Seit zwei Jahrzehnten schon macht sie den Mund auf, zeigt Gesicht, mahnt und warnt. Dorothea Schneider weiß sehr genau, wie es ist, mehr und mehr bedrängt zu werden. An beleidigende Sprüche aus der rechtsextremen und rechtspopulistischen Ecke und sogar aus der sogenannten bürgerlichen Mitte ist sie inzwischen fast schon gewöhnt. Dass jemand vor ungefähr einem Jahr die Reifen ihres Autos zerstochen hat, war ein Angriff, der auf einer anderen Ebene stattgefunden hat. Die Reaktion der Frau, die Ende dreißig und Vorsitzende des Vereins „Augen auf – Zivilcourage zeigen“ in Zittau ist, ist ein bisschen typisch dafür, wie Menschen wie sie inzwischen auf den Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft reagieren.