Medine Yilmaz vom Büro der Thüringer Integrationsbeauftragten sagte dem MDR Thüringen, es gebe bisher nur am Hauptfriedhof in Erfurt ein entsprechendes Grabfeld. Dort fanden nach Angaben der Stadt im vergangenen Jahr vier Bestattungen statt, 2016 war es bisher eine. In der Vergangenheit seien die in Thüringen lebenden Muslime mehrheitlich aus der Türkei gekommen und in ihrem Heimatland beerdigt worden. Inzwischen lebten aber viele Muslime aus Afghanistan oder Syrien im Freistaat. Die Bestattung in diesen Heimatländern sei so gut wie unmöglich.
Aysun Tekbas, Sprecherin des Islamischen Kulturvereins in Jena, sagte, die Jenaer Gemeinde sei sich des Problems bewusst. Leichname aus Jena würden aktuell mit Hilfe des Kulturvereins sowie islamischen Bestattungsinstituten nach Berlin überführt. "Das sollte jedoch kein Dauerzustand werden."
Das Grabfeld für Bestattungen nach muslimischem Ritus in Erfurt gibt es seit 2010. Jens Kratzing, Abteilungsleiter Garten und Friedhofsamt Erfurt, sagte dem Sender, pro Jahr seien weniger als zehn Menschen beerdigt worden, und zwar aus ganz Thüringen. Seit diesem Jahr würden aber entsprechend dem Kommunalrecht nur noch Muslime bestattet, die in Erfurt verstorben sind. Kratzing forderte die Städte und Gemeinden auf, auf ihren Friedhöfen entsprechende Möglichkeiten zu schaffen. maz