Zella-Mehlis Die Püppe steht nie wieder hinterm Einsiedel-Tresen

Die Püppe vom Zella-Mehliser Einsiedel -Berta Ruck. Foto: frankphoto.de

Die bekannteste Zella-Mehliser Wirtin ist tot.

Die Püppe – Berta Ruck – steht nie wieder hinterm Tresen in ihrem Einsiedel. Das alte Gasthaus mit dem in die Jahre gekommenen Charme war ihr Leben. Dort erblickte sie im Juli 1943 das Licht der Welt, dort hat sie einst ihren Spitznamen erhalten, unter dem sie die Zella-Mehliser und viele Menschen in der ganzen Region kannten. Es sollen französische Soldaten gewesen sein, die damals die kleine süße Berta einfach „Püppi“ nannten.

Die Zella-Mehliserin war nicht nur Zeit ihres Lebens Gastronomin aus Leidenschaft, sondern ganz sicher die älteste Veranstalterin von Diskoabenden. Es gibt wohl kaum einen Zella-Mehliser, der nicht irgendeine Geschichte über die Wirtin und die Samstagabende bei ihr zum Besten geben kann.

Das Einsiedel war berühmt und auch berüchtigt dafür, dass es so manche handfeste Auseinandersetzung gab. Legendär sind die Erzählungen, wie die couragierte Wirtin Stänkerer unter den Gästen mit ein paar Ohrfeigen zur Räson brachte. „Aber je älter ich werde, desto mehr lieben sie mich. Es gibt selten noch eine Schlägerei, und die Polizei muss kaum noch kommen“, erzählte sie der Autorin kurz vor ihrem 70. Geburtstag.

Berta Ruck war ein Zella-Mehliser Original. Ihre Kittelschürze, die sie immer trug, war genauso Kult wie ihr Hund Bodo, dessen Name sogar für diverse Gerichte auf der Speisekarte herhalten musste.

Seit 1967 hat Berta Ruck das urige Wirtshaus betrieben, das 1902 als Gaststätte eingeweiht und 1928 von Familie Ruck übernommen wurde. 2017 feierte die „Püppe“ ihr goldenes Einsiedel-Jubiläum und hatte damals angekündigt, noch lange nicht ans Aufhören zu denken...

In der Stadt, aber auch in sozialen Netzwerken wurde die Nachricht vom Tod der legendären Wirtin mit großer Traurigkeit und Betroffenheit aufgenommen und vorgeschlagen, die Fahnen vor dem Rathaus auf Halbmast zu setzen. bk      

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