Wildprechtrodaer Carnevalverein 60 Jahre und kein bisschen leiser

red

Der Wildprechtrodaer Carnevalverein (WCV) hat sein 60-jähriges Bestehen mit einem zünftigen Festwochenende gefeiert.

Es ist das Jubiläumsjahr des Wildprechtrodaer Carnevalvereins (WCV). Der Verein wird 60 Jahre – was nicht wie gewohnt im Februar im KW 70, sondern an einem Wochenende mit vielen Gästen im Mai gefeiert wurde. Dem gingen viele Wochen der Planung und Organisation voraus. Der Verein begab sich mutig auf neues Terrain. Vieles galt es zu beachten und im Hinterkopf schwirrte immer wieder die Angst, ob dieses Fest tatsächlich stattfinden kann. Doch der Mut wurde belohnt. Der Wettergott ist ein Karnevalist.

Und auch die Vorbereitung trug Früchte. Ob Zeltverleih und -aufbau, ob DJ-Technik oder Bestuhlung. Schnell wurde aus dem Zelt ein Festzelt und die dreitägige Party konnte starten.

Weil die karnevalistische Geburtstagsparty nach dem Aschermittwoch stattfand und die Statuten des „Bundes deutscher Karneval“ (BDK) etwas eigenwillig sind, musste auf die an die Saison gebundenen karnevalistischen Accessoires verzichtet werden. Aus dem Elferrat wurde der Einzug der „etwas älteren Männer“ und die „Rubinengarde“ nahm ihre Hüte ab. Das Prinzenpaar Krissi die 1. und Alex der 1. verzichteten auf ihre hoheitlichen Insignien. Und der Schlachtruf wurde umgewandelt in „Pfitzbach – genau“.

An zwei Abenden wurde ein karnevalistisches Programm geboten, an dem sich auch Gastvereine beteiligten.

Die „Zappelinis“ stellten mit ihrem Tanz eindrucksvoll ihre Wünsche und Träume dar und forderten zum Abschluss lautstark: „Gebt den Kindern das Kommando!“ Marie Stieler, Lena Müller und Nadine Karn leisten eine grandiose Jugendarbeit.

Die Tanzmariechen Aylin und Cindy verzauberten das Publikum mit federleichten Sprüngen und Akrobatik. Was so einfach aussieht, ist das Ergebnis ihres intensiven Trainings in Eigenregie. Ein zur guten Tradition gewordener Programmpunkt sind die Mädels und Jungs aus Merkers – die „Mixed Pickles“. Seit Jahren beehren und erfreuen sie mit ihren Darbietungen. Eigens zum Geburtstag forderten sie tänzerisch auf: „Schüttel den Speck!“

Die „ Rubinengarde“ als Prunkstück des Vereins sahen die Gäste erstmals ohne ihre federbesetzten Dreispitze. Ihrem tänzerischen Können tat dies allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil. Sie wirbelten über das Parkett in gewohnt gekonnter Manier, obwohl das Training in diesem Jahr mit ungewöhnlichen Mitteln stattfinden musste. Weil die Mädels bundesweit verstreut sind, musste über „ Zoom Meeting“ agiert werden. Dass dieser Tanz in dieser Besetzung uraufgeführt wurde, fiel keinem auf. Trainerin Josie Stieler war sichtlich stolz auf ihre Mädels.

Die „Untanzbaren“ ließen einen ehemaligen Tanz als Hommage an die letzten 60 Jahre wieder aufleben. Mit ihrem „Dreibein-Tanz“ eroberten sie im Nu das Festzelt. Beim Radetzkymarsch hielt es keinen mehr auf seinem Platz und der Applaus zeigte den Jungs, dass sie alles richtig gemacht haben.

Das Jubiläums-Prinzenpaar ist zugleich auch das Tanzpaar des Wildprechtrodaer Carnevalvereins. Seit Jahren schon bezaubert es mit seinen unter Anleitung von Josie Stieler einstudierten Tänzen. So auch in diesem. Das Prinzenpaar und der Vorstand hatten zudem die ehrenvolle Aufgabe, Orden an die Gründungsmitglieder Günther Hoßfeld und Lothar Eckhardt zu überreichen.

Pinocchio kam in Begleitung von sieben Püppchen und sieben Marionettenspielern. Kurz gesagt, die „Alten Weiber“ hatten final für das 60-jährige Bestehen aus einem bunten Mix aus Klassik und Rock einen Tanz kreiert, welcher durch seine Leichtigkeit und Synchronität bestach. In vielen schweißtreibenden, aber auch lustigen Proben wurde aus einer Idee dieser kreative Tanz geboren. Die Initiatorinnen, Manuela Stieler und Nadine Karn, waren sichtlich stolz auf ihren Weiberhaufen.

Der Armicher Carnevalverein hatte seine beiden Tanzmariechen auf die Bühne geschickt, die viel Applaus erhielten. Rührend verabschiedet wurde Trainerin Nadine Karn, die ihren „Zappelinis“ in den vergangenen Jahren viele wundervolle Tänze geschenkt hatte.

Nach den beiden Abendprogrammen stand Feiern bis zum Abwinken auf dem Plan. Die DJs brachten das Zelt zum Beben, und es wurde getanzt, bis die Füße wehtaten.

Der letzte Feiertag begann mit einem Frühschoppen, den die Hansa-Stadtkapelle Dorndorf mit ihrer handgemachten Stimmungsmusik umrahmte. Dazu gab es ein zünftiges Essen. Anschließend wurde der Familiennachmittag eingeläutet. Neben Kaffee und Kuchen gab es eine große Tombola. Die Lose waren in null Komma nichts verkauft und schon bald sah man viele glückliche Kinderaugen.

Das äußerst erfolgreiche Jubiläumswochenende wäre nicht möglich gewesen ohne den Einsatz der Vereinsmitglieder, ohne die Unterstützung der Stadt und anderer Vereine.

Abschließend bleibt dem Verein die Erkenntnis: Mut wird belohnt. Der Mut, nach der zweijährigen Zwangspause wieder voll durchzustarten.

 

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