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Spannung bei Fiat 500 und Panda

"Inspiriert von sich selbst" - den Spruch muss man sich erst mal trauen. Wirklich übertrieben aber ist der Slogan gar nicht. Immerhin haben sie bei Fiat mit dem Cinquecento eine Ikone erst wiederbelebt und dann behutsam gepflegt.



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Knapp 13 Jahre ist das jetzt her – und seither haben sie gut 2,2 Millionen Exemplare an die Frau gebracht, gelegentlich auch an den Mann. Und die Liebe ist keine regionale: Acht von zehn Fiat 500 werden außerhalb der Landesgrenzen verkauft.

Einen Trend indes haben die Italiener lange ignoriert: Beim emotionalen Cinquecento – wie auch beim Rustikal-Klassiker Panda – waren bislang ausschließlich Verbrenner am Werk, erst jetzt kommt ein bisschen Kraft aus Wicklung dazu. Dem südländischen Selbstbewusstsein allerdings hat der späte Einstieg kein bisschen geschadet: "Wir wollen die Führung im Hybrid-Markt", heißt es aus Turin wenig bescheiden.

Unter den Fronthäubchen arbeitet ein neuer 70-PS-Benziner mit dem Hubraum dreier Bierdosen im Verbund mit einem 12-Volt-Starter-Generator. Vorrangig gespeist aus Bremsenergie hält ein Lithium-Ionen-Akku bis zu 11 Ah bereit und greift dem Verbrenner bei Bedarf mit bis zu fünf PS unter die Kolben. Derlei Hilfestellung macht sich vor allem beim Start bemerkbar. Das nur 77 Kilo leichte Aggregat schnattert munter los und hält Kult-Kugel wie "Tolle Kiste" auch außerorts ordentlich am Rollen.

Zur neuen Sparsamkeit von 88 Gramm CO2 (Panda: 89) trägt auch das Getriebe bei, dessen zusätzlicher sechster Gang besonders lang übersetzt ist. Kollateralnutzen des umgebauten Räderwerks: Die gesamte Antriebseinheit duckt sich fast fünf Zentimeter tiefer in den Motorraum – und wer gerne agil unterwegs ist, dem kann der Schwerpunkt gar nicht weit genug unten liegen.

Auch abseits harter Technik setzt Fiat künftig auf mehr Nachhaltigkeit. Die Sitzbezüge der bewusst in "Tau-Grün" gehaltenen Launch-Edition bestehen komplett aus recyceltem Kunststoff – zehn Prozent davon, versprechen die Italiener, wurden sogar aus den Weltmeeren gefischt.

In Sachen Fahrwerk schlagen sich beide Mild-Hybriden gut. Der 500er punktet dank seines kurzen Radstandes wie ehedem mit Wendigkeit und flotter Kurvenfahrt, im deutlich praktischer veranlagten Panda überzeugt der gelungene Kompromiss für Last und Laune. Hier wie dort aber dürfte die Lenkung gerne stärker vermelden, was sich an den Vorderrädern tut.

Ab 13 490 Euro öffnet sich die Tür für den unter Strom gesetzten Panda, der elektrifizierte Fiat 500 startet 500 Euro drüber. Womöglich aber lohnt bei letzterem noch ein klein wenig Geduld. Für Mitte des Jahres verspricht Fiat die reine Akku-Variante. Das wäre dann schon Ikone 3.0.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
21. 03. 2020
10:45 Uhr

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21. 03. 2020
10:45 Uhr



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