Dies geht aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung über das bundesweit wachsende Ganztagsangebot in Deutschland hervor. Demnach haben die Schüler an Grundschulen 7,9 zusätzliche Stunden wöchentlich zur Verfügung (13,7 im Bundesdurchschnitt), an Gymnasien 3,9 (7,8) und an anderen weiterführenden Schulen 4,1 (8,2).

Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) erklärte, die Studie habe für Thüringen jedoch eher eine geringe Aussagekraft. Der Freistaat setze auf eine offene Form der Ganztagsbetreuung mit Hort als Nachmittagsangebot. Die Bertelsmann-Studie habe aber vor allem die Form mit verpflichtenden Ganztagsangeboten untersucht, wo die Nachmittagsangebote zum regulären Unterricht gehören und für alle Schüler verpflichtend sind.

Nach Angaben der CDU-Fraktion blieben somit 500 Ganztagsschulen im Freistaat unberücksichtigt. In Thüringen gebe es derzeit lediglich 140 solcher verpflichtenden Ganztagsschulen, darunter 81 Förderschulen.

Grundschulkinder haben laut Klaubert im Freistaat einen Anspruch auf eine ganztägige Förderung an fünf Tagen mit jeweils mindestens zehn Stunden. Dies liege deutlich über den von der Kultusministerkonferenz geforderten Standards von drei Tagen mit mindestens sieben Stunden. dpa