Vatertag im Landkreis Sonneberg Stoßzeit an der Schankstelle

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Vatertag, Männertag, Herrentag ... der Feiertag Christi Himmelfahrt hat viele Namen. Im Landkreis Sonneberg waren die Wanderwege und Feierorte gut besucht, wie die Bildergalerie beweist.

Grünthal, Röthenquelle, Fellberg – als Partymeile im Grünen waren am Donnerstag die Wald- und Wanderwege im Sonneberger Land zu erleben. Blieb in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie das fußläufige Ausflugsvergnügen eher den ganz harten Traditionsbewahrern vorbehalten, so kam es heuer wie gehabt als Massenereignis daher. Und beileibe war der Spaß nicht nur mutmaßlichen oder tatsächlichen Vätern reserviert. Die Frauen-Fußballerinnen aus Oberlind reihten sich gut gelaunt ein ins Spalier all der Flaschen-tragenden Spaziergänger. Einmal von Sonneberg über Meng-Hämm auf die „Ehm“ und mit dem Zug von Steinach zurück lautete die Trainingseinheit. Hündin Paula an der Leine wird dem Elfer den Weg gewiesen haben. Wobei ein Zwischenstopp an der Röthenquelle den Kickerinnen Gelegenheit zum Durchschnaufen bot – und „Skip“ die Chance ihren mitgeschleppten Maßkrug mit „Kolta Ant“ neu zu betanken. Den rötlichen Stimmungsaufheller hatte Michael Keil vom „Sonneberger Getränkestadl“ natürlich ebenso in petto, wie manch andere süffige Verlockung. Die wirklich einzige Streitfrage, die im geselligen Miteinander die Gemüter spaltete, lautete entsprechend, wo wohl gerade mehr los ist: In der „Fuchsfarm“ oder „Zum Weißen Schwan“, an der Jungdo-Hütte oder doch im Augustenthal.

Auf Motorenkraft unter der Haube anstatt Muskelgewebe in den Beinen beim Erkunden des Terrains setzte ein Freundeskreis aus Köppelsdorfern und Neuhaus-Schierschnitzern. Rolf Schwesinger auf dem Traktor chauffierte seine acht Kumpels im zur Theke ertüchtigten Anhänger zur „Ehm“. Dort blieben Stoßzeiten einzukalkulieren. Geduldig harrte das Publikum eines freien Plätzchen. Oder in der Warteschlange am Rost des TSV 1864 Mengersgereuth-Hämmern der leckeren Dinge. 300 Bratwürste hatten die Vereinssportler für das Stelldichein geordert. Das Gut zu grillen war eine Vater-Sohn-Kiste von Martin und Tobias Scheufler, derweil nebenan Familie Seeler den Fischbrötchen-Verkauf managte. Ob nun Handballer aus Frankenblick oder Narren aus Neuhaus am Rennweg – allerorten erwiesen sich Ehrenamtliche aus Vereinen als verlässliche Gastgeber. Der NCV hatte nach zwei Jahren Pause das Waldbad Bernhardsthal mit Bierbänken aufgemöbelt. Denjenigen, die sich den Rennsteig als Startpunkt ihrer Tour ausgeguckt hatten, sahen sich in ihrem Bewegungsdrang mithin von der Aussicht auf ein (oder zwei) Bierchen am Beckenrand scharf ausgebremst. Gottes Segen zur Wiedereinkehr der Lebensfreude an Himmelfahrt spendete in Rauenstein Pfarrer Bernd Gaus. Posaunenchor und Kerwa-Gesellschaft gestalteten den traditionellen Open-Air-Gottesdienst an den Herrenteichen aus. Das Beisammensein ging nahtlos ins bestens besuchte Waldfest über. Bekanntlich ist das Fest für die Organisatoren seit jeher zugleich eine beliebte „Aufwärmübung“ für die Plankerwa an Pfingsten. Und natürlich haben die acht Planpärchen den Zuschauern daher gern gezeigt, dass sie ihre Plantanz-Schritte nicht verlernt haben. Die stimmigen Takte zum Schaulauf der Trachtler lieferte, auch das ist Tradition, die Baumann-Blaskapelle. Alle wesentlichen Bestandteile zum Feiertags-Gelingen waren beim VfR Jagdshof zu haben. Auf dem Weg von oder nach Mönchsberg war der Halt auf dem Vereinsgelände für viele ein Muss mit Genuss. Der höchstgelegene Freisitz zur Vatertag-Fröhlichkeit dürfte ansonsten hoch über Steinach seine Ortsmarke gehabt haben. Bikearena-Betreiber Axel Müller hatte die „Fellberg-Granaten“ als Partymacher verpflichtet. Für Hunderte war der Gipfelsturm in der Folge ein Pflichtpunkt auf dem Tourenplan – mitsamt „Cordula Grün“ als vielstimmig intonierten Hit und Hymne zum gestillten Nachholbedarf. anb/ts

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