Thüringen WHO verzeichnet Corona-Rekord - Lage in Deutschland stabil

Medizinisches Personal testet derzeit Patienten nur dann auf Corona, wenn sie Symptome verspüren oder wenn konkrete Hinweise auf eine Infektion vorliegen. Alle vorsorglichen Untersuchungen sind weitgehend eingestellt worden, wie eine Risikopatientin aus Neuenmarkt erfahren musste. Foto: Jens Büttner/dpa Quelle: Unbekannt

Seit rund einem halben Jahr hält das Coronavirus die Welt in Atem und der Erreger breitet sich in vielen Ländern weiterhin rasant aus. Anders ist die Lage in Deutschland. Ebenso in Thüringen: Im Freistaat gab es am Wochenende nur drei neue Corona-Infektionen.

Erfurt/Genf - Das Corona-Infektionsgeschehen bleibt in Thüringen derzeit gering. Am Wochenende meldete die Thüringer Staatskanzlei nur drei neue Infektionen. Sie betrafen den Kreis Hildburghausen. Damit hat der Südthüringer Landkreis derzeit die höchste Neuinfektionsrate aller Kreise und kreisfreien Städte: Sie lag am Sonntag bei 7,9 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Damit ist die Region aber weit entfernt von einer kritischen Marke. Selbst die einstigen Corona-Hotspots - die Kreise Sonneberg und Greiz - weisen mit 1,8 und 2,0 derzeit sehr niedrige Infektionsraten auf.

Von den insgesamt 3269 Menschen, die nachweislich infiziert wurden, sind den Angaben vom Sonntag nach schätzungsweise 3060 inzwischen genesen; 181 Menschen in Thüringen starben mit oder an einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2.

Weltweit steigt Infektionszahl rasant an

Weltweit gesehen steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie immer weiter an. So meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO am Wochenende einen Rekord: Binnen 24 Stunden seien 212.326 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus Sara-CoV-2 gemeldet worden (Stand 4.7. 10 Uhr), hieß es in einem WHO-Bericht. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus ist hingegen seit Anfang Mai vergleichsweise stabil.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden dabei in Nord- und Südamerika (129 772) gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53 000 Fälle auf die USA und mehr als 48 000 auf Brasilien. Grund für steigende Infektionszahlen können sowohl ein tatsächliches Plus an Ansteckungen als auch umfangreichere Tests sein.

Insgesamt geht die WHO bisher von mehr als 11 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus weltweit sowie von mehr als 523 000 Todesfällen aus. In absoluten Zahlen verzeichneten demnach die USA (mehr als 2,7 Millionen), Brasilien (mehr als 1,5 Millionen) und Russland (mehr als 674 000) zuletzt die meisten Infektionen insgesamt. Unter den europäischen Ländern hat Großbritannien mit mehr als 284 000 Fällen derzeit die meisten Infektionen.

Die WHO-Zahlen weichen wegen unterschiedlicher Zählweisen und zeitlicher Verzögerungen immer etwas von den Zahlen der Johns Hopkins Universität in den USA ab. Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe.

Immer wieder melden Länder neue Höchstwerte bei den Neuinfektionen, so beispielsweise am Wochenende Indien und das Westjordanland. In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen hingegen weiter auf relativ niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 239 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages (Datenstand 5.7., 0.00 Uhr).

Die jüngst wieder steigenden Zahlen an nachgewiesenen Corona-Infektionen in einigen Ländern sind nach Ansicht der WHO kein Anzeichen einer zweiten Welle. Vielmehr handele es sich um einen zweiten Höhepunkt der ersten Welle, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitagabend in einem Briefing bei der Genfer Auslandspresse (ACANU). In den betroffenen Ländern sei das Virus nicht genug unterdrückt worden. Umso mehr müssten Maßnahmen wie Handhygiene, Abstand halten und Isolation von Infizierten und ihren Kontakten konsequent weiter angewendet werden.

Das Potenzial einer zweiten Welle sei aber dennoch da, sagte Ryan, etwa im Winter, wenn wieder mehr Menschen eng in Räumen zusammen seien und das Virus sich dadurch leichter von Mensch zu Mensch verbreiten könne als jetzt. Womöglich reagiere das Virus auch auf Temperaturen. dpa

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