Prostitution spielt sich in Thüringen in knapp 200 Bordellen und Wohnungen ab. Nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen für 2012 sei Wohnungsprostitution die häufigste Form, erklärte das Sozialministerium in einer Landtagsantwort. Insgesamt habe die Polizei 183 Bordelle, Clubs, Massagestudios und Wohnungen registriert. Straßenprostitution sei bis auf einzelne Wohnmobile «kaum existent». Allerdings gebe es eine «hohe Fluktuation». Wieviele Prostituierte in Thüringen arbeiten, sei unbekannt. Das Prostitutionsgesetz von 2002 habe das Ziel von mehr sozialversicherungspflichtiger Berufsausübung nicht erreicht.

Alle zehn Thüringer Städte mit mehr als 30 000 Einwohnern hätten Sperrgebiete für Prostitution. In der Kriminalitätsstatistik machten demnach die 25 bekanntgewordenen Fälle rund um Prostitution 0,02 Prozent aller Straftaten aus. Opfer wendeten sich praktisch nicht an die Polizei, weil vor allem ausländische Prostituierte in einem «Abhängigkeitsverhältnis» stünden. Nach diesen Zahlen schätzt die Polizei den Anteil der ausländischen Frauen, die aus mindestens 26 Ländern kämen, auf 60 bis 90 Prozent. 2012 waren bei den erfassten Fällen keine Kinder oder Jugendlichen betroffen. dpa