Erfurt - Rekord-Preise für Benzin und Diesel sorgen für großen Frust bei den Autofahrern. Eine Entlastung für sie durch eine höhere Pendlerpauschale ist aber nicht in Sicht.
Wegen massiv gestiegener Benzinpreise werden die Rufe nach einer Erhöhung der Pendlerpauschale immer lauter: ADAC, Bund der Steuerzahler und die Mittelstandsvereinigung BVMW forderten am Mittwoch eine Erhöhung um 10 auf 40 Cent pro Entfernungskilometer. Unterstützung erhielten sie aus der FDP, das Finanzministerium wies die Forderung dagegen zurück. Der Benzinpreis verharrte unterdessen auf dem Rekordniveau der vergangenen Tage.
Die hohen Kraftstoffpreise machen den Thüringer Busunternehmen zu schaffen. Im Überlandverkehr sei der Diesel mittlerweile für 20 Prozent der Gesamtkosten verantwortlich, sagte der Geschäftsführer des Verbands Mitteldeutscher Omnibusunternehmer, Tilman Wagenknecht, am Mittwoch in Erfurt. Vor wenigen Jahren habe ihr Anteil noch bei 15 Prozent gelegen. «Wir brauchen in Thüringen im Schnitt 30 Millionen Liter Dieselkraftstoff im Jahr», erläuterte er. Die Kälte, hohe Rohölpreise, der Konflikt mit dem Iran und ein niedriger Euro treiben die Spritpreise derzeit massiv nach oben.
Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) forderte das Bundeskartellamt auf, die Preispolitik der Mineralölkonzerne erneut zu überprüfen. Absprachen müssten bestraft werden, sagte Machnig dem MDR. Sein Kollege aus dem Verkehrsministerium, Christian Carius (CDU) verwies auf die Thüringer Initiative, den Ölkonzernen engere Grenzen zu setzen. Nach österreichischem Vorbild sollten die Konzerne nur noch zu einem festgelegten Zeitpunkt am Tag die Preise erhöhen, aber ständig senken dürfen.
Wirtschaft Rekord-Preise sorgen für Frust
Redaktion 22.02.2012 - 18:33 Uhr