Es liegt eben ein Zauber über dieser angenehm temperierten Spätsommernacht. Und das Wetter passt, auch zum schottischen Whisky, der in allen Varianten verkostet werden kann bei André Lautensack und seinem Team. Während es aus der Bäckerei nach frischem Zwiebelkuchen duftet, will die Schlange am Bratwurststand der Fleischerei Fratzscher kein Ende nehmen. Die Firma schenkt zur Feier ihres 111-jährigen Bestehens auch Jubiläumssekt aus.
Sogar 115 Jahre werden bei Eggers in der Heimatshoppen-Woche gefeiert. Ina Spanaus verschenkt an Stammkunden herzige Holzlöffel. Und um die Ecke am Markt feiert Heike Haselbach mit ihrem Stadtcafe und interessanten Kreationen ihr fünfjähriges Bestehen. Das „Schaufele“ in der Marktbude, das Sascha Böttger von der „Teutschen Schule“ gekocht hat, ist zwar schon gegen acht Uhr alle, „aber die Linsensuppe schmeckt auch“, empfiehlt eine junge Frau, die gerade ihren leeren Teller zurückbringt.
Vor der „Glockenblume“ lassen es sich Christa Heubach und Karola Eichorn bei Gebäck und Rosensecco gut gehen. Sie wollen diese Nacht unbedingt erleben. Großes Hallo, als Edith Werner aus Heckengereuth vorbei kommt. „Wir haben mal zusammen gearbeitet“, erklärt sie. Es ist auch die Nacht der Wiedersehensfreude nach langer Zeit ohne Veranstaltungen, ohne Geselligkeit.
Da tut es auch den Musikern gut, endlich wieder vor Publikum spielen zu können. Die Jojo-Band aus Coburg, in dem Fall als Duo mit Heiko Herrmann und Mario Rohr, macht richtig gute Musik“, freut sich Tobi Wilhelm von der Band Dogvill. Die Coburger hat das Team der „Ratsstube“ zur Slusia-Night geholt. Weiter im alten Schulhof, vor Hörgeräte Möckel spielen und singen Peter Gleicke und Rebecca Siegling. „Sie hat eine tolle Stimme“, bewundert Jürgen Weiß die junge Frau. Töne, um einen Moment inne zuhalten im nächtlichen Trubel, klingen aus der St.-Johannis-Kirche: Der warme Klang der Orgel.
Königlicher Besuch
Auf dem Weg zum Schlosshof der Bertholdsburg begegnen wir königlichen Gästen. Jennifer Risch, die aktuelle Thüringer Wurstkönigin flaniert mit dem Thüringer Bratwurstkönig Norbert Abt und dem Thüringer Wanderfleischerpaar Irene und Werner Kästner aus Wechmar durch die Nacht.
Auch im illuminierten Schlosshof wird gute Musik gemacht. Lies und Andreas Seifart, Tochter und Vater, unterhalten hier die Gäste. Die vier Gruselführungen für die Kinder sind allerdings restlos ausgebucht. Und selbst das Schlossgespenst bekam von den Suppen des Museumsfreundeskreises gar nichts mehr ab.
Mittlerweile ist es 22 Uhr geworden. Lothar, der Drehorgelspieler, dreht seine letzten Runden. Ende der Slusia-Night? Viel zu schön ist diese Nacht, noch zu viele Menschen sind unterwegs. Das Fazit ziehen die Menschen übereinstimmend in Superlativen: Genial, fantastisch, und das Wetter, toll. Monika Malter aus Zella-Mehlis bringt es auf den Punkt: „Einfach schön, so viele Menschen und so liebevoll arrangiert.“