Wanderwege Ahnen aus Holz locken sogar Russen an

An historischen Stätten warten diese beide Ahnen auf Wanderfreunde, die eine Rast einlegen wollen. Foto: /Michael Bauroth

Gesichter aus Holz, tierische Ruheplätze und so mancher flapsige Spruch – um Benshausen herum ist Wandern nicht nur einfach Wandern. Inzwischen gibt es sogar eine Anfrage aus Moskau. Der Ort hat das Zeug zu einem Geheimtipp für Touristen .

 
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Kaum hatte Ortsteilbürgermeister Matthias Kohl die Fotos der neuesten Bauwerke – allesamt aus Holz – über die sozialen Medien verbreitet, trudelten schon die ersten Anfragen bei ihm ein. Klar. Die Fotos sprechen für sich. Und machen neugierig. Das allerbeste aber war, dass sich umgehend eine Frau aus Moskau bei ihm meldete mit der Ansage: „Ich habe Bock auf ein paar Tage Benshausen.“ Kohl kennt sie noch von früher: „Das ist eine Frau aus Sachsen, die früher mit ihren Eltern öfter hier Urlaub gemacht hat“, erinnert er sich. Nun also möchte sie wiederkommen. Und nicht nur sie.

Gemeinsame Sache

Denn die Rundwanderwege um Benshausen und Ebertshausen herum sind ganz sicher erlauf- und erlebbar. Sie haben Charakter und Wiedererkennungswert. Und das ist auch Roland Schmidt (Birx) sowie Andreas Happ zu verdanken. Es sind durchaus deren liebevollen Einladungen, inne zu halten. Entlang der Sandhasen- und der Zigeuner-Runde, die beide herrliche Ausblicke versprechen, stehen auffallende Werke von Roland Schmidt. Ob die Hütte am Paßberg, Aufsteller, die vom Artenreichtum umher künden oder Bänke, die seine unverkennbare Handschrift tragen. Das sind seine Arbeiten, die nicht nur sehr gern angenommen werden, sondern der Region auch ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen.

Doch Roland Schmidt ist nicht allein mit dem Ansinnen unterwegs, Holz zu veredeln und es dann wieder zurück in die Natur zu bringen. Auch Andreas Happ folgt diesem Motto, wenn auch auf andere Art. Seine großen, oft tierischen Arbeiten fallen etwa am Sterngrund auf, ebenso auf seinem Grundstück.

Gemeinsame Sache machen die beiden Holz-Künstler ebenfalls. Nun haben sie im Doppelpack erneut ein Projekt in die Natur entlassen, das seit vergangenem Mittwoch am Bettstall Vogelherd an der Sandhasenrunde steht. Und wieder haben sie es mit einem regionalen Thema verbunden, dass sich diesmal den Ahnen widmet. Aufgestellt am Feldrand auf einer einstigen Feldrücke, die nun als Plateau dient, ist ein Ensemble aus Fichte, Eiche und Lärche. Es besteht aus einer Bank mit Spruch und einer Frau mit Harke in der Rückenlehne, die ein Kartoffelfeld bearbeitet. Sowie einer großen Dreibein-Skulptur daneben, die drei schelmische Gesichter ziert. Gewidmet ist es den unermüdlichen Frauen und Männern, die einst ringsumher Landwirtschaft betrieben, aufgestellt auf privatem Grund.

Alles reine Handarbeit

Dass Andreas Happ und Roland Schmidt sich auf diese Weise ehrenamtlich einbringen, hat mit ihrer großen Freude an ihrem Hobby zu tun, ebenso aber auch mit ihrer Liebe zur Natur und der Region. Die Ideen dafür sprudeln von ganz allein. Auch eine nächste bahnt sich bereits gedanklich den Weg, die jedoch wie immer nicht vorab verraten wird. Und leicht machen es sich dabei beide keinesfalls, denn alles an den Arbeiten ist eigene Handarbeit. Das beginnt beim Schlagen des Baumes, der dann nach konkreten Vorstellungen unter den Händen von Roland Schmidt und Andreas Happ sein Aussehen verändert und endet beim Vorbereiten und Aufstellen.

Übrigens gibt es zwischenzeitlich auch neue überdachte Sitzgruppen, die am Dölmerlein sowie an der Regenberg-Tränke aufgestellt wurden. Dazu gibt es die bereits bestehenden Hingucker – sei es nun die tierische Sitzbank in Richtung Schwimmbad oder die Kunstwerke zum Geisenhimmel hin. Dass es die Letzten ihrer Art sein könnten, das ist auszuschließen. Benshausen lässt darauf hoffen, dass es bald schon weitere Meldungen von neuen sonderbar einzigartigen Objekten geben wird.

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