterampe"?

Der Altenstein soll nicht Teil der geplanten Mitteldeutschen Schlösserstiftung werden. Das ärgert den Bad Liebensteiner Bürgermeister. Er befürchtet, die Liegenschaft werde damit zur "Resterampe". Die Thüringer Staatskanzlei bestreitet das.



Bad Liebensteins Bürgermeister hat Bedenken, dass die Sanierung des Altensteiner Schlosses mit der geplanten Gründung der neuen Mitteldeutschen Kulturstiftung Schlösser und Gärten ins Stocken gerät. Foto: Heiko Matz
Bad Liebensteins Bürgermeister hat Bedenken, dass die Sanierung des Altensteiner Schlosses mit der geplanten Gründung der neuen Mitteldeutschen Kulturstiftung Schlösser und Gärten ins Stocken gerät. Foto: Heiko Matz  

Bad Liebenstein - Das Land Thüringen verhandelt derzeit mit Sachsen-Anhalt und dem Bund über die Gründung einer Mitteldeutschen Kulturstiftung Schlösser und Gärten. Dort hinein möchte der Chef der Thüringer Staatskanzlei und Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff unter anderem sechs Liegenschaften übertragen, die derzeit im Zuständigkeitsbereich der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten liegen. Dass Schloss und Landschaftspark Altenstein in Bad Liebenstein nicht dazu gehören sollen, hält Bürgermeister Dr. Michael Brodführer (CDU) für "hoch problematisch", zumal es sich seiner Auffassung nach um ein "national bedeutsames Objekt" handele. Er befürchtet, dass mit der Neugründung die bestehende Schlösserstiftung, für die die beiden Bundesländer und der Bund jeweils 100.000 Millionen Euro zur Verfügung stellen, finanziell schlechter gestellt und dort am Ende "eine Resterampe von Liegenschaften" verwaltet wird. "Dann wird das Altensteiner Schloss auch in den nächsten 20 Jahren nicht fertig", malt das Stadtoberhaupt ein düsteres Bild. In das historische Gebäude, das seit vielen Jahren schrittweise saniert wird, müssten bis zur Fertigstellung noch mehrere Millionen Euro investiert werden. "Dafür wird kein Geld mehr da sein", prophezeit Michael Brodführer.

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die aktuell 31 Liegenschaften betreut, habe auf die Auswahl der Objekte für die Mitteldeutsche Kulturstiftung keinen Einfluss gehabt, erklärt Direktorin Dr. Doris Fischer auf Nachfrage. "Wir haben das soweit zur Kenntnis genommen." Von der Thüringer Staatskanzlei sei jedoch versichert worden, dass die bisherige Stiftung finanziell nicht schlechter gestellt werden soll. "Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass die Mittel gekürzt werden, wie sich das jedoch langfristig entwickelt, können wir nicht sagen." Die Sanierung des Altensteiner Schlosses habe man "absolut im Blick", sagt Doris Fischer. Aktuell würden die Planungen für die weitere Konzeption der Räume laufen. Die Finanzierung müsse dann - wie bisher - in Abschnitten gesichert werden. "Es ist uns ein großes Anliegen, den Altenstein mit einer zeitlichen Perspektive zu versehen", betont die Stiftungsdirektorin. Auch aus der Thüringer Staatskanzlei heißt es auf Anfrage, dass die Sanierungsarbeiten von Schloss und Park Altenstein von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten wie geplant fortgesetzt werden. "Die Gründung der Kulturstiftung Mitteldeutschland Schlösser und Gärten wird diese Entwicklung nicht beeinträchtigen."

Auf die Frage nach den Auswahlkriterien für die Objekte, die in die neue Stiftung übergehen sollen, teilt Staatskanzlei-Sprecherin Maria-Theresa Meißner mit: "Seitens der Behörde der Kulturstaatsministerin des Bundes wurde gegenüber Thüringen die Erwartung geäußert, dass nur diejenigen Liegenschaften in die mitteldeutsche Stiftung eingebracht werden sollen, die als national bedeutsam zu bewerten sind." Als ein Maßstab dafür habe hierbei das sogenannte Blaubuch gegolten, in dem alle gesamtstaatlich bedeutenden Kultureinrichtungen in den ostdeutschen Bundesländern zusammengefasst sind.

Thüringen habe sich "für hochrangige Kulturdenkmale entschieden, die prägend für die mitteldeutsche Kulturlandschaft sind, überregionale Bedeutung haben sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und kulturell genutzt werden beziehungsweise genutzt werden können", führt die Sprecherin aus. Da das Finanzvolumen begrenzt sei, hätten nicht alle Schlösser, Gärten und sonstige hochrangige Kulturdenkmale bedacht werden können, "sondern nur solche, die die entsprechenden Auswahlkriterien erfüllen".

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Marie-Luise Otto

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2019
16:14 Uhr

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Marie-Luise Otto

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