Winter Skitouren durch Erfurt und Snowboard auf den Domstufen

Erfurt oder Oberhof? Diese Langläufer verwandelt die Landeshauptstadt in eine Ski-Piste. Foto: Martin Schutt/dpa

Der Winter hat Thüringen fest im Griff. Während die Auswirkungen von Tief Tristan sich in Südthüringen in Grenzen halten, geht in weiten Teilen von Mittel-, West- und Nordthüringen stellenweise nichts mehr. Hingegen findet der Winter in Erfurt auch viele Freunde. Die Domstufen werden jetzt aber wegen gesperrt.

Erfurt/Eisenach - Tief „Tristan“ sorgt für Chaos. Bahnen und Busse fahren nicht, kilometerlanger Stau auf den Autobahnen, extreme Unfallgefahr.

Auch Erfurt ächzt unter Schneemengen wie seit Jahren nicht. Der Staßenbahnverkehr lag am Montag lahm. Inzwischen besteht laut Angaben der Evag wieder eine Anbindung vom P+R-Platz Messe über Anger und Domplatz zum Europaplatz. Die meisten anderen Linien fahren aber immer noch nicht.

Hingegen hat der viele Schnee zahlreiche Erfurter auch zu sportlichen Aktivitäten animiert: Dort ziehen nicht nur Langlauf-Begeisterte ihre Runden mitten durch die Stadt. Auch die Domstufen wurden zur Schneepiste umfunktioniert. Neben schlittenfahrenden Kindern sind vereinzelt auch Alpin-Skifahrer und ein Snowboardfahrer gesichtet worden.

Entsprechende Videos gehen bei Facebook, Twitter und in WhatsApp-Gruppen gerade viral.

Das Erfurter Dombauamt muss dem winterlichen Treiben auf den Domstufen ein Ende setzen. Spätestens morgen wird die verschneite und vereiste Treppenanlage, die über 70 langen Stufen zum Mariendom führt, für Ski- und Rodelfahrten gesperrt sein. „So leid es uns für die Kinder auch tut, aber wenn wir nicht einschreiten, werden die Stufen dauerhaft beschädigt“, erläutert Dombaumeister Andreas Gold die Maßnahme zugunsten des mittelalterlichen Bauwerks.

Am Montag sei die Schneedecke noch dick genug gewesen, mittlerweile würden jedoch die Stufenkanten hervortreten, und die könnten bei den rasanten Abfahrten ausbrechen. „Vor allem dann, wenn die Schlitten mit Erwachsenen besetzt sind, die natürlich ein anderes Gewicht auf die Waage bringen als Kinder“, sagt Gold. Doch auch die Rodelei der jüngeren Wintersportler sei für die Stufen zu belastend, weil die Schlitten bei viel Schwung abheben und dann wieder mit den metallbeschlagenen Kufen auf die Stufen krachen. „Wir bitten darum um Verständnis: Dieser Spaß muss jetzt ein Ende haben“, appelliert Dombaumeister Gold an die Allgemeinheit und ärgert sich selbst ein wenig, weil er am Montag verpasst hat, einmal mit dem Schlitten über die Domstufen zu brausen.

 

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