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Blumen und Psychologen - Der Tag nach dem tödlichem Schulbusunfall

Am Tag nach dem schweren Schulbusunfall sitzt der Schock noch tief. Zwei Achtjährige sind tot, viele weitere Grundschüler verletzt. Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Die Ursachensuche geht weiter - und eine Diskussion



Schulbusunfall in Thüringen Berka vor der Hainich
Kerzen und Blumen sind an der Unfallstelle zu sehen, an der ein Schulbus verunglückt ist.   Foto: WichmannTV

Kerzen und Blumensträuße haben Trauernde an dem Hang etwas außerhalb von Berka vor dem Hainich abgelegt. Die Pflanzen erinnern an diesem tristen Januarmorgen an den Schulbusunfall, bei dem zwei Kinder starben und viele weitere verletzt wurden. Auch ein Andachtsgottesdienst war am Freitagabend im Heimatort der toten Kinder geplant.

23.01.2020 - Schulbusunglück nahe Eisenach - Foto:

Schulbusunfall in Thüringen Berka vor der Hainich
Schulbusunfall in Thüringen Berka vor der Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich
Schulbusunfall nahe Eisenach Berka vor dem Hainich

Auf dem Weg von Eisenach zur Grundschule in dem kleinen Ort im Wartburgkreis rutschte am Donnerstagmorgen ein Bus mit 23 Kindern auf eisglatter Strecke und stürzt in einen Graben. Ein Mädchen und ein Junge im Alter von acht Jahren sterben. 21 weitere Kinder zwischen acht und elf Jahren werden nach Polizeiangaben verletzt, zwei von ihnen schwer. Der Busfahrer erleidet einen Schock. Alle kommen in Krankenhäuser.

Einige Schüler hatten am Freitag das Krankenhaus verlassen, und waren schon wieder in der Schule, wie Karola Hunstock sagte. Sie ist die Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft, Hainich-Werratal, zu der Berka gehört. «Aber manche Kinder werden auch noch stationär betreut», fügte Hunstock hinzu.

Schulpsychologen hatten am Freitag in der betroffenen Grundschule ihre Arbeit aufgenommen. «Alle gehen sehr professionell vor», sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Den Eltern war es freigestellt gewesen, ihre Kinder am Freitag in die Schule zu lassen.

«Aus allen Klassen sind Kinder da», sagte der Ministeriumssprecher vor Ort. Die Schulpsychologen sollten solange an der Grundschule bleiben, wie es die Fachleute für nötig halten. Dass der Montag ein normaler Unterrichtstag werde, sei unwahrscheinlich. «Auch Alltag soll wieder einkehren, aber man muss aufpassen, dass der Unfall angemessen verarbeitet wird», erklärte der Sprecher.

Die Polizei hatte am Freitag bereits mit der Untersuchung des geborgenen Unfallbusses begonnen. Persönliche Gegenstände der Kinder aus dem Bus, wie etwa die Schulranzen, seien sichergestellt und an die Eltern herausgegeben worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Nach ersten Ermittlungserkenntnissen gibt es keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder ein Fehlverhalten des Fahrers. Fest stehe, dass es in dem Bus Sicherheitsgurte gab. Ob die Kinder angeschnallt waren, konnte eine Polizeisprecherin weiterhin aber nicht sagen.

Nach Informationen des Verbands Mitteldeutscher Omnibusunternehmer handelte es sich um eine außerplanmäßige Linienfahrt. «Im Linienverkehr gilt keine Anschnallpflicht, egal ob es Gurte in dem Bus gibt oder nicht», sagte Verbandschef Tilman Wagenknecht. Daher müssten die Fahrer in solchen Fällen auch nicht zum Anlegen der Gurte auffordern.

Thüringens Landeselternsprecher Roul Rommeiß mahnte eine Diskussion über Sicherheit in Schulbussen an. Es müsse immer wieder überprüft werden, wie die Sicherheit der Kinder erhöht werden könne, sagte er. Dazu gehöre auch das Anlegen von Gurten. Zudem müsse jeder Schüler im Bus einen Sitzplatz haben. Dazu brauche es aus seiner Sicht ein echtes Schulbussystem statt Linienbusse, erklärte Rommeiß.

Der Schülerverkehr erfolgt nach Auskunft des Verkehrsministeriums in Thüringen überwiegend über Omnibusse des öffentlichen Linienverkehrs. Diese sind von der Gurtpflicht ausgenommen.

Eine Änderung der bundesweiten Regelung zur Gurtpflicht in den Linienbussen hält das Thüringer Verkehrsministerium nicht für angebracht. Dies sei mit Blick auf den häufigen Fahrgastwechsel auf Buslinien - anders als bei Reisebussen - nicht praktikabel, erklärte Sprecherin Antje Hellmann. Zudem gebe es im öffentlichen Nahverkehr eine Mitnahmepflicht im Rahmen der verfügbaren Sitz- und Stehplätze.

«Wie die Statistiken immer wieder beweisen, ist die Fahrt mit dem Bus eine der sichersten Beförderungsarten in Deutschland», konstatierte Hellmann. Das bestätigt auch Busverbandschef Wagenknecht: «Der Bus ist mit großem Abstand das sicherste Verkehrsmittel auf dem Weg zur Schule.» Nach Zahlen des Landesamtes für Statistik waren 2018 gut 9900 Kraftfahrzeuge in Verkehrsunfälle in Thüringen verwickelt - darunter 89 Busse. Abschließende Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor.

dpa

 

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Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 01. 2020
14:34 Uhr

Aktualisiert am:
24. 01. 2020
15:34 Uhr

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24. 01. 2020
14:34 Uhr

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24. 01. 2020
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