Das geht aus einer vom Sozialministerium in Auftrag gegebenen Studie der Universität Jena hervor, die der Nachrichtenagentur dpa in Auszügen vorliegt. Knapp 3400 Pflegefachkräfte werden demnach allein benötigt, um in Rente gehende Altenpfleger zu ersetzen. Sozialministerin Heike Taubert ( SPD) will die Studie am Dienstag vorstellen. In Thüringen sind derzeit 82 000 Menschen pflegebedürftig, die überwiegend zu Hause von ambulanten Pflegediensten betreut werden. 24 000 Menschen leben in Pflegeheimen.

Thüringer Sozialverbände und private Pflegebetreiber warnen seit Jahren vor einem akuten Pflegenotstand wegen des Mangels an Fachkräften im Freistaat. In der Vergangenheit kam es in Einzelfällen bereits zu zeitweiligen Aufnahmestopps für Pflegeheime, weil diese nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung hatten.

Problem ist vor allem die Abwanderung junger, in Thüringen ausgebildeter Altenpfleger. Taubert hatte deshalb wiederholt gefordert, für gute Bezahlung und Arbeitsbedingungen von Pflegekräften im Freistaat zu sorgen.

Im Ende 2012 vereinbarten «Pflegepakt» wollen Land, Sozialverbände und Pflegekassen gemeinsam nach Lösungen für den Fachkräftemangel suchen. In Thüringen gibt es rund 800 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen. Insgesamt arbeiten mehr als 25 000 Menschen im Freistaat in der Pflege. dpa