Thüringer Wald Antonia Sturm folgt Marietta Schlütter

Neue Chefin im Thüringer-Wald-Regionalverbund: Antonia Sturm. Foto:  

Bei der touristischen Vermarktung des Thüringer Waldes ist ein Personalwechsel eingeleitet worden. Antonia Sturm soll im Herbst 2023 der langjährigen Geschäftsführerin Marietta Schlütter auf dem Chefposten beim Regionalverbund nachfolgen. Schon ab September agiert die Frau aus Friedrichroda als Ko-Chefin des Verbundes. Sturm ist die Lebensgefährtin von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD).

Die Führung des für den Tourismus in Südthüringen so wichtigen Regionalverbundes Thüringer Wald wird verstärkt: Neben der langjährigen Geschäftsführerin Marietta Schlütter werde es dort ab dem 1. September eine weitere Geschäftsführerin geben, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Regionalverbundes, Ralf Pieterwas, am Mittwoch in Suhl und bestätigte damit entsprechende Informationen unserer Zeitung. Beide Frauen würden den Regionalverbund zukünftig gemeinsam führen. „Sie sind gleichberechtigte Geschäftsführerinnen“, sagte Pieterwas. Die neue Ko-Chefin solle sich federführend um die Bereiche Strategie und Marketing kümmern, während Schlütter sich auf die Bereiche Fördermittel, Verwaltung und Infrastruktur konzentrieren solle. Gerade die Beantragung und Abrechnung von Zuschüssen binde immerhin viel Zeit, sagte Pieterwas, der auch Chef der Industire- und Handelskammer (IHK) Südthüringen ist. Die neue Geschäftsführerin solle Schlütter deshalb den Rücken dafür freihalten“.

Bei der neuen Geschäftsführerin handelt es sich nach Angaben von Pieterwas um Antonia Sturm, die in der Vergangenheit für die Grüne-Fraktion im Thüringer Landtag, das Thüringer Wirtschaftsministeriums und die Industrie- und Handelskammer Südthüringen gearbeitet hat. Sturm sagte, sie wolle dafür sorgen, dass sich die Träger des Regionalverbundes stärker für ihn und seine Projekte engagierten. „Ich würde gerne in ein aktivierendes Miteinander eintreten.“

Dass es beim Regionalverbund damit nun zwei Führungsfiguren gibt, soll nach Angaben von Pieterwas nur eine Übergangslösung sein. Schlütter wird in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Pieterwas sagte, dieser Zeitpunkt sei für Oktober 2023 geplant. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Schlütter solle Sturm den Regionalverbund dann als alleinige Geschäftsführerin weiterführen.

Bis zu diesem Zeitpunkt solle sich Sturm vor allem darauf konzentrieren, die vier Produktmarken zu schärfen, mit denen der Regionalverbund für Reisen in den Thüringer Wald werbe, sagte Pieterwas: die Aktivregion Rennsteig, die Kulturregion Wartburg, die Naturregion Unesco-Biosphärenreservat und die Eventregion Oberhof. Die Idee: Unterhalb dieser Marketing-Schlagwörter sollen zum Beispiel Hoteliers, Gastronomen und auch die Betreiber von Ausflugszielen gemeinsam Reiseangebote entwickeln, die sich dann an potenzielle Touristen verkaufen lassen.

Dass es sich bei Sturm um die Lebensgefährtin von Innenminister Georg Maier (SPD) handelt, habe keinerlei Einfluss auf diese aktuelle Personalentscheidung bei Regionalverbund gehabt, sagte Pieterwas. Die Geschäftsführerstelle sei ausgeschrieben gewesen, es habe 14 Bewerber dafür gegeben. An der Suche nach einer geeigneten Person sei neben einer Findungskommission auch eine Personalagentur mit Sitz in Köln und Potsdam beteiligt gewesen. Im Zuge dieses „regulären Verfahrens“ habe sich Sturm als beste Bewerberin durchgesetzt. Die Findungskommission habe aus ihm, aus der Vorstandsvorsitzenden des Regionalverbundes Peggy Greiser und dem zweiten Stellvertreter des Verbundes, Dirk Lindner, bestanden.

„Familiäre Dispositionen dürfen bei so etwas keine Rolle spielen und haben keine Rolle gespielt“, sagte Pieterwas. „Außerdem haben wir hier auch eine langfristige Entscheidung getroffen. Die Legislaturperiode des aktuellen Kabinetts endet dagegen ja in zwei Jahren.“ Greiser ist Landrätin des Landeskreises Schmalkalden-Meiningen. Lindner ist hauptamtlicher Beigeordneter des Landkreises Hildburghausen.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Carsten Feller sei von der Personalentscheidung des Regionalverbundes „durch die Landrätin informiert worden“. Das Wirtschaftsministerium habe keinen Einfluss auf die Personalentscheidung genommen, heiß es.

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