Zehn Jahre Partner Nett, netter, Meininger!

Städtepartnerschaften sind eine feine Sache. Wenn dann auch noch die Partnerstädte beide den gleichen Namen tragen, ist Verbundenheit und Freundschaft vorprogrammiert. Das zeigte sich am Wochenende, als die Meininger aus Vorarlberg in Meiningen zu Gast waren.

Zehn Jahre ist es jetzt her, dass die Bürgermeister von Meiningen in Vorarlberg, Thomas Pinter, und Meiningen in Südthüringen, Reinhard Kupietz (1992 – 2012), im hiesigen Rautenkranz den offiziellen Partnerschaftsvertrag unterzeichneten. Doch die Kontakte zwischen der österreichischen Gemeinde mit 2400 Einwohnern und der gut zehn Mal größeren südthüringischen Stadt werden schon deutlich länger inoffiziell gepflegt. Das zeigte sich auch am Wochenende, wo aus Anlass des Jubiläums eine gut 25-köpfige Delegation aus dem schönen Vorarlberg ins nicht minder schöne Südthüringen gereist war. Die Einladung dazu hatte der hiesige Bürgermeister Fabian Giesder schon vor drei Jahren bei einem Besuch mit Stadträten und Vertretern von Feuerwehr und Vereinen bei den Partnern am Rhein ausgesprochen.

Nett, netter, Meininger! So möchte man am Ende des Wochenendes voller Begegnungen die Steigerungsform von nett umformulieren. Meininger passen einfach gut zu Meiningern. Das zeigte sich schon am Freitagabend beim offiziellen Empfang der Freunde im Rahmen der festlichen Feuerwehr-Hauptversammlung im Gerätehaus. Da gab es schon die ein oder andere Umarmung und große Freude über das Wiedersehen. So natürlich auch von den Offiziellen, sprich den Bürgermeistern der Partnerstädte. Fabian Giesder als auch Thomas Pinter lobten die Kontakte und sprachen ihre Hoffnung aus, dass diese nach den Tiefen der Corona-Pandemie wieder intensiviert werden können – auf offizieller Ebene ebenso wie auf der von Feuerwehr und Vereinen, aber auch der privaten. Thomas Pinter lud die hiesigen Meininger ein, nach Vorarlberg zu kommen und sich zu melden. Nicht fehlen durfte an dem Abend auch der Austausch von Gastgeschenken. Pinter hatte von einer heimischen Künstlerin die aus den 50er-Jahren stammende Gemeindeverwaltung, welche heute schon Denkmal-Charakter habe, malen lassen. Dazu gab es original Meininger Hochprozentiges. Fabian Giesder überreichte seinerseits ein Symbol ewiger Freundschaft – beide Meiningen-Wappen in einen Stein gemeißelt.

Schon am Freitagabend zeigten sich die österreichischen Freunde trotz langer Busanreise in Feierlaune. Bei Livemusik von Belconda hielten viele bis Mitternacht durch, die Jüngeren zogen mit gleichgesinnten Feuerwehrkameraden dann noch nach Dreißigacker zur Kirmes um ... Dennoch waren am Samstagmorgen alle pünktlich am Dampflokwerk erschienen, wo nach der Begrüßung durch Werkleiter Stefan Ley die fachkundige Führung mit dem einstigen Chef Jürgen Eichhorn begann. Zuvor hatte Fabian Giesder auf die laufenden Arbeiten an der Erlebniswelt Dampflok hingewiesen und natürlich sofort zum Besuch dieser nach Fertigstellung eingeladen. Er ließ allerdings offen, wann das definitiv der Fall sein kann. „Eigentlich wollen wir in genau einem Jahr Einweihung feiern, doch Bauen macht aktuell keinen Spaß ...“, machte er mit Hinweis auf die Preisentwicklung sowie die Verfügbarkeit von Fachfirmen deutlich.

Im Dampflokwerk kam es zu zwei besonderen Begegnungen. Roland Abé von der Meininger Kampfkunst-Show-Truppe Red Tigers war gekommen, um 21 Jahre nach einem denkwürdigen Empfang in Vorarlberg auf die damaligen Gastgeber zu treffen. Bei Karlheinz Koch, zu dieser Zeit Meininger Bürgermeister, und seiner Frau Manuela war die Freude darüber riesengroß. Sie hatten die Red Tigers nach ihrem Auftritt bei 20 Jahre „Wetten dass ..?“ in Dornbirn, wo sie mit ihrer berühmten Betonplatten-Wette Platz 6 der ewig besten Wetten belegt hatten, eingeladen. Immerhin war Meiningen in dieser Zeit berühmt geworden. Dass es sich dabei nicht um das österreichische handelte, war egal.

Die zweite Begegnung im Dampflokwerk war die mit Erich Zeiss vom „Wälderbähnle“ der Bregenzerwaldbahn. Er warb mit seinen Kollegen zum Dampflok-Familientag für die tourischen Angebote der Museumsbahn und schwärmte für die Qualität der Meininger Dampflokexperten: „Wir lassen nach schlechten Erfahrungen andernorts unterdessen nur noch hier arbeiten!“ Natürlich wohnt Erich Zeiss in Meiningen und seine Frau Herlinde gehörte als Gemeinderätin der Delegation aus der Partnerstadt an.

Ähnliche Geschichten gibt es einige zu erzählen. Die Gäste erlebten derweil viel in Meiningen, darunter eine Führung durch Schloss Elisabethenburg, bei der Musikwissenschaftlerin Maren Golz viele Anekdoten erzählen konnte. Nette Gespräche folgten beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Traditionscafé Neumann und dem Besuch der Parkwelten mit Programm bis in den späten Abend. Am Sonntag hieß es dann Abschied zu nehmen – mit dem Versprechen auf ein Wiedersehen in nicht allzu ferner Zukunft!

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