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Obduktion nach Tod im Kreißsaal: Mutter und Kind verbluteten

Im Fall des tragischen Todes von Mutter und ihrem Neugeborenen im Klinikum Kulmbach liegt jetzt das Ergebnis der staatsanwaltlichen Untersuchung vor. Beide erlagen inneren Blutungen.



"Das Gutachten der Obduktion liegt vor. Das Kind ist infolge einer Blutung unter der harten Hirnhaut verstorben", sagte Potzel unserer Zeitung. Vereinfacht gesagt trat ein Blutstau auf, der Druck auf das kleine Gehirn erzeugte.

Das Gutachten des rechtsmedizinischen Institutes in Erlangen spricht von einem "zentralen Regulationsversagen". Auch der Tod der Mutter sei, sagt Potzel, infolge einer inneren Blutung ebenfalls eingetreten. Im Ergebnis hatte die 33-Jährige nicht mehr genug Blut. Das Gutachten spricht von einem "Volumen-Mangel-Schock". Die Frau ist also nach einer Operation verblutet.

Die Frau war Anfang Dezember ins Klinikum Kulmbach zur Entbindung gekommen. Im Laufe der Schwangerschaft hätten sich keine Komplikationen eingestellt, sagte der Vater des Kindes, der Weidenberger Robby Handschuh (36). Deshalb habe sich die Mutter für eine ganz normale Geburt entschieden, auch gegen einen Kaiserschnitt.

Allerdings sei das Kind auf die Welt gekommen und habe nicht geatmet. Die Ärzte versuchten vergeblich, es zu beatmen. Auch die Frau sei zu einer Operation weggefahren worden, habe sich sogar noch von ihrem Mann verabschiedet. Stunden später sagten die Ärzte ihm, sie sei auch verstorben.

Dr. Benno Lex, der Leitende Arzt in der Geburtshilfe Kulmbach, sprach damals von einem "schicksalhaften" Verlauf. Die Ärzte selbst haben die Polizei gerufen, auch sie wollten wissen, ob sie etwas falsch gemacht hätten. Er bestätigte unserer Zeitung: "Wir waren extrem gut personell ausgestattet zu diesem Zeitpunkt." Die "volle Aufmerksamkeit des Teams galt dieser Entbindung". Trotzdem gebe es Situationen, in denen Ärzte völlig machtlos seien.

Genau dies hat jetzt wohl das Gutachten bestätigt: Die Ärzte treffe keine Schuld. Oberstaatsanwalt Potzel drückt das so aus: Es gebe nach dem jetzigen Stand "keine aktuellen Verschuldensvorwürfe oder Anhaltspunkte für ein Verschulden der Ärzte."

Jedoch ist das Verfahren noch nicht beendet, denn die Staatsanwaltschaft will noch ein zusätzliches Gutachten einholen. In solchen Fällen gebe es "routinemäßig eine zweite Abklärung". Wann diese beendet sein wird, steht noch nicht fest

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Otto Lapp

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Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
14:40 Uhr

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09. 01. 2019
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