„Wir lieben den Frieden“ Werke junger Künstler in der Galerie

red
Einige der Preisträger des Malwettbewerbes mit Laudatorin Dagmar Nicklich (rechts). Foto: Astrid Weimann-Heim

Die Preisträger des Malwettbewerbes „Wir lieben den Frieden“ wurden jetzt bekannt gegeben und erstmals die über 100 Bilder von Kindern und Jugendlichen der Öffentlichkeit präsentiert. Über viele Besucher in der Anneliese-Deschauer-Galerie freuten sich die Mitglieder des Fördervereins Kunst, Kultur und Wissenschaft Geisa.

15 Preisträger des Malwettbewerbs „Wir lieben den Frieden“ in verschiedenen Altersgruppen wurden mit Urkunden und Präsenten ausgezeichnet sowie fünf Sonderpreise für Gemeinschaftsprojekte vergeben. Die Sieger kommen aus Geisa, Borsch, Bremen, Motzlar, Geismar, aus den Schulen von Dermbach, Unterbreizbach, Tiefenort, Bad Salzungen, Schweina und Philippsthal.

„Erinnere dich daran, wo du Momente des Friedens und der Verbundenheit gefühlt hast – das ist dein magischer Ort.“ Mit diesen eindrücklichen Worten beschrieb eine 15-jährige Schülerin der 1. Stadtschule Bad Salzungen das von ihr für den Malwettbewerb eingereichte Bild.

Der Förderverein Kunst, Kultur und Wissenschaft Geisa hatte die Kinder und Jugendlichen aus den Schulen der Region aufgerufen, ein selbst gestaltetes Bild über ihre Vorstellungen von einer friedlichen Welt einzureichen. Da jedes einzelne der über 100 eingereichten Bilder für sich einzigartig sei, habe sich der Förderverein dafür entschieden, alle Bilder der Öffentlichkeit zu präsentieren, erklärte Doris Heim, die Vorsitzende des Fördervereins. Zur Vernissage war das Interesse groß, viele kleine und große Teilnehmer des Malwettbewerbes waren mit ihren Familien da. Aber auch Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihren Schülern die Projektarbeiten unterstützt hatten, waren gekommen.

Die 1. Vereinsvorsitzende Dagmar Nicklich erinnerte in ihrer Laudatio an das Lied von Udo Lindenberg „Wozu sind Kriege da?“. Am 24. Februar 2022 sei etwas passiert, das keiner von uns für möglich gehalten habe: Der Krieg ist wieder in Europa angekommen. Die Kunstpädagogin an der Regelschule Geisa berichtete: „Als ich nach Kriegsausbruch wieder in die Schule kam, habe ich vor dem Kunstraum eine Unterschriftensammlung gestartet, und wieder war Udo Lindenberg ein Ideengeber für mein Plakat. Komm, wir zieh’n in den Frieden! Wir sind mehr als du glaubst! Das ist nämlich ein weiterer Song des Künstlers. Ein kleines Mädchen aus der Klasse 5 hatte auch unterschrieben und fragte mich: Frau Nicklich, liest das denn der Herr Putin auch? Nein, habe ich gesagt, das liest er nicht. Wir machen das aber trotzdem, für uns! Wir haben in der Schule beobachtet, wie viele Gedanken sich die Kinder machten, wir haben über ihre Sorgen und Nöte gesprochen und wir haben auch versucht, sie in ihren Gedanken um eine friedliche Welt zu bestärken. Nein, der Herr Putin hört nicht auf uns, aber wir wollen trotzdem unseren Friedenswillen zum Ausdruck bringen. Wir möchten friedliche Menschen erziehen, die das Leben lieben, sich an der Schönheit der Welt erfreuen und mit den Menschen, die sie umgeben, glücklich leben können. Hier bei uns im Kleinen fängt es an. Jeder Mensch kann und sollte seinen Beitrag leisten.“

Natürlich habe man sich auch im Kunstförderverein über den Krieg ausgetauscht. Und als Doris Heim mit der Idee eines Malwettbewerbes zum Thema Frieden daherkam, habe sie sofort zugestimmt. Obwohl sie schon ahnte, was da an Arbeit auf den Verein zukam, so Dagmar Nicklich. Sie dankte Lena Heumüller und Matthäus Günther für das Titelbild der Werbekampagne und erläuterte weiter: „Wir wählten den Weltfriedenstag als Abgabetermin für die künstlerischen Arbeiten der Kinder unserer Region. Was dann kam, hat uns tatsächlich sehr überrascht und richtig überwältigt. Über 100 Kinderzeichnungen, Malereien, Collagen, Fotografien usw. sind bei uns eingegangen. Und so vielfältig wie die künstlerischen Ausdrucksmittel waren auch die Herangehensweisen, wie sich Kinder dem Thema Frieden näherten und welche Überlegungen sie anstellten. Da gab es die Kinder, die ihr eigenes glückliches Leben ins Bild gesetzt haben. Ohne Frieden wäre doch so ein Leben gar nicht möglich. Andere wiederum haben ihr Augenmerk auf die Natur gelegt. Wunderbare fotografische Arbeiten sind so entstanden, die uns auch darüber nachdenken lassen, dass ein Leben im Einklang mit der Natur unumstößlich ist. Und Menschen, die durch die Liebe zur Natur geprägt sind, werden diese auch nicht zerstören. Viele Kinder haben auch die klassischen Symbole für den Frieden gewählt. Peace-Zeichen, Erdball, Hände, die gereicht werden, das Wort Frieden in allen möglichen Sprachen, all das ist zu finden. Die Friedenstaube, als die von Pablo Picasso in den 50er Jahren geprägte Idee, haben sich Schülerinnen und Schüler zum Anlass für eine keramische Arbeit genommen. Auch sie taucht in vielen Kunstwerken der Kinder auf. Besonders erfreut hat uns, dass auch ukrainische junge Leute sich an unserem Wettbewerb beteiligt haben und ihre Liebe zu ihrem Heimatland in ihren Farben und Symbolen auf die Leinwand bringen konnten.“

Doris Heim eröffnete die Kinderkunstausstellung und lud die Besucher dazu ein, sich selbst von der Vielfalt der Ideen der Kinder und Jugendlichen zu überzeugen. Den musikalischen Rahmen der Vernissage gestalteten Schülerinnen der Musikschule Ulrich Göb mit passenden Liedern am Keyboard – Pauline Reuter aus Geismar mit „Imagine“ von John Lennon, Natalie Kind aus Bermbach mit „Angels“ von Robbie Williams und Nele Kiesler aus Motzlar mit „River flows in you“ von Yiruma. Im Souterrain hatten Mitglieder des Fördervereins ein kleines Künstlercafé eingerichtet und zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen eingeladen.

Die Ausstellung kann bis 20. Dezember in der Anneliese-Deschauer-Galerie Geisa besichtigt werden. Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag von 11 bis 15 Uhr, an allen Adventssonntagen von 14 bis 17 Uhr sowie nach Terminvereinbarung über das Tourismusbüro Geisa. Auch ein Besuch des Geisaer Weihnachtsmarktes am 3. Advent lässt sich mit der Besichtigung verbinden.

 

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