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Der neue Opel Zafira ist ein richtiger Bus. Und mit zwei Radständen und drei Längen extrem variabel.



Der neue Zafira Life zielt auf diejenigen, bei denen es in Sachen Abmessung mehr sein muss als bloß ein Kombi - und die es etwas komfortabler brauchen als Lieferanten und Handwerker im baugleichen Vivaro.   » zu den Bildern

Der Countdown läuft: Nächsten Samstag zündet Opel nach dem Combo die nächste Stufe seines Raum-Programms. Der neue Zafira Life zielt auf diejenigen, bei denen es in Sachen Abmessung mehr sein muss als bloß ein Kombi - und die es etwas komfortabler brauchen als Lieferanten und Handwerker im baugleichen Vivaro. Als da wären: Taxifahrer, Shuttle-Dienste oder auch die etwas größere Familie. Und weil bei diesem Publikum die Ansprüche unterschiedlicher kaum sein können, ist das Platz-Konzert mit zwei Radständen und drei Fahrzeuglängen entsprechend vielstimmig.

In seiner S-Version kommt der Zafira auf 4,60 Meter, normal auf 4,95 Meter und als L-Version mit langem Überhang auf 5,30 Meter. Damit lassen sich bei maximal 1,3 Tonnen Zuladung zwischen 3,6 und 4,9 Kubikmeter Fracht transportieren oder bis zu neun Personen. Selbst bei Surfbrett oder sonstigem Sperrgepäck muss Opels Großer nicht passen. Bis 3,50 Meter lange Getüme lassen sich bei langem Radstand verladen, wenn man den Vordersitz umklappt.

Apropos: Die Bestuhlung – auf Wunsch und gegen Aufpreis in Leder und vorne sogar mit Massage-Funktion – lässt sich munter verschieben, klappen und selbstverständlich auch ausbauen. In der besonders luxuriösen VIP-Version kann man für die kleine Konferenz zwischendurch die mittleren Fauteuils sogar Richtung Heck drehen. Und selbstverständlich hält die Lounge auf Rädern auch 230 Volt für all die vielen Laptops bereit.

Hält man also auf sich, wahlweise seine Mitarbeiter, ist die Basis-Variante im Grunde tabu. Zwar sind Klimaanlage (nur vorne) und Radio auch dort an Bord, kommod mit Glasdach, Head-up-Display und Bi-Xenon-Scheinwerfern wird’s aber erst ab der Version "Innovation". Da hat es dann auch ein Ausstellfenster in der Heckklappe und Schiebetüren, die sich per Fuß-Schwenk öffnet. Je nach Ausstattung lassen sich zudem bis zu zweieinhalb Tonnen achtern an den Haken nehmen. Allerdings muss man für die gepflegte Ausfahrt halt auch ein wenig mehr anlegen.

Wer von der Opel-typischen Nase abgesehen die eine oder andere Ähnlichkeit mit Peugeot Traveller, Citroen Spacetourer oder Toyota ProAce Verso entdeckt, liegt so verkehrt nicht. Der Zafira Life entstammt einem Gemeinschaftsprojekt der Japaner mit dem PSA-Konzern, der auch die Motoren liefert – allesamt mit AdBlue-Einspritzung. So arbeiten hinter dem Blitz französische Diesel mit 102 und 120 PS (1,5 Liter Hubraum) oder 155 und 177 (2,0 Liter). Der Top-Motor ist serienmäßig an eine sanft sortierende Acht-Stufen-Automatik geflanscht, der Rest sortiert sich – gelegentlich etwas hakelig – über ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe.

Innerorts kommt man mit den kleinen Triebwerken durchaus gut voran, wer jedoch öfters zügig fährt oder gerne mal mit voller Hütte, sollte sich weiter oben orientieren. So oder so muss man kein umgebautes Nutzfahrzeug mit Starrachse vermuten: Hinten gibt es Querlenker mit Schraubenfedern, die den Zafira auch in schnellem Geschlängel ordentlich im Lot halten. Die Lenkung allerdings dürfte eine Spur direkter sein. Dafür erweist sich der Wendekreis mit 11,30 Metern (12,40 Meter in der Langversion) noch als erfreulich City-freundlich. Und: Mit einer Höhe von rund 1,90 Metern ist auch die Parkhaus-Einfahrt kein Hindernis.

Für alle, die gelegentlich mal neben der Spur sein wollen oder müssen, bietet Opel alternativ zur Traktionskontrolle IntelliGrip auch eine echte 4x4-Variante an, für die der französische Offroad-Spezialist Dangel den Visko-gekuppelten Allradantrieb samt massivem Unterfahrschutz beisteuert. Derart ausgerüstet meistert der Zafira Life mühelos selbst richtig schweres Geläuf. Allerdings schlägt der Umbau zum Geländegänger auch mit knapp 8000 Euro extra zu Buche.

Bereits ab Werk erkennt jeder Zafira Fußgänger und bremst zur Not selbstständig. Auf Wunsch hält er Tempo, Abstand, äugt in tote Winkel und warnt bei Müdigkeit. Eine Rückfahrkamera überträgt ihr Bild je nach Ausstattung auf den Innenspiegel oder den Sieben Zoll-Monitor und wer will, kann sich von Opel Connect per Live Navigation und Echtzeit-Verkehrsinfos leiten lassen.

Die Türen in den Blitz-Bus öffnen sich ab 34 660 Euro, der Zwei-Liter-Diesel mit langem Radstand startet bei 40 710 Euro, und in der Lang-Version "mit allem" bringt man locker eine Fünf nach vorne. Das ist nicht wenig Geld, aber eben auch viel Auto. Womöglich aber lohnt auch noch ein klein wenig Geduld. Für Anfang 2021 verspricht Opel einen rein elektrischen Zafira.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
11:45 Uhr

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