Tierauffangstation Meiningen Munteres Gewimmel im Katzenhaus

Antje Kanzler
Ein munteres Gewimmel herrscht im Moment im Katzenhaus. Einige der Tiere sind schon reserviert, viele warten noch darauf entdeckt zu werden. Foto: privat

Zum Glück leben in der Region viele Tierfreunde, sodass die meisten Schützlinge des Meininger Tierheims schnell ein Zuhause finden. Trotzdem ist das Katzenhaus gerade ganz schön voll, die Quarantänestation nicht weniger. Und auch die Pflegestellen des Tierschutzvereins sind belegt.

Meiningen - Ungewöhnlich für diese Jahreszeit, dass noch so viele junge Katzen in der Meininger Tierauffangstation wohnen. Im Spätsommer und Herbst kamen sehr viele Würfe in die Obhut des Tierschutzvereins, sogar diese Woche zog noch eine Oberweider Katzenkindergruppe ein. Dass viele kleine Katzen noch nicht vermittelt sind, liegt daran, dass sie zunächst in der Quarantänestation ihre Parasiten und Krankheitskeime loswerden mussten, um geimpft werden zu können und ins Katzenhaus umzuziehen. Das hat sich inzwischen gut gefüllt. Einige Kätzchen wurden auch schon reserviert, weil tatsächlich viele Tierfreunde aus nah und auch fern interessiert sind. Trotzdem wartet noch immer eine bunte Katzenschar unterschiedlichen Alters darauf, von Katzenliebhabern entdeckt zu werden. Gerade die etwas zurückhaltenderen Tiere, die in der Menge kaum auffallen. Zwar gibt es aktuell keine Öffnungszeiten in der Tierauffangstation, doch können sich Interessenten telefonisch gern zum Besuch anmelden. Wer sich über die Samtpfötchen, die Hunde und Kaninchen schon vorher schlau machen will, findet Fotos und Beschreibungen unter anderem auf der Internet- und der Facebookseite des Vereins. Auf einige Tiere sei an dieser Stelle aufmerksam gemacht.

Ein hübscher Bursche ist Jungkater Trudo, ein Fundtier aus Frankenheim, das im Oktober ins Tierheim einzog. Noch verhält sich der getigert-weiße Kater etwas zurückhaltend – aber kein Vergleich mehr zum Anfang. Trudo ist auf einem sehr guten Weg. Wenn man sich ihm ruhig nähert, fasst er Vertrauen und genießt die Streicheleinheiten. Das Rhöner Kätzchen sucht nun eine liebevolle Familie, bei der es sicher weitere Fortschritte machen wird.

Mit ihrer einzigartigen Gesichtszeichnung ist Katzenfräulein Mutz ein auffallend hübsches Ding. Mutz - auch jetzt noch kein Jahr alt - wurde in Kaltennordheim geboren und ist schon in ihrem ersten Lebensjahr Mutter geworden. Ihre Kleinen haben längst ein Zuhause gefunden. Das wünscht sich der Tierschutzverein auch für die gepflegte junge Mama. War sie anfangs eher scheu, hat sie sich nun zu einer richtigen Schmusekatze entwickelt bei Menschen, denen sie ihr Vertrauen schenkt.

Zu den schüchternen Katzenhausbewohnern zählt Raja – ein Kätzchen mit einem glänzend schwarzen Fellkleid und einem kleinen weißen Tupfen am Latz. Sie kam im frühen Sommer in Unterkatz als Kind einer Streunermama zur Welt und wuchs in einer Pflegestelle auf. Auch sie hat es als scheues Kätzchen nicht so leicht, sich in Szene zu setzen, wenn zweibeiniger Besuch hereinspaziert. Raja braucht einfühlsame, liebevolle, geduldige Menschen, die ihr die Zeit geben, bis sich Vertrauen aufbaut. Es kann deshalb nicht schaden, wenn Interessenten für die kleine Lady in Black schon über Katzenerfahrung verfügen.

Tigerfräulein Phibi ist ein Pflegekind des Meininger Tierschutzvereins, das im Mai in Mehmels zur Welt kam. Das putzmuntere, verspielte Kätzchen tobt gern mit anderen Katzen umher. Sie ist äußerst neugierig und klaut alles, was ihr zum Spielen oder Erkunden interessant erscheint. Bei Menschen, die sie gut kennt, findet sie beim Schmusen kein Ende und fordert es sogar hartnäckig ein. Vor fremden Menschen allerdings versteckt sie sich lieber. Phibi muss also erst mal auftauen, wenn man sie kennenlernen möchte. Interessenten sollten daher geduldig sein mit der schreckhaften kleinen Maus. Das Herzchen der kuschelbedürftigen Tigerin zu erobern, lohnt sich unbedingt.

Die Bilderbuch-Katzenmädels Abby und Mary stammen aus Helba und wuchsen in einer Meininger Pflegestelle heran. Sie sind menschenfreundlich, kuschelverrückt und verspielt. Die schwarz-weiße Mary will immer hoch hinaus und schläft auch gern ganz oben auf dem Kratzbaum. Dagegen bleibt Schildpattkätzchen Abby lieber in Bodennähe. Beide sind übrigens sehr neugierig auf Hunde.

Auch einen betagten Hund würde der Tierschutzverein gern zu einem liebevollen Zuhause verhelfen. Leider fand sich noch immer niemand, der Graubart Charlie eine Seniorenresidenz bieten möchte. Sein ganzes Leben lang hatte Charlie ein eigenes Zuhause. Im Sommer aber brach für den 13-jährigen Mischling seine heile Welt zusammen, weil er bei seinem gesundheitlich angeschlagenen Herrchen nicht länger bleiben konnte. Körperlich ist der reife Hundemann nach einer Zahnsanierung wieder gut drauf. Er frisst ordentlich, läuft prima an der Leine, ist friedfertig und noch sehr agil. Obwohl der liebenswerte, unkomplizierte Senior schon einige Hundefreunde-Herzen erwärmen konnte, bot ihm noch niemand ein kuschliges Plätzchen auf Dauer an. Der Tierschutzverein hofft sehr, dass sich schnell ernsthafte Interessenten melden, denen Charlie sicher noch ein dankbarer, treuer Lebensbegleiter in den nächsten Jahren sein wird.

Aus schlechter Haltung kamen im vorigen Jahr Kaninchen in die Obhut des Tierschutzvereins. Eine Pflegestelle nahm sich eines Muttertiers mit zwei Jungen an. Eines der kastrierten Böckchen zog schon aus. Jetzt suchen noch der handzahme Manfred und seine nicht so zugängliche Mutter Malwine – unbedingt gemeinsam – ein artgerechtes Kaninchen-Zuhause.

Tierfreunde, die Gefallen an einem Vierbeiner aus der Meininger Tierauffangstation finden (Adresse Am Alten Flugplatz 13), können sich, am besten wochentags, unter der Telefonnummer (03693) 47 84 60 für einen Besuchstermin auf dem Rohrer Berg anmelden.

 

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