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718 GT4: Der Rallye-Porsche

Einst war der Rallyesport klassisches Geläuf für Porsche.



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Doch die großen Erfolge liegen weit zurück. Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre feierten unter anderem Vic Elford und Björn Waldegard Erfolge mit dem 911er bei der legendären Rallye Monte Carlo. Es folgten Siege bei der Rallye Dakar 1984 mit dem 953 und 1986 mit dem 959. Doch dann wurde es still abseits der Rundstrecke. Fortan jagten Privatiers über Wertungsprüfungen.

Nun feilen sie bei Porsche ernsthaft an einer Rückkehr. Nicht als Werks­team, aber mit einem Kundensport-Programm. Die Motorsport-Abteilung in Weissach tüftelt an einem 718 Cayman GT4 Clubsport nach FIA R-GT-Reglement. Läuft alles nach Plan, könnte der Wagen schon in der Saison 2020 zum Einsatz kommen.

Entscheidend für den Schritt war die positive Resonanz auf die Vorstellung des Cayman Concept Car bei der ADAC Rallye Deutschland im vergangenen Jahr. Romain Dumas pilotierte den Renner als Vorausfahrzeug. In gepflegter Querfahrt – vor allem aber mit verdammt schnellen Zeiten.

"Die Marke Porsche soll sympathisch und erreichbar bleiben", sagt Motorsport-Chef Frank-Steffen Walliser. Etwas, das bei Rundstrecken-Einsätzen mit teilweise siebenstelligen Budgets pro Saison nur wenigen vergönnt ist. Rallye hingegen sei eher Breitensport. In Deutschland sowieso – aber ganz klar schielt Porsche dabei auch auf Märkte ohne klassische Rundstrecken-Tradition.

Ganz billig wird der Quertreiber-Spaß trotz allem nicht – aber ziemlich sicher dürfte der Rallye-Porsche unter dem Niveau von aktuellen Allrad-Autos nach R5-Reglement liegen. Die sind "rennfertig" für runde 190 000 Euro plus Steuer zu haben, für das Prädikat "siegfertig" kommen nochmal geschätzte 40 000 dazu. Auch wenn manche da schlucken – im Motorsport geht so etwas locker als erschwinglich durch.

Anders als die Konzeptstudie soll der künftige Rallye-Bolide nicht auf dem bis 2018 gebauten Cayman GT4 basieren, sondern auf dem Anfang Januar vorgestellten 718 Cayman GT4 Clubsport. Der schöpft satte 425 PS aus einem 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer. Und: Beim Bau einiger Karosserie-Komponenten verwenden sie in Weissach erstmals einen Verbundwerkstoff aus Biofaser.

Um die 120 Autos sollten sich absetzen lassen, kann sich Walliser vorstellen. Zu technischen Details indes will er wenig sagen. Zu viel sei noch mit dem Weltverband FIA zu besprechen. Herauskommen soll in jedem Fall ein guter Mix aus Performance und vernünftigen Kosten durch Serienteile. Genau da sieht sich Porsche gegenüber anderen im Vorteil. Walliser: "Ein teures Serienauto macht man leichter zu einem billigen Rennauto als ein billiges."

Doch mit dem Kauf ist es nicht getan. Rallyesport verlangt auch Service vor Ort. Den will Porsche vorrangig über Dritte gewährleisten und verweist auf die Rundstrecke. Dort bediene man sich ja auch der Erfahrung von Spezialisten wie Manthey Racing.

Für Schotter wird der 718 GT4 eher nicht gebaut. Der Wagen soll ein Asphalt-Auto werden. Mit womöglich starker Konkurrenz. "Allein werden wir wohl nicht bleiben", glaubt Walliser. Denn wo Porsche hingeht, würden andere Hersteller gerne mal folgen. Und auch einen Cup kann er sich vorstellen. Ähnlich wie es Opel mit dem Adam erfolgreich vorgemacht hat.

Dem Rallyesport kann derlei nur gut tun ...

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
12:00 Uhr

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