Vorhaben im Haseltal Große Baumaßnahmen und andere Herausforderungen

Brücken- und Kanalbau, die Dorferneuerung in Viernau und die weitere Sicherung der Hallenburg zählt Bürgermeister Markus Böttcher zu den Vorhaben für 2022. Sorge bereite ihm der Zusammenhalt der Gesellschaft in der Pandemie.

Steinbach-Hallenberg - Hoffnungsvoll, aber auch mit Sorge blickt Steinbach-Hallenbergs Stadtoberhaupt, Markus Böttcher, ins neue Jahr. Angesichts der Diskussionen um Infektionsschutzmaßnahmen und Impfpflicht ruft er in seinem Grußwort, das in Kürze auch im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht wird, die Menschen dazu auf, fair und respektvoll miteinander umzugehen und die Zuversicht zu bewahren.

„Finden wir als Gesellschaft den Weg aus der Corona-Spirale? Wie kann ich und wie können wir als Stadt dazu beitragen, dass unsere Gemeinschaft wieder mehr zueinander findet?“, fragt Böttcher. Positive Signale seien die Angebote und Initiativen der Bürger, die sich konstruktiv ins gesellschaftliche Leben einbringen. Bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres seien gute Vorschläge für Veranstaltungen und für das Stadtmarketing in der Verwaltung eingegangen, sagt der Stadtchef. Konkrete Details nannte er angesichts der nach wie vor unsicheren Pandemielage noch nicht. Im Hinblick auf die Projekte und Vorhaben schaue er dennoch voller Vorfreude auf die kommenden Monate.

Als schweres Stück Arbeit bezeichnet er die Aufgabe der Verwaltung, den ehemaligen Abwasserzweckverband Hasel/Schönau mit seinen Mitarbeitern und Arbeitsabläufen in die Stadtverwaltung zu integrieren. Die Umwandlung wurde nötig, nachdem dem einstigen Zweckverband mit der Gebietsreform die Mitgliedsgemeinden abhanden gekommen waren.

In den Querelen um die künftige Organisationsstruktur musste Böttcher vergangenes Jahr eine Niederlage einstecken, als sein Wunsch des Anschlusses im Abwasserbereich an die Schmalkalder Gewas – zum Teil auch mit Stimmen der eigenen Fraktion – im Stadtrat abgelehnt wurde. Die Mehrheit pochte auf Einhaltung des Fusionsvertrages, in dem Altbürgermeister Christian Endter, mit den Stimmen der anderen Bürgermeister, die Bildung eines Regiebetriebes unter dem Dach der Kommune festgeschrieben hatte. Den haushalterischen und arbeitsorganisatorischen Aufwand hätte das Stadtoberhaupt seiner, von Personalproblemen gebeutelten, Verwaltung gerne erspart.

Zumal die Pflichtaufgabe Abwasser mit allen Kanalbaumaßnahmen im Haushaltsplan künftig Priorität hat und zu Lasten anderer Investitionen gehen könnte, wie Böttcher befürchtet. Der Beschluss des Haushaltsplanes soll in wenigen Wochen auf der Tagesordnung für den Stadtrat stehen. Einige der möglichen Vorhaben nennt er bereits jetzt. So dürfte allen, am Kanalbau in Oberschönau Beteiligten und nicht zuletzt den Einwohnern, ein Stein vom Herzen fallen, wenn mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt die größte Baustelle im Haseltal beendet wird. Sie ist mittlerweile im dritten Jahr mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Weitere Kanalbaumaßnahmen im laufenden Jahr betreffen vorwiegend Nebenstraßen, zum Beispiel in Steinbach-Hallenberg, Rotterode und Bermbach.

Fahrt aufnehmen sollen die Maßnahmen im Zuge des Dorferneuerungsprogramms in Viernau, die heuer ins zweite Jahr geht. So werde der Umbau des Kindergartens fortgesetzt und die Neugestaltung des Platzes der Deutschen Einheit in Angriff genommen. In diesem Zusammenhang steht erneut die neue Ruhezone in der Forststraße auf der Agenda, die wegen der möglichen Umsetzung des sogenannten Schafbrunnens für Diskussionen sorgte.

Weiterhin könnte die Neugestaltung des einstigen Schul-Areals auf dem Kirchberg vorangetrieben werden, die mit einem Teilabriss des maroden ehemaligen Schulgebäudes beginnen soll. Auch mit der Umgestaltung des Friedhofes in der Kernstadt hat die Verwaltung 2021 ein Großprojekt begonnen, dass sie in den vergangenen Jahren immer wieder vor sich hergeschoben hatte. Ein Thema, dass nicht nur ältere Bürgerinnen und Bürgern durchaus bewege, so der Stadtchef. Vor allem die geplante barrierefreie Neugestaltung des Parkplatzes und des Zugangs in der Wolffsstraße werde von vielen sehnsüchtig erwartet. Ein weiteres, wenn auch unfreiwilliges Vorhaben, wird der Neubau der maroden Brücke an der Feuerwehr in Unterschönau. Wie sich bereits in den Planungen abzeichnete, sorgen die strengen gesetzlichen Vorgaben an solche Bauwerke dafür, dass aus der Sanierung der relativ kleinen Brücke ein teures Großprojekt werden könnte.

Auch kulturell und in Sachen Identitätsstiftung soll sich einiges tun, kündigt Böttcher an. So freue er sich zum Beispiel über die Fortschritte der neuen Dauerausstellung im Metallhandwerksmuseum. Im Vermächtnis der vergangenes Jahr viel zu früh verstorbenen Museumsleiterin, Veronika Jung, soll es in Kürze eine erste Teileröffnung geben. Das Museumsteam sowie einige Ehrenamtler, wie die bisherige Bauamtsmitarbeiterin, Andrea König, führen Jungs Werk weiter. Die Ausstellung soll den Titel „Ons Schdaaimicher - Geschichte und Geschichten“tragen. „Optimistisch bin ich, dass wir auch dieses Jahr die Sanierung unserer Ruine Hallenburg fortsetzen und damit vorerst zum Abschluss bringen können“, sagt Böttcher. Auch das eine Maßnahme, die mehrere Jahre auf Eis lag, was zuletzt zu einem Sanierungsstau führte und mit einer zeitweisen Sperrung des Wahrzeichens verbunden war.

Kein weiteres Porzellan mag er offenbar vorerst auf dem Knüllfeld zerschlagen, für das derzeit ein B-Plan in Vorbereitung ist. Im Ausblick auf das laufende Haushaltsjahr hat der Stadtchef das Thema ausgespart.

Voraussetzung für all diese Maßnahmen sei aber die Zustimmung im Stadtrat, dessen Sitzungen auch im vergangenen Jahr immer wieder für Überraschungen gut waren. Auch deshalb wirbt Böttcher schon jetzt für ein faires und respektvolles Miteinander. „Bei uns hat das Metallhandwerk Tradition – es wäre doch bedauerlich, wenn wir es verlernt hätten, unseres eigenen Glückes Schmied zu sein“, schließt Böttcher sein Grußwort.

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