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Vor 80 Jahren: Der "Kapitän" begründet die große Opel-Zeit

Es war der Vertreter der guten alten Zeit bei Opel. Jedes Kind kannte ihn, und auch wenn es "Admiral" und später "Diplomat" gab - der "Kapitän" war mehr als vier Jahrzehnte lang das eigentliche Flaggschiff der Marke. Immer mit selbsttragender Karosserie und immer mit Sechszylinder-Motor. Vor 80 Jahren stand er erstmals in den Autohäusern mit dem Blitz.



 

Der Kapitän war das letzte vor dem Zweiten Weltkrieg konstruierte Opel-Modell. Er wurde Ende 1938 als Nachfolger des "Super 6" vorgestellt. Es gab ihn als Limousine mit zwei oder vier Türen sowie als Cabriolet. Bis zur kriegsbedingten Einstellung der Produktion wurden 25 374 Exemplare gebaut, davon 4563 Cabrios.

Im Jahr 1948 verließ der erste Nachkriegs-Kapitän das Werk in Rüsselsheim. Den ersten Großauftrag erteilt die US-Regierung. In der Zeit des Wirtschaftswunders wurde er zum Synonym von Fortschritt, Wohlstand und Zuverlässigkeit. Der 2,5 Liter große Sechszylinder, ein "autobahnfester Kurzhub-Motor" mit hängenden Ventilen leistete 55 PS und beschleunigte den Wagen auf Tempo 126.

Im Mai 1950 kündigte das Unternehmen "Neues vom Opel Kapitän" an: Vom Vorkriegsmodell unterschied sich die nun ausschließlich viertürig lieferbare Limousine durch eine moderne Lenkradschaltung sowie einen überarbeiteten Innenraum und runde Scheinwerfer. Für den nun 58 PS starken Sechszylinder, der auch im Lastwagen Opel Blitz zum Einsatz kam, entfielen ab sofort sämtliche Einfahrvorschriften.

Im Juli 1958 erschien der Opel Kapitän P mit einem 2,5-Liter-Motor und 80 PS. Lieferbar waren auch eine L-Version (Aufpreis 750 Mark) und ein Overdrive-Getriebe für 650 Mark. Heckflossen und viel Chrom kamen aber nur mehr begrenzt an, schon nach einem Jahr wurde das Modell abgelöst. Die neue Karosserie war für besseren Einstieg hinten nicht mehr so stark heruntergezogen. Mit dem auf 2,6 Liter vergrößerten Hubraum stieg die Leistung auf 90 PS, die Höchstgeschwindigkeit auf 150 Stundenkilometer.

Der Wagen wurde der erfolgreichste Kapitän überhaupt. Zeitweise gehörte er zu den meistverkauften Sechszylindern Deutschlands Nach dem bis Mitte 1960 verwendeten Overdrive bot Opel erstmals ein automatisches Drei-Gang-"Hydramatic"-Getriebe an und ab 1962 eine Servolenkung. Ab 1964 stieg der Kapitän dann in die Oberklasse auf. Die entstandene Lücke in der oberen Mittelklasse schloss bald darauf der Commodore.

Erst im Frühjahr 1970 endete nach 32 Jahren und 474 189 Exemplaren die Ära Kapitän und der Name wurde aufgegeben. Den Admiral aus der KAD-Reihe baute Opel noch bis Juli 1976, den Diplomat bis Juli 1977. Dann endete die ganz große Zeit im Zeichen des Blitzes.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
23. 08. 2018
21:00 Uhr

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23. 08. 2018
21:00 Uhr



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