Freitagmorgen drehten auf dem Marktplatz Meiningen ein Staatssekretär und ein stellvertretender Bürgermeister ihre Runden in einem gelben Postauto. Kein Zufall: Die Deutsche Post stellte drei ihrer Zustellfahrzeuge vor, die allesamt mit erneuerbarer Energie laufen. Das große gelbe Unternehmen wollte zeigen, dass es sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Ganz nach dem Motto „Außen gelb, Innen grün“. Am Zustellstützpunkt auf dem Rohrer Berg wurde die Fahrzeugflotte nun vollständig auf Elektromobilität umgerüstet. Damit ist Meiningen die erste Kreisstadt in Thüringen, in der die Deutsche Post Briefe und Pakete klimaneutral in die Haushalte zustellt. Carsten Feller vom Ministerium für Wissenschaft, Hochschulen, Tourismus und Digitales (SPD) und Ulrich Töpfer (Grüne) in Vertretung des Bürgermeisters zeigten sich nach ihrer kleinen Spritztour mit den Elektro-Postautos begeistert, vor allem von deren Fahreigenschaften. Leise und zügig waren die beiden auf dem Marktplatz unterwegs und erhielten somit einen kleinen Einblick auf die Vorzüge der E-Mobilität. Knapp hundert Tonnen Co2 im Jahr spart die Deutsche Post mit ihrer Investition allein im Meininger Stadtgebiet ein. Dadurch werde das Klima geschont, Lärmemissionen vermindert und infolge die Luftqualität vor allem in der Innenstadt verbessert. Im Zustellbezirk Meiningen sind 25 Fahrzeuge der Eigenmarke Streetscooter, Mercedes E-Vito und VW-T6E Gigabox im Einsatz. Dazu zählen auch vier Rechtslenker der Marke Streetscooter Gigabox. Sie sind vorwiegend im Stadtgebiet unterwegs, denn das Aussteigen auf der rechten Fahrzeugseite, also auf dem Gehweg, ermöglicht dem Postzusteller mehr Sicherheit und minimiert Unfallquellen. „Am Anfang war es etwas ungewohnt, das hat sich aber sehr schnell gegeben“, sagt Stefan Hildebrandt, Teamleiter vom Zustellstützpunkt Meiningen. 44 Ladestationen wurden hierfür installiert. Die Elektrofahrzeuge werden über Nacht geladen, sodass sie frühmorgens einsatzbereit sind. Rund 22 000 Haushalte im Stadtgebiet sowie den umliegenden Gemeinden mit der 98617 als Postleitzahl werden wöchentlich mit 80 000 Briefen und 13 000 Paketsendungen ab sofort mit Stromern angesteuert. Carsten Feller lobte die Deutsche Post, die mit gutem Beispiel vorangeht. Der Transport- und Logistiksektor macht ein Drittel des Co2-Ausstoßes aus. „Die Post hat hoffentlich Signalwirkung für andere Unternehmen“, so seine Worte. Der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Töpfer schloss sich seinem Vorredner an und lobte, dass das gelbe Unternehmen auf dem richtigen Weg ist.